Teamcheck 1. BL Frauen Nord

Foto: Uwe Spille
Verfasst am 24. April 2026
1. Bundesliga Nord Frauen Allgemein
Nach dem großen Event in der vergangenen Hallensaison in Stuttgart in der Scharrena wird es diesmal in Bardowick zwar ein wenig anders, aber mindestens genauso beeindruckend für die Spieler:Innen und alle Faustball-Begeisterten. Das Saisonhighlight steigt am 18. und 19. Juli: wer holt sich den begehrten Titel „Deutscher Meister 2026“ ? Gespielt wird wieder im „alten Modus“, bedeutet: Die drei erstplatzierten Teams aus Nord und Süd qualifizieren sich für die Deutsche Meisterschaft, insgesamt gehen also 6 Frauenteams an den Start. In der 1. BL Nord der Frauen startet ein etwas verkleinertes Teilnehmerfeld (8 Teilnehmer) um die begehrten drei DM-Tickets. Wir werfen einen Blick auf die Teams, ihre Ausgangslagen und Chancen.
 

Ahlhorner SV

Nach dem Vorjahresgewinn der Deutschen Meisterschaft im Rahmen der Finals in Dresden und der Vizemeisterschaft unter dem Hallendach geht der Ahlhorner SV mit unverändertem Kader in die neue Saison. Die Ausgangslage ist klar: Der Titelverteidiger setzt erneut auf Kontinuität und eingespielte Abläufe. Entsprechend selbstbewusst ist auch die Zielsetzung formuliert. Laut Sarah Albrecht will der ASV sowohl bei der Deutschen Meisterschaft als auch beim Heim-Champions-Cup im September wieder ganz oben stehen. Mit der Erfahrung aus dem Titeljahr, einem stabilen Teamgefüge und dem Heimvorteil bei einem der Saisonhöhepunkten, gehört der Ahlhorner SV erneut zum engsten Favoritenkreis. Hinzu kommt eine besonders lange Saison, die erst Ende Oktober mit den World Tour Finals in Chile ihren Abschluss findet. Die Herausforderung wird sein, über diesen langen Zeitraum hinweg die Form zu konservieren und gleichzeitig die nötige Spannung hochzuhalten. Mit ausreichend Pausen, gezielter Belastungssteuerung und dem nötigen Engagement innerhalb des Teams sollten jedoch auch für den späten Saisonhöhepunkt noch genügend Kräfte und Motivation vorhanden sein.
 

TV Jahn Schneverdingen 

In der vergangenen Feldsaison verlor man denkbar knapp beide Finals gegen den Ahlhorner SV und musste sich sowohl bei der Deutschen Meisterschaft als auch beim Champions Cup mit der Vizemeisterschaft zufriedengeben. Unter dem Hallendach lief es ebenfalls nicht nach Plan – die Qualifikation für das Final Four in Stuttgart wurde verpasst. Teamsprecherin Laura Kauk blickt dennoch optimistisch auf die kommende Saison: „Wir können aus den Fehlern lernen und es diese Saison besser machen.“ Mit dieser Einstellung will Schneverdingen den nächsten Schritt gehen und wieder um Gold mitspielen. Im Kader gibt es dennoch einige Veränderungen: Abwehrspielerin Lena Meyer muss aufgrund ihres Studiums pausieren, und auch auf die langjährige Zuspielerin Hinrike Sagstetter muss verzichtet werden. Zudem nimmt Helle Großmann eine Verletzung aus der Hallensaison mit. Die Abwehrreihe wird dafür wieder durch Luca von Loh verstärkt, die einige Zeit pausierte. Auch für den TV Jahn wird es eine lange Saison, denn mit dem Champions Cup in Ahlhorn und den World Tour Finals in Llanquihue haben sie ebenfalls zum Ende der Saison echte Highlights vor der Nase. Auch dort möchte das Team wieder ganz oben stehen und eine Medaille mit zurückbringen.

MTV Wangersen

Der MTV Wangersen strebt – genau wie im Vorjahr – erneut das obere Mittelfeld an und möchte möglichst früh nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ziel ist es, über die gesamte Saison hinweg konstante Leistungen abzurufen und sich stabil im gesicherten Tabellenbereich zu etablieren, so Monja Schlichting. Im Kader hat sich dennoch etwas verändert: Mit Helke Meyer beendet eine wichtige Spielerin vorerst ihre Faustballkarriere. Dafür kann der MTV Wangersen wieder auf Elisa Pott zurückgreifen, die in der Abwehr für Stabilität sorgen soll. Weiterhin unterstützt Janina von der Lieth die Mannschaft vom Spielfeldrand und bringt ihre Erfahrung in der Betreuung des Teams ein. Zudem kann Celine Bilitza nach überstandener Verletzung wieder eingreifen und erweitert die Optionen im Kader deutlich. Mit der Mischung aus bewährten Kräften, Rückkehrerinnen und neuen Konstellationen will der MTV Wangersen frühzeitig Punkte sammeln und sich im oberen Mittelfeld festsetzen.
 

VfL Kellinghusen

Dass der VfL Kellinghusen als Team hervorragend harmoniert, hat bereits das Hallen-DM-Ticket für die Scharrena eindrucksvoll gezeigt. Auf dieser Basis möchte die Mannschaft nun auch in der Feldsaison angreifen. Ziel ist es, nach 2020 erneut die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in Bardowick zu schaffen und sich eines der drei begehrten Tickets zu sichern. Der Kader bleibt dabei im Vergleich zur Hallensaison unverändert, wodurch das Team weiter auf eingespielte Abläufe und vorhandene Abstimmung setzen kann. Mit der bestehenden Konstanz und dem klaren Ziel vor Augen will der VfL Kellinghusen auch im Feld wieder zu den Topteams gehören.

TuS Wakendorf

Sportlich wird es eine schwierige Saison für den TuS Wakendorf, eigentlich wäre die Mannschaft im vergangenen Jahr bereits abgestiegen, profitierte jedoch vom Rückzug des SV Moslesfehn und blieb so in der Liga. Das Ziel ist dennoch klar: Der Klassenerhalt soll diesmal aus eigener Kraft geschafft werden. „Wir wollen uns stabilisieren und die Klasse halten“, betont Schlagfrau Liza Martens. Mit Alexander Barsch steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie, der frischen Mut und neue Impulse bringen soll. Personell muss Wakendorf allerdings Abstriche machen, Nadine Kowalczyk und Kim Ratjen stehen nicht zur Verfügung. Dafür sollen immer wieder Spielerinnen aus der Jugend eingebaut werden, um den Kader zu ergänzen.

TV Brettorf  

Nach dem Abstiegskampf im vergangenen Jahr will der TV Brettorf in dieser Saison einen Schritt nach vorne machen. Mit Pia Neuefeind, die vom TSV Dennach zurück in den Norden gewechselt ist, bekommt das Team zusätzliche Qualität und Erfahrung im Angriff. Zudem übernimmt Marc Lange zur neuen Saison das Traineramt. Durch Umstellungen innerhalb der Mannschaft soll zudem die Weiterentwicklung als Team vorangetrieben werden. Ziel ist es, die eigenen Leistungen konstanter abzurufen und sich im Tabellenmittelfeld zu etablieren, so Ida Jungclaussen. Zunächst möchte man jedoch abwarten, wie sich die Veränderungen im Saisonverlauf auswirken. Auch mit der Neuformierung gehört der TVB definitiv zu den Kandidaten, die sich eines der Ticktes für Bardowick holen könnten.

Ohligser TV 

Der Ohligser TV gehört nach dem Viertelfinaleinzug in der vergangenen Saison erneut zum erweiterten Kreis der Teams mit Ambitionen in der oberen Tabellenhälfte. Auch in diesem Jahr wollen die Solingerinnen wieder oben angreifen und sich im Vergleich zum Vorjahr weiter stabilisieren. Personell muss der OTV allerdings den verletzungs bedingten Abgang von Jana Brüggemeier kompensieren. Dafür bekommt die Offensive neue Optionen: Jacqueline Börste und Kati Hofmann sollen im Angriff für zusätzliche Durchschlagskraft sorgen. Beide bringen neue Variabilität ins Offensivspiel und sollen die entstandene Lücke gemeinsam mit Kaja Hutz schließen. Zudem kehrt Lina Hasenjäger ins Team zurück, die im Zuspiel sowie in der Abwehr wieder zur Verfügung steht. Nach dem Viertelfinale im Vorjahr ist die Zielrichtung klar: Der Ohligser TV möchte erneut in der Spitzengruppe mitspielen. Gelingt es, die neuen Optionen im Angriff und Zuspiel/Abwehr schnell zu integrieren und defensiv die gewohnte Stabilität zu erreichen, ist ein weiterer Angriff auf die oberen Tabellenplätze realistisch.

TSV Hagen 1860

Premiere für die Schwarz-Gelben: Der TSV Hagen 1860 geht erstmals in der 1. Liga im Feld an den Start. Nach dem Aufstieg liegt der Fokus klar auf dem Klassenerhalt. Gleichzeitig wollen die Hagenerinnen die neue Herausforderung nutzen, um Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln und sich als Team weiterzuentwickeln. Ohne großen Druck soll der Aufsteiger mit Spaß und Mut in die Saison gehen. Im Kader gab es im Sommer überschaubare Veränderungen. Zuspielerin Kathrin Schmitz ist nicht mit dabei, dafür neu im Kader sind Cindy Ristel und Nicole Pelz, die beide vom TK Hannover nach Hagen wechseln. Das Duo soll zusätzliche Qualität bringen und dem Aufsteiger mehr Stabilität für die anspruchsvolle Erstliga-Saison geben. Sportlich wird entscheidend sein, wie schnell sich der TSV Hagen 1860 an das höhere Tempo und die größere Physis der Liga anpasst. Als Neuling dürften die Schwarz-Gelben in vielen Partien in der Außenseiterrolle sein. Umso wichtiger wird es schnell Punkte einzufahren und die eigenen Heimspiele konsequent zu nutzen.
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