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Bundestrainerin Silke Eber: Wir haben das Potenzial für die Titelverteidigung!

> Die EM im Blick: Bundestrainerin Silke Eber freut sich auf die Titelkämpfe in Tschechien (Foto: Christian Kadgien)

Lazne Bohdanec (DFBL/ssp). Am Freitag beginnt im tschechische Lazne Bohdanec die Faustball-Europameisterschaft der Frauen statt – mit einer neuen Rekordteilnehmerzahl: Erstmals nehmen neun Nationen an einer Frauen-EM teil. Deutschland trifft in der Vorrunde am Freitag auf Gastgeber Tschechien, Italien, Dänemark und Österreich. Im Vorfeld der EM spricht Bundestrainer Silke Eber über die neuen Faustball-Nationen, den jungen deutschen Angriff und die Ziele am kommenden Wochenende.

Am vergangenen Wochenende hat die weibliche U18 bei der Europameisterschaft in Hohenlockstedt recht souverän den Titel gewonnen. Hast du die Spiele verfolgt, wie bewertest du Leistung der Mannschaft?

Ja klar habe ich die Spiele mitverfolgt. Es war ein sehr souveräner Auftritt unseres U18-Teams, man hatte irgendwie nie das Gefühl, die Sache könnte schief gehen. Tolle Leistung! Schade nur, dass nur drei weibliche U18-Teams am Start waren.

Nach der Jugend-EM ist vor der Frauen-EM. Für euch geht es am Freitag und Samstag in Tschechien um die Titelverteidigung. Wie sieht der Plan bis zum Auftaktspiel aus. Wann kommt das Team zusammen, stehen noch einmal gemeinsame Trainingseinheiten auf dem Programm?

Wir reisen am Mittwoch nach Tschechien und werden am Donnerstagvormittag noch einmal gemeinsam trainieren und uns auf die Gegebenheiten vor Ort einstellen.

Zum ersten Mal nehmen an einer Frauen-Europameisterschaften neun Mannschaften teil. Neben Belgien, Serbien und Polen, die bereits bei der WM dabei waren, tritt erstmals auch Dänemark mit einem Team an. Wie bewertest du diese Entwicklung? Könnte das Leistungsgefälle in den Vorrundengruppen zu deutlichen Spielen führen, die für die Zuschauer uninteressant werden?

Das ist eine nicht ganz so einfache Geschichte. Ich bin da ein bisschen hin und hergerissen! Grundsätzlich bewerte ich es als sehr, sehr positiv, dass nun auch bei einer Frauen EM neun Teams dabei sind. Über Jahre hinweg haben sich immer nur die gleichen Teams gemessen, jetzt ist es eine EM, die ihren Namen auch verdient. Ich würde mir wünschen, dass es den „neuen“ Teams gelingt, nachhaltig zu arbeiten. Das geht mit einer guten Jugendarbeit an und hört dann mit einem guten Frauenteam auf. Die Basis ist und bleibt eine gute Nachwuchsarbeit, nur dann wird eine Mannschaft auch langfristig erfolgreich sein können. Wir haben in Deutschland eine gute Nachwuchsarbeit mit ersten Sichtungen auf Bundesebene im U13-U15-Bereich. Anja Reimer und ihre Trainerteam machen da seit Jahren gute Arbeit. Das zahlt sich aus, das ist sicherlich ein wichtiger Faktor unseres Erfolges. Ich war im letzten Jahr von Polen und Serbien bei der WM in Linz richtig begeistert, die haben bei ihrem ersten internationalen Auftritt tollen Faustball geboten. Ich hoffe, dass da noch weiter was wachsen kann. Es wird bei dieser EM sicherlich das ein oder andere deutlichere Spiel geben, gerade in der Vorrunde, aber es wird auch spannende Spiele geben, ich bin sehr zuversichtlich, dass wir eine tolle EM erleben werden.

Im Angriff reist ihr in diesem Jahr mit einem Altersschnitt von gerade einmal 22,3 Jahren an – nur Sonja Pfrommer ist älter als 21 Jahre. Birgt eine junge Angriffsreihe nicht auch Gefahren? Was ist den jungen Spielerinnen zuzutrauen?

Wir haben in Deutschland das Glück, dass wir gerade im Angriff viele sehr gute junge Spielerinnen haben. Da ist unglaublich viel Potenzial vorhanden. Natürlich brauchen diese Spielerinnen noch Zeit, sich zu entwickeln. Diese Zeit muss man ihnen auch geben, muss geduldig sein. Da sind Leistungsschwankungen durchaus normal, das kalkulieren wir auch ein. Sie dürfen sich jetzt bei der EM international präsentieren, das wird für alle eine gute und wichtige Erfahrung werden. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die drei Youngsters im Angriff ihre Sache gut machen werden.

Bei den vergangen vier großen Turnier (Europa- und Weltmeisterschaften) habt ihr jeweils den Titel geholt. Mit welchen Erwartungen und Zielen fahrt ihr nach Tschechien? Kann es überhaupt eine andere Zielsetzung als den erneuten Europameistertitel geben?

Ich glaube eine andere Zielsetzung als die Titelverteidigung würde uns niemand ernsthaft abnehmen. Klar ist der Titel unser Ziel und die Mannschaft hat auch das Potenzial, den Titel erneut holen zu können.

Vor zwei Jahren hat das deutsche Team im EM-Finale gegen Österreich gespielt, 2018 seid ihr im WM-Endspiel auf die Schweiz getroffen. Welche der beiden Nationen könnte in diesem Jahr zum ärgsten Widersacher im Kampf um den Europameistertitel werden?

Beide Teams werden uns das Leben schwer machen, das sind wir von den vergangenen Events ja auch gewohnt. Diese Europameisterschaft wird für uns kein Selbstläufer, wir rechnen sowohl gegen die Schweiz als auch gegen Österreich mit starker Gegenwehr.

Team Deutschland

Angriff

Pia Neuefeind (TV Unterhaugstett)
In dieser Feldsaison spielte die gebürtige Ahlhornerin für den Bundesliga-Aufsteiger aus Unterhaugstett. Beim WM-Titel 2016 und dem Erfolg bei der Heim-EM 2017 in Calw gehörte sie bereits zum deutschen Aufgebot.

Sonja Pfrommer (TSV Dennach)
Bereits bei der Weltmeisterschaft 2010 in Chile gehörte die erfahrenste Spielerin des EM-Teams zum deutschen Kader.

Henriette Schell (TSV Calw)
2016 gehörte sie zur Weltmeistermannschaft der weiblichen U18 in Nürnberg. In der abgelaufenen Hallensaison gewann die 20-Jährige mit dem TSV Calw den Deutschen Meistertitel.

Svenja Schröder (TV Segnitz)
Nach dem EM-Titel 2017 mit der weiblichen U18 gelang ihr im vergangenen Jahr der direkte Sprung in den A-Kader. Bei der Weltmeisterschaft der Frauen in Österreich hatte sie maßgeblichen Anteil am Halbfinalerfolg gegen Brasilien.

Zuspiel

Anna Lisa Aldinger (TSV Dennach)
Seit Jahren zieht sie in ihrem Heimatverein dem TSV Dennach im Zuspiel die Fäden, bei Bedarf kann sie aber auch in der Abwehr eingesetzt werden. Anfang Juli gewann sie mit dem TSV Dennach zum wiederholten Mal den Champions Cup.

Hinrike Seitz (TV Jahn Schneverdingen)
Seit vielen Jahren ist sie Führungsspielerin in Schneverdingen. Mit der deutschen Mannschaft hat sie bereits an drei Weltmeisterschaften teilgenommen – und dabei dreimal den WM-Titel gewonnen.

Abwehr

Annika Bösch (TV Jahn Schneverdingen)
Mit dem TSV Calw gewann sie in der Hallensaison den DM-Titel, danach zog es sie beruflich zurück in ihre Heimat in den Norden. Mit Schneverdingen qualifizierte sie sich mit dem ersten Platz in der Bundesliga Nord für die Feld-DM.

Michaela Grzywatz (Ahlhorner SV)
Zur Feldsaison wechselte die Abwehrspielerin aus Bardowick in den Landkreis Oldenburg. Nach der EM 2017 und der WM 2018 ist es für Grzywatz das dritte Turnier mit dem A-Kader.

Theresa Schröder (TV Jahn Schneverdingen)
Die großgewachsene Abwehrspielerin sorgt immer wieder für spektakuläre Rettungsaktionen. 2014 gelang Schröder, die auch im Angriff eingesetzt werden kann, erstmals der Sprung in die A-Nationalmannschaft

Luca von Loh (TV Jahn Schneverdingen)
Im vergangenen Jahr gewann sie mit der weiblichen U-18-Nationalmannschaft in den USA den Weltmeistertitel. Nur ein Jahr später gelingt er der direkte Sprung in den A-Kader.

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