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Pfungstadt natürlich bei der DM, Vaihingen muss runter

> Ajith Fernando vom TSV Pfungstadt (Foto: DFBL/Kadgien)

Pfungstadt (DFL/aga). Auch der TSV Calw konnte in Pfungstadt nichts holen – nicht schlecht gespielt aber 5:0 verloren. Oberndorf kann sich ebenfalls mit einem 5:0 gegen den TV Käfertal behaupten. Vaihingen ist abgestiegen – Offenburg ist sicher in der nächsten Saison weiter erstklasssig. Der TV Augsburg fiebert dem Duell mit dem TV Unterhaugstett entgegen

TSV Pfungstadt –  TSV Calw 5:0
(11:8, 11:7, 11:9, 11:5, 11:5)           

Auch wenn von den Gästen vor der Pause viel Gegenwehr kam: Die Faustballer des TSV Pfungstadt blieben zum Auftakt der Bundesliga-Endrunde einmal mehr ohne Satzverlust und sind auch in dieser Runde nicht zu schlagen. Im Spitzenspiel gegen den als Tabellenzweiter angereisten TSV Calw gingen sie zuhause mit 5:0 (11:8, 11:7, 11:9, 11:5, 11:5) als verdienter Sieger vom Platz und beseitigten damit die letzten theoretischen Zweifel am Gewinn der Südmeisterschaft wie auch an der Qualifikation für die deutschen Titelkämpfe, die am 31. August und 1. September in Kellinghusen (Schleswig-Holstein) stattfinden.

Wie Kapitän Patrick Thomas gehofft hatte, wurde die Partie gegen Calw zu einem guten Test für den Europapokal, den die Pfungstädter am kommenden Wochenende als Titelverteidiger selbst austragen. Die Gäste hielten mit durchschlagkräftigem Angriff ihres Schweizer Nationalspielers Raphael Schlattinger bis zur Pause „sehr gut mit“, sah TSV-Abwehrspezialist Andrew Fernando die Partie auf hohem Niveau.

Hatte sich seine Mannschaft in den ersten drei Sätzen immer erst gegen Ende hin absetzen können, ließ sie jedoch nach der Pause nur noch jeweils fünf Ballpunkte in den letzten beiden Durchgängen zu. „Da waren wir konstanter, und Patrick hat vorne die entscheidenden Bälle konsequent verwertet“, so Fernando, der sich in seinem letzten Liga-Einsatz für Pfungstadt sehr freute, ohne Satzverlust geblieben zu sein.

Der langjährige TSV-Spieler wird nun am kommenden Wochenende beim Europapokal seinen Abschied nehmen. „Wäre schön, mit einer Goldmedaille aufzuhören“, hofft der 29-jährige auf einen letzten Titelgewinn mit Pfungstadt – es wäre der siebte im Feld und der insgesamt dreizehnte auf europäischer Ebene. Welch eine Bilanz.

 

TV Vaihingen/Enz – TV Augsburg 3:5
(11:2, 15:13, 5:11, 11:9, 4:11, 8:11, 4:11, 6:11)        

Vaihingen. Waren die Vaihinger im Hinspiel in Augsburg noch ein bisschen wie das Kaninchen vor der Schlange gestanden, kamen sie im Rückspiel richtig gut in die Partie. „Wir haben am Anfang zwar unsere ein, zwei Schlagfehler gemacht. Aber alles andere hat funktioniert“, berichtet TVV-Trainer Markus Knodel. Die logische Konsequenz: Von den ersten vier Sätzen holten die Vaihinger drei. Auch ein Verdienst von Jakob Kilpper. Der defensivstarke Zweitschläger „hat vorne rechts unheimlich viel Ruhe reingebracht. Das hat den anderen Jungs eine ganz andere Sicherheit gegeben“, erklärt Markus Knodel. „Er ist halt ein Spieler, der schon einige Erfolge gefeiert hat, andere auch mal anleiten und die anderen mitziehen kann. Er war der Garant, dass wir die drei Sätze gewonnen haben, und wenn es manchmal nur wegen der Stimmung auf dem Feld war.“

Doch dann machte sich langsam bemerkbar, dass fünf von den acht TVV-Spielern am Vormittag bei den württembergischen U-18-Meisterschaften beim NLV Vaihingen im Einsatz waren und bereits vier Spiele in den Knochen stecken hatten. „Das hätte optimaler laufen können. Und ich will nicht ausschließen, dass das auch eine Rolle gespielt hat, obwohl ich bei den U-18-Titelkämpfen viel durchgewechselt hatte“, erklärt Markus Knodel. Dazu kam, dass Jakob Mahn im Stuttgarter Süden ausgerutscht war, worauf sein Knie angeschwollen ist. „Damit fehlte eine gute Option am Schlag – vor allem bei den Temperaturen“, berichtet Markus Knodel.

Denn mit zunehmender Spieldauer schlichen sich wieder „viel zu viele Flüchtigkeitsfehler“, bemängelt der TVV-Übungsleiter, ein. Mal rutschte ein vermeintlich leichter Ball einem Abwehrspieler über den Arm. Dann war das Zuspiel zu ungenau, so dass der Schlagmann aus dem Hohlkreuz schlagen musste. Und wenn das Spielgerät doch einmal sauber auf der Leine lag, schlug der Angreifer in die Leine oder ins Aus. „Das sieht man, dass es noch keine Bundesligamannschaft ist, sondern dass die Jungs alle noch Zeit brauchen“, berichtet Markus Knodel. „Wenn der Gegner den Ball abwehrt, habe ich allerdings auch das Gefühl, dass meine Angreifer denken, jetzt muss ich noch härter und noch härter schlagen. Dabei wäre manchmal ein platzierter Ball besser.“

Allerdings steigerten sich die Augsburger auch. „Sie haben ab dem fünften Satz kaum noch einen Abwehrfehler gemacht und auch viele schwierge Bälle sauber abgewehrt. Und fast jeden Ball hatten sie perfekt auf der Leine“, erklärt der Vaihinger Trainer. „Deshalb darf man auch nicht alles schlechtreden. Wir haben ein echt gutes Spiel gemacht, auch wenn es hintenraus etwas abgeflacht ist.“

 

TV Vaihingen/Enz – FBC Offenburg 1:5
(3:11, 9:11, 7:11, 11:13, 11:2, 9:11)   

Einen Tag darauf folgte dann schon das Duell mit dem FBC Offenburg. „Man hat den Jungs angemerkt, dass sie geschlaucht waren. Da kamen zu den üblichen Unkonzentriertheiten noch ein paar mehr dazu“, berichtet Markus Knodel. Dennoch wäre mehr drin gewesen als das 1:5, ist sich der TVV-Übungsleiter sicher. Im vierten Abschnitt führten die Vaihinger beispielsweise bereits mit 10:7 und hatten bei 11:10 einen vierten Satzball. Der Durchgang ging aber an den FBC. „Da kam dann die Klasse der Offenburger durch. Sie haben zwei Mal wirklich klasse abgewehrt“, berichtet Markus Knodel. „Dazu kamen von uns zwei Leichtsinnsfehler.“ Und auch im sechsten Durchgang hätten die Vaihinger sich einen Satzgewinn verdient gehabt. „Man hat gemerkt, dass bei den Offenburger Angreifern nicht mehr alles so lief. Die Hitze hat sie auch ganz schön geschlaucht“, berichtet der TVV-Trainer. Doch es fehlte das Quentchen Glück. Markus Knodel: „Wenn die Offenburger ihr Spiel aufziehen mit jedem Ball auf der Leine, ist das phänomenal. Aber wir haben nicht schlecht gespielt. Mit etwas mehr Glück hätten wir vielleicht den sechsten Satz holen können. Vielleicht hätten wir die Offenburger dann noch mal ein bisschen in die Bredouille bringen können.“

 

TV 1880 Käfertal – TV SW-Oberndorf 0:5
(9:11, 8:11, 14:15, 6:11, 7:11)           

Bei über 30 Grad legte der TVO in einem offenen Schlagabtausch schnell mit 2:0 vor. Der Gastgeber aus Käfertal konterte und es entwickelte sich ein ausgeglichener erster Satz. Aus einer sicheren Abwehr heraus kam der TVO immer wieder zu schnellen Punkten, trotzdem konnte man sich nie entscheidend absetzen, da Käfertal aus der Angabe zu Punkten kam.Zum Satzende war es dann der TVO der nochmal zulegen und die letzten Ballwechsel für sich entscheiden konnte.

Abwehrspieler Johann Habenstein: „Das Satzende im ersten Satz war typisch für den Spielverlauf. In den entscheidenden Phasen konnten wir immer noch einen Gang hochschalten. Das war heute der Schlüssel zum Erfolg.“

In den zweiten Satz startete der TVO wiederum sehr konzentriert. Erst nach einer schnell herausgespielten Führung stockte das Oberndorfer Spiel und Käfertal konnte verkürzen. Zum Satzende war es dann aber wieder der TVO der aus einer starken Abwehr heraus zu einem 11:8 Satzgewinn kam. Der dritte Satz war bis zur Satzmitte eine Kopie des zweiten Satzes.

Der TVO spielte weiterhin guten Faustball, Oliver Bauer konnte mit variablem Angabenspiel überzeugen und defensiv spielte der TVO weiter auf hohem Niveau. Zur Satzmitte lag man mit 7:3 in Front, bevor Käfertal besser ins Spiel fand und der TVO erstmals unkonzentriert agierte. Bei 8:10 hatte der TV Käfertal die ersten Satzbälle. Den Rückstand nahm der TVO wiederum als Anlass, um gegen Satzende eine Schippe drauf zu legen. In dieser Phase des Spiels zeigten beide Teams spektakuläre Ballwechsel und der TVO konnte sieben Satzbälle abwehren und sich bei 15:14 mit einem Punkt und damit dem dritten Satzgewinn belohnen.

Nach dem glücklichen Satzgewinn vor der Satzpause kam der TVO entschlossen zurück auf das Feld und Käfertal war die Enttäuschung über den knappen Satzverlust anzumerken. In den Sätzen vier und fünf konnte der TVO das Niveau weiter hoch halten und dominierte das Spiel. So kam man über ein 11:6 und ein 11:7 zu einem deutlichen Auswärtssieg in Mannheim.

Damit hat der TVO gute Karten im Kampf um die DM Plätze. „Wir haben heute gut gespielt und verdient gewonnen. Wir sind momentan gut drauf und freuen uns auf das kommende Wochenende“ Spielführer Fabian Sagstetter zur Ausgangslage für die entscheidenden Wochen der Saison. 

Aufgrund der Niederlage von Calw in Pfungstadt steht der TVO nun sogar auf Platz zwei der Tabelle. Weiter geht es für das Bundealigateam bereits am kommenden Wochenende mit dem EFA Cup in der Schweiz.

Damit steht der TVO durch den vierten Platz an der letztjährigen deutschen Meisterschaft nach 2016 wieder in einem europäischen Pokalwettbewerb. Ziel ist es, im zweithöchsten Europapokal, vergleichbar mit der Europa League im Fußball, die Gruppenphase zu überstehen und dann um den Einzug ins Halbfinale zu spielen.

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