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Bundestrainer Olaf Neuenfeld: Das wird die spannenste WM aller Zeiten!

> Blickt der WM in der Schweiz entgegen: Bundestrainer Olaf Neuenfeld (Foto: DFBL/Schönwandt)

Winterthur (DFBL/ssp). Nur noch zweimal Schlafen: In Geislingen bereitet sich das Nationalteam traditionell auf den sportlichen Höhepunkt in diesem Jahr vor. An diesem Sonntag startet dann die größte Faustball-Weltmeisterschaft aller Zeiten in der Schweiz. 18 Nationen kämpfen um den Weltmeistertitel, Deutschland geht als Titelverteidiger ins Turnier. Kurz vor dem WM-Start haben wir mit Bundestrainer Olaf Neuenfeld über die Vorbereitung, die Konkurrenz und seinen Job als Coach gesprochen.

Am Sonntag ist es endlich soweit: Die Vorbereitungen liegen hinter euch und das erste WM-Spiel steht an. Wie groß ist die Vorfreude, dass es nun endlich losgeht?

Olaf Neuenfeld: Wir alle können es kaum erwarten, dass es nun endlich los geht. Wir freuen uns auf ein außergewöhnliches Faustball-Event.

Ihr seid im April mit dem ersten Lehrgang gestartet, in Geislingen wurde das Team nun ein letztes Mal zusammengezogen, ehe es von dort aus gemeinsam nach Winterthur geht. Wie zufrieden bist du mit der Vorbereitung, was waren die Höhepunkte bei den Lehrgängen?

Neuenfeld: Wir haben neben den vier geplanten Lehrgängen noch zwei Länderspiele gespielt. Aus der Mannschaft kam dann der Wunsch, noch zwei zusätzliche Kurzlehrgänge zu machen. Das haben wir getan, zuletzt am vergangenen Wochenende in Käfertal. Dort haben wir nochmals intensiv an der Abstimmung und den Standards gearbeitet. Die Formkurve geht steil nach oben und wir sind bereit für die WM.  

Die Generalprobe, das letzte Testpiel vor der WM gegen die Schweiz, ging verloren. Was hat dort für einen Sieg gefehlt, welche Bedeutung hat die Niederlage für dich?

Neuenfeld: In diesem Spiel lief es in allen Mannschaftsteilen nicht wirklich gut. Da war irgendwie Sand im Getriebe. Erschwerend kam noch hinzu, dass die Schweiz eine sehr starke Leistung gezeigt und dieses Spiel verdient gewonnen hat. Wir waren sicherlich nicht froh über die Niederlage, aber vielleicht kam sie zur rechten Zeit.

In der Vorrunde tretet ihr an den ersten drei Tagen immer am Abend zu jeweils nur einem Spiel an, auch im weiteren Verlauf könnte das passieren. Wie stellt ihr euch darauf ein? Ist es sogar möglich, dass es schwierig werden könnte, in die WM zu finden?

Neuenfeld: Wir haben mit den Spielern zusammen schon einen Plan gemacht, wie wir die Woche mit den ungewohnten Spielzeiten und wenigen Spiele angehen wollen. Das wird für alle eine Herausforderung, aber die Bedingungen sind ja für alle Mannschaften gleich. Man muss sie annehmen und einen Plan haben. Den haben wir.

18 Nationen werden in der Schweiz antreten – so viele wie noch nie. Wie schätzt du die Entwicklung auf internationaler Ebene ein?

Neuenfeld: Es scheint voran zu gehen. Ich hoffe auf Nachhaltigkeit bei den neuen Nationen und würde mich freuen, sie dauerhaft bei internationalen Wettbewerben begrüßen zu können. Das kann dem Faustballsport nur gut tun. Die IFA scheint hier sehr gute Arbeit zu machen.

Vorrundengegner sind Argentinien, Italien und Österreich. Wie schätzt du die drei Nationen ein, wer wird aus deiner Sicht der größte Konkurrent um den Gruppensieg?

Neuenfeld: Das wird voraussichtlich Österreich sein, das eine sehr gute Mannschaft beisammen hat, vielleicht sogar die beste der letzten Jahre. Aber wir werden auf keinen Fall Argentinien und Italien unterschätzen. Alle drei Spiele werden schwer und danach wissen wir schon mal, wo wir stehen.

Nach den Titelgewinnen 2011 und 2015 werdet ihr als Titelverteidiger in die Weltmeisterschaft starten. Alle haben die Erwartung, dass ihr diese Siegesserie auch in diesem Jahr fortsetzt. Wie groß ist der Druck den ihr verspürt? Und wie lautet euer Ziel für die WM?

Neuenfeld: Für uns kann es nur ein Ziel geben, das ist der Titel. Das kommunizieren wir intern und extern. Alles andere wäre unglaubwürdig. Ich weiß, dass die Erwartungen unserer Fans zurecht sehr hoch sind, aber wir sind diesem Druck seit vielen Jahren gewachsen, da sehe ich keine Probleme. Wir haben eine sehr erfahrene Mannschaft mit sieben Spielern, die vor vier Jahren schon Weltmeister geworden sind. Die wissen, worauf es bei einer WM ankommt.

Wer könnte auf dem Weg zum WM-Titel der größte Widersacher werden?

Neuenfeld: Das sind mit Österreich, Brasilien und der Schweiz die drei üblichen Verdächtigen. Ich denke, das wird die spannenste WM aller Zeiten mit vier Mannschaft auf Augenhöhe. Jeder kann Weltmeister werden und jeder kann auch vierter werden. Vielleicht gibt es auch eine Überraschung durch Italien, Argentinien oder Chile, die auch alle starke Teams ins Rennen schicken.

Winterthur ist bereits deine vierte Weltmeisterschaft als Cheftrainer. Was treibt dich an, den Job seit so vielen Jahren noch immer mit einer solchen Leidenschaft auszuüben?

Das sind in erster Linie unsere Spieler, die mich antreiben. Jeder freut sich auf die Lehrgänge und die Intensität dort ist immer sehr hoch. Das kenne ich aus meiner aktiven Zeit so nicht. Mit solchen Spielern und nicht zuletzt mit meinem Trainer- und Betreuerstab gibt es keine Gedanken ans Aufhören. Vielleicht geht es auch nochmal vier Jahre weiter. Das mache ich aber davon abhängig, wo die WM 2023 stattfinden wird. Mein Feuer ist noch nicht erloschen!

Winterthur plant ein großes Faustball-Fest an einem zentralen Ort. Worauf freust du dich besonders in der kommenden Woche am meisten?

Neuenfeld: Ich finde es super, dass die lästige und nervige Fahrerei von einem Ort zum anderen entfällt und alles ganz zentral stattfindet. Die Zuschauerkulisse wird überragend sein und ich freue mich auf viele deutsche Fans. Wenn wir es wie 2011 in Österreich schaffen, eine Einheit zwischen Fans und Mannschaft herzustellen, dann kann ja gar nicht mehr viel passieren :-).

 

Zum dritten Mal findet in der Schweiz eine Faustball-Weltmeisterschaft statt. Bereits 1979 und 1999 trafen in der Alpenrepublik die besten Faustball-Nationalteams der Welt aufeinander. In unserer Mini-Serie „WM-Rückblick“ hat Claus Ehlbeck bereits über die WM 1979 gesprochen. Ralf Herp erzählte von der ersten deutschen WM-Finalniederlage im Jahr 1999.
Von der WM 2019 wird die Deutsche Faustball-Liga live aus Winterthur auf faustball-liga.de und den Social Media-Kanälen (Facebook, Instagram, Twitter) über die WM in Text, Bild und Ton berichten. Einen Livestream gibt es auf www.faustball.tv.

 

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