1. BL SÜD: FRAUEN & MÄNNER – 2./3. SPIELTAG

Foto: Bernhard Kaiser

1. Bundesliga Süd, Frauen – Görlitz energiegeladen

Gleich zwölf Spiele fanden am Wochenende im Süden statt, meist mit klaren Resultaten. Nur ein Mal ging es über die volle Distanz von fünf Sätzen. Dennach und Calw bleiben vorn.

TV Stammheim – TSV Calw 0:3 (8:11, 4:11, 8:11); TSV Dennach – Stammheim 3:0 (11:7, 11:9, 14:12); Calw – Dennach 0:3 (7:11, 8:11, 10:12)

Das vordere Tabellendrittel traf am Samstag in Stuttgart direkt aufeinander. Der TV Stammheim hatte sich viel vorgenommen, konnte den Heimvorteil gegen die Favoritinnen vom Schwarzwaldrand aber nicht ummünzen. Gegen den TSV Dennach hielt die Mannschaft um die zurückgekehrte Schlagfrau Melanie Israel vor allem mit cleveren halblangen Bällen die Begegnung in zwei Sätzen lange offen. Den Klassiker zwischen Calw und Dennach gewannen einmal mehr die „Pink Ladies“. Rolf Schlotter, Trainer des TSV Calw: „Dennach fand gleich ins Spiel, während sich bei uns immer wieder kleine Fehler einschlichen und wir in allen Sätzen früh einem Rückstand hinterherlaufen mussten.“

TV 1880 Käfertal – TSV Calw 0:3 (7:11, 9:11, 6:11); TV Segnitz – Käfertal 3:1 (13:11, 7:11, 11:6, 11:8); Calw – Segnitz 3:0 (14:12, 11:8, 11:7)

Am Sonntag waren die schwäbischen „Löwinnen“ erneut gefordert – in Mannheim gegen zwei namhafte Gegner. „Wir hatten einen richtig guten Tag“ freute sich Kapitänin Leonie Pfrommer nach einer auch von ihr in der Abwehr herausragenden Leistung über zwei Siege, die in dieser Höhe nicht erwartet waren. „Gegen Käfertal haben wir eine kämpferische Leistung gezeigt, die wir dann auch gegen Segnitz mit ihrer starken Svenja Schröder mitnehmen wollten.“ Das gelang dem TSV Calw mit einer laufstarken Samantha Lubik in der Mitte und dem Angriffsduo Henriette Schell und Fenja Stallecker. Auch die „Käfer“ forderten den TV Segnitz und glichen einen knapp verlorenen Satz aus, ehe sich die Klasse des deutschen Indoor-Meisters durchsetzte.

TSV Pfungstadt – TV Unterhaugstett 3:0 (11:8, 11:8, 11:4); Unterhaugstett – TSV Dennach 0:3 (10:12, 6:11, 7:11); Pfungstadt – Dennach 0:3 (9:11, 7:11, 5:11)

Kurz und schmerzlos verlief der Spieltag in Pfungstadt mit schnellen Begegnungen und erwarteten Siegerinnen. Für den TV Unterhaugstett lohnte sich die Fahrt nach Südhessen nicht, vor allem gegen die Gastgeberinnen hatten sie sich mehr ausgerechnet. Immerhin gelang gegen Dennach ein kämpferisch und spielerisch starker erster Satz. Der Tabellenführer seinerseits hielt sich unschädlich und sackte zwei weitere klare Siege ein. Vier Spiele, acht Punkte, 12:0 Sätze – alles bestens also, oder? Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger war nicht uneingeschränkt zufrieden: „Das Wochenende verlief richtig gut für uns, wir standen an beiden Tagen sicher auf allen Positionen. Auch wenn die 3:0-Sätze vermuten lassen, dass wir alle überrannt haben… so war es nicht. Aber wir haben gekämpft und gebissen.“

TV SW-Oberndorf – SV Energie Görlitz 0:3 (8:11, 5:11, 6:11); TV Stammheim – SW-Oberndorf 3:1 (11:9, 8:11, 11:9, 11:6); Görlitz – Stammheim 3:2 (11:7, 11:6, 9:11, 10:12, 11:9)

Mit Spannung war in Schweinfurt das Aufeinandertreffen dreier Teams erwartet worden, die gegen den Abstieg spielen. Als großer Gewinner ging dabei die Mannschaft aus Görlitz hervor, die ihrem Vereinsnamen „Sportverein Energie“ auf dem Spielfeld alle Ehre machte. Ein „Mega-Gefühl, vier Punkte mitzunehmen“, freute sich Schlagfrau Lara Olbrisch. Die Antreiberin ergänzte: „Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung. Im Spiel gegen Stammheim war mentale Stärke gefordert und die haben wir bewiesen.“ Der Sieg in dem spannenden, engen Fünf-Satz-Krimi bedeutete „big points“ für die Sportlerinnen aus der östlichsten deutschen Stadt. Der TV SW-Oberndorf hingegen ging zwei Mal als Verlierer vom Platz und steht als einzige noch sieglose Mannschaft am Tabellenende.

Die Pfingstpause bis 30./31. Mai wird am nächsten Sonntag in Sachsen noch einmal durchbrochen: Das Görlitzer Publikum bekommt dabei zwei Top-Teams in der Neiße-Stadt zu sehen – Dennach und Segnitz. Der SV Energie darf als Außenseiter nach dem Doppelsieg in Schweinfurt befreit aufspielen. Für Segnitz geht es vor allem darum, mit möglichst zwei Siegen den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Anna-Lisa Aldinger und ihr Dennacher Team hingegen werden ihre fast makellose Bilanz sicher nicht aufgeben wollen, im Spitzenduell „mit dem für mich stärksten Gegner, auch wenn wir überrascht waren, dass Calw glatt 3:0 gegen Segnitz gewonnen hat“.

Link zur Tabelle 

 

1. Bundesliga Männer Süd

TSV Calw geht über zwei Tage ans volle Limit und spielt 18 Sätze. Pfungstadt überzeugt, Käfertal weiterhin ohne Punkte. Und der NLV Vaihingen mit maximaler Punktausbeute

TSV Pfungstadt mit deutlichem Ausrufezeichen

TSV Pfungstadt – TV 1880 Käfertal  5:0
(11:6, 11:7, 11:2, 11:7, 11:4)

TV Eibach 03 – TSV Pfungstadt       1:5
(4:11, 11:7, 7:11, 9:11, 4:11, 2:11)

Die Pfungstädter machen einen großen Schritt in Richtung der anstehenden Meisterrunde. In beiden Begegnungen präsentierte sich die Mannschaft äußerst stabil und leistungsstark.

Gegen den TV Käfertal sowie den TV Eibach gelang es den Hessen über weite Strecken, die Gegner mit druckvollem und nahezu fehlerfreiem Spiel unter Kontrolle zu halten. Besonders hervorzuheben ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Von den insgesamt zehn Spielern wurden acht eingesetzt. Trotz der zahlreichen Wechsel waren keinerlei Leistungsabfälle zu erkennen. Der Kader präsentiert sich aktuell in ausgezeichneter Breite. Insgesamt herrscht beim TV Pfungstadt derzeit eine sehr positive Stimmung – sportlich wie personell scheint alles „im grünen Bereich“.

TV 1880 Käfertal – NLV Stgt. Vaihingen     3:5
(11:9, 11:4, 9:11, 9:11, 15:13, 7:11, 10:12, 9:11)

Für den TV Käfertal verlief das Wochenende hingegen wieder enttäuschend. Die Mannschaft musste sich sowohl gegen den stark aufspielenden TSV Pfungstadt als auch im zweiten Spiel des Wochenendes gegen den NLV Vaihingen geschlagen geben.

Insbesondere in den entscheidenden Satzphasen fehlte ohne Marcel Stoklasa die nötige Konsequenz, um enge Spiele für sich zu entscheiden. Trotz phasenweise guter Ansätze konnte sich das Team nicht belohnen und bleibt damit vorerst ohne Erfolg.

TSV Calw mit zwei Kraftakten

TV Vaihingen / Enz – TSV Calw    4:5
(5:11, 11:6, 7:11, 11:8, 9:11, 11:4, 8:11, 11:5, 9:11)

TSV Calw – TV Stammheim    5:4
(11:9, 11:8, 12:10, 9:11, 11:9, 4:11, 10:12, 7:11, 12:10)

Der TSV Calw zeigte an diesem Spieltag eine kämpferisch beeindruckende Leistung. In zwei intensiven Begegnungen über jeweils neun Sätze verlangte die Mannschaft ihren Gegnern alles ab. Gegen den TV Vaihingen / Enz war es bis zum Schluss ein absolut ausgeglichenes Spiel auf Augenhöhe. Der TVV konnte stets die Satzführung der Calwer ausgleichen, so dass erst im Entscheidungssatz am Ende der TSV glücklich als Sieger den Platz verlassen konnte. Gegen den TV Stammheim führten die Calwer Löwen bereits 3:0 und 4:1 nach Sätzen, doch die Stuttgarter bäumten sich noch einmal auf. Auch in diesem Spiel ging es über die volle Distanz, wieder mit dem besseren Ende für den TSV in der Verlängerung. In beiden Spielen bot Calw über weite Strecken Paroli und bewegte sich dabei am absoluten Leistungslimit. Die hohe Satzanzahl verdeutlicht die enorme Belastung, die das Team stemmen musste.

TV Stammheim mit gemischter Bilanz

TV Stammheim – TV SW-Oberndorf      5:1
(11:6, 11:6, 11:7, 11:13, 11:7, 11:5)

Der TV Stammheim kann an diesem Wochenende eine ausgeglichene Bilanz vorweisen. Einer knappen 4:5‑Niederlage gegen den TSV Calw am Sonntag steht ein überzeugender 5:1‑Heimerfolg gegen den TV Schweinfurt-Oberndorf vom Samstagsspiel gegenüber. Der Sieg des TVS war zu keinem Zeitpunkt in ernster Gefahr, lediglich den 4. Satz konnte der TVO, bei denen Olli Bauer und Maxi Lutz keine Einsatzzeiten hatten, etwas offener gestalten und in der Verlängerung für sich entscheiden.

TV Vaihingen/Enz ebenfalls mit gemischter Ausbeute

TV SW-Oberndorf – TV Vaihingen / Enz      1:5
(5:11, 11:7, 9:11, 9:11, 8:11, 8:11)

Auch der TV Vaihingen/Enz kann eine ausgeglichene Bilanz vom Wochenende aufweisen. Am eigenen Heimspieltag musste sich das Team in einer engen und umkämpften Partie noch knapp mit 4:5 gegen den TSV Calw geschlagen geben. Dem gegenüber steht jedoch ein souveräner Auftritt beim Auswärtsspieltag gegen den TV Schweinfurt-Oberndorf, den Vaihingen / Enz klar mit 5:1 für sich entscheiden konnte. In dieser Begegnung überzeugte die Mannschaft mit einer stabilen Leistung und konnte das Spiel frühzeitig kontrollieren.

Der Aufsteiger mit wertvollen Punkten

NLV Stgt. Vaihingen – TV Eibach 03     5:4
(11:8, 11:6, 11:5, 14:15, 9:11, 11:7, 8:11, 12:14, 11:6)

Der NLV stellte an diesem Wochenende eindrucksvoll seine Qualität unter Beweis. Auf heimischer Anlage setzte sich die Mannschaft in einer intensiv geführten äußerts knapp mit 5:4 gegen den TV Eibach durch. In einer wahren „Schlacht“ auf Augenhöhe bewies das Team Nervenstärke und Durchsetzungsvermögen in den entscheidenden Momenten. Dieser Erfolg gegen den Mitaufsteiger aus Nürnberg bildete die Grundlage für ein äußerst erfolgreiches Wochenende. Am darauffolgenden Spieltag gelang es dem NLV zudem, beim TV 1880 Käfertal wichtige Auswärtspunkte zu entführen. Mit diesem Erfolg festigt die Mannschaft ihre Position und setzt sich überraschend in unmittelbarer Nähe zur Spitzengruppe fest.

Bereits kommenden Donnertag geht’s weiter: Pfungstadt empfängt zunächst den TV Stammheim, Samstag folgt dann die Partie beim NLV Vaihingen. Eibach hofft beim Auswärtsspiel in Vaihingen auf die ersten Punkte, genauso wie der TV Käfertal im Heimspiel am Samstag gegen den TV Stammheim. Und der TSV Calw möchte weitere Punkte im Rennen um die Meisterrunde gegen Oberndorf einfahren.

TV Eibach mit großer Moral – dennoch ohne Ertrag

Der TV Eibach gehört an diesem Spieltag trotz einer engagierten Leistung zu den unglücklichen Verlierern. In der Auswärtsbegegnung beim stark aufspielenden NLV musste sich das Team am Ende geschlagen geben, obwohl der Spielverlauf phasenweise eine Wende zugunsten der Gäste möglich erscheinen ließ. Ein 0:3 und ein 2:4 in den Sätzen entmutigte Eibach nicht

Dabei begann die Partie aus Sicht der Eibacher alles andere als optimal. Gegen einen druckvoll agierenden Gegner geriet die Mannschaft früh deutlich in Rückstand und hatte zunächst Schwierigkeiten, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Insbesondere in den entscheidenden Spielphasen fehlte zunächst die nötige Konsequenz, um eigene Akzente zu setzen.

Umso bemerkenswerter war die Reaktion der Mannschaft im weiteren Verlauf:

  • Der TV Eibach steigerte sich sichtbar in allen Mannschaftsteilen
  • Die Angriffsaktionen wurden deutlich präziser
  • Gleichzeitig stabilisierte sich die Defensive merklich

Mit großem Einsatz und hoher kämpferischer Qualität arbeitete sich das Team Stück für Stück zurück in die Partie und konnte schließlich zum viel umjubelten 4:4 ausgleichen

In der entscheidenden Phase gelang es dem NLV jedoch, die letzten Prozentpunkte an Stabilität und Durchschlagskraft abzurufen. Eibach hingegen fehlte in den Schlussmomenten das nötige Quäntchen Glück sowie die letzte Konsequenz, um das Spiel vollständig zu drehen und sich für die starke Aufholjagd zu belohnen.

Trotz der Niederlage kann der TV Eibach auf dieser Leistung aufbauen. Die gezeigte Moral, die mannschaftliche Geschlossenheit sowie die Fähigkeit, auch aus schwierigen Situationen zurückzukommen, sind klare positive Signale für die kommenden Spieltage.

Einen Tag später stand man gegen den TSV Pfungstadt schon gehörig unter Druck und konnte dem Favoriten einen Satz abnehmen, zu mehr reichte es aus der Sicht des TVE nicht

TV Schweinfurt-Oberndorf mit zwei bitteren Niederlagen

Der TV Schweinfurt-Oberndorf musste an diesem Spieltag gleich zwei empfindliche Niederlagen hinnehmen und gehört damit zu den großen Verlierern des Wochenendes. Beide Partien gingen jeweils mit 1:5 verloren, wodurch das Team wertvolle Punkte im Kampf um die obere Tabellenhälfte einbüßte.

In der Begegnung gegen den TV Stammheim zeigte sich insbesondere die offensive Stärke des Gegners als entscheidender Faktor. Stammheim agierte mit konsequentem und druckvollem Angriffsspiel, während die eigene Defensive zwar phasenweise stabil stand, insgesamt jedoch nicht ausreichend Entlastung schaffen konnte. Oberndorf fehlte es in dieser Partie an Durchschlagskraft im eigenen Angriff, um dem Spiel eine Wende zu geben.

Im anschließenden Heimspiel gegen den TV Vaihingen/Enz präsentierte sich die Mannschaft zwar verbessert, konnte jedoch auch hier keine Punkte verbuchen. Trotz einzelner guter Phasen und einer insgesamt engagierten Leistung gelang es nicht, die spielentscheidenden Momente für sich zu entscheiden.

Die beiden Niederlagen wiegen umso schwerer, da sich damit bereits früh abzeichnet, dass der Anschluss an das obere Tabellendrittel schwieriger wird. Der TV Schweinfurt-Oberndorf steht nun unter Zugzwang, in den kommenden Spieltagen zu punkten, um den Anschluss an die Spitzengruppe nicht zu verlieren. Hat aber auch mit Calw und Pfungstadt zwei absolute Schwergewichte vor der Faust

Tabellensituation

Nach dem Spieltag ergibt sich ein erstes Bild in der Tabelle:

  • Der TV Pfungstadt übernimmt die Tabellenführung (noch ungeschlagen)
  • Dahinter folgen mehrere Teams punktgleich mit vier Zählern (Vaihingen/Enz, Stammheim, Calw und der NLV Vaihingen)
  • Am Donnerstag empfängt der TSV Pfungstadt den TV Stammheim zum Spitzenspiel

Link zur Tabelle 

Zurück
Erima GHP Kammachi Sportastic Ludwig Lobi