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12. Oktober 2018 | Allgemein | Bundesligen | Events

„Kein DM-Ausrichter, dann gibt es keinen Deutschen Meister“

> Volle Halle, tolle Stimmung bei der Männer-DM: Wird es das 2019 nicht geben? Foto. DFBL/Schönwandt

Ahlhorn (DFBL/bec). Für die DM-Endrunde der Männer hat sich noch immer keine Ausrichter gefunden. Warum ist das so? Darüber spricht DFBL-Präsident Ulrich Meiners jetzt im Interview.

Ulrich Meiners, In wenigen Tagen starten die Bundesligisten in die Hallensaison. Während bei den Frauen mit dem SV Moslesfehn ein Ausrichter für die DM-Endrunde schon lange feststeht, ist diese Veranstaltung bei den Männern noch immer nicht vergeben. Macht man sich bei der DFBL schon Sorgen?

DFBL-Präsident Ulrich Meiners: „Grundsätzlich sollten die Ausrichter der Meisterschaften ein Jahr vorher feststehen. Das schaffen wir auch meistens. Dass es jetzt zu Beginn der Hallensaison für die Spitzenveranstaltung noch keinen Ausrichter gibt, ist dramatisch. Sorgen macht sich nicht nur das DFBL-Präsidium, Sorgen müssten sich alle engagierten Faustballer in Deutschland machen!“

Was würde es denn konkret bedeuten, wenn sich kein Ausrichter findet? Gibt es keine DM? Gibt es sogar keinen Deutscher Meister? Oder gibt es einen Notfallplan?

Meiners: „Es gibt keinen Plan B ! Es gäbe keine DM und auch keinen Deutschen Meister im Hallenfaustball 18/19 der Männer! Ich hoffe deshalb stark, dass sich in den nächsten Wochen noch jemand findet!“

Warum ist es denn so schwierig, jemanden zu finden?

Meiners: „Man kann nicht leugnen, dass die Ausrichtung einer Deutschen Meisterschaft der Frauen und auch der Männer Arbeit und Engagement erfordert. Viele Bundesligisten fahren scheinbar lieber zu den großen Events, als diese Veranstaltung selbst in die Hand zu nehmen. Dabei bietet gerade die Ausrichtung eines solchen Events große Chancen für den Verein: Schaffung von Zusammengehörigkeitsgefühl, Aktivierung neuer Mithelfer, bessere Selbstdarstellung besonders in den lokaken Medien, Präsentation der eigenen Mannschaft vor einem größeren Heimpublikum und vieles mehr …“

Was kommt auf einen Ausrichter zu? Wie hoch ist z. B. das Risiko?

Meiners: „Es gibt einen Ausrichtervertrag, in dem die Rahmenbedingungen beschrieben sind. Viele Punkte sind aber mit dem DFBL-Präsidium verhandelbar. Das finanzielle Risiko ist vorhanden, aber überschaubar. Allein durch das bei diesen Meisterschaften vorhandene Stammpublikum werden die investiven Ausgaben mehr als abgedeckt. Ich kennen keinen Verein, der in den letzten zehn Jahren – und ich war bei allen Meisterschaften – nicht ein erhebliches Plus gemacht hat!“

DFBL-Präsident Ulrich Meiners. Foto: efa

Ihr habt beim Ahlhorner SV schon diverse Meisterschaften und DMs auf die Beine gestellt. Was sind Eure Erfahrungen? Oder anders gefragt: Warum lohnt es sich für einen Verein, sich zu bewerben?

Meiners: „Wir haben vereinsintern die Maßgabe, dass wir mindestens alle zwei Jahre eine Deutsche Meisterschaft – in welcher Klasse auch immer – ausrichten wollen und müssen, möglichst auch öfter. Nur so können wir unsere umfangreiche Jugendarbeit und die Kosten der Bundesliga-;annschaften abdecken. Nicht nur dieser finanzielle Aspekt zählt. Wir erhalten deutlich mehr Anerkennung durch die Kommune. Wir schaffen deutlich mehr Identifizierung mit dem Verein durch die Erfolgserlebnisse der Ausrichtung von gelungenen Deutschen Meisterschaften.“

Können potentielle Ausrichter mit tatkräftiger Unterstützung von Seiten der DFBL rechnen – vielleicht sogar mit finanzieller Hilfe?

Meiners: „Die DFBL unterstützt mit allen ihren Möglichkeiten. Gerade im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit können wir inzwischen einen bewährten und ausgezeichneten Mitarbeiterstab aufbieten, die jede Meisterschaft auf hohem Niveau präsentiert.“

Es gibt Stammgäste bei den DMs, die noch nie oder schon lange nicht mehr Gastgeber gewesen sind – habt ihr versucht, diese bei der Ehre zu packen?

Meiners: „Wir haben nichts unversucht gelassen … Eigentlich müsste jeder Top-Bundesligist – schon im eigenen Interesse – alle zwei Jahre eine Spitzenveranstaltung auf die Beine stellen! Das machen uns die Schweizer und Österreicher immer wieder vor. Dort läuft es fast wie selbstverständlich.“

Abschlussfrage: Auch EFA-Veranstaltungen sind immer noch unbesetzt – ist die Zahl der Events, die 2019 in Deutschland stattfinden sollen, für den Faustball vielleicht zu groß?

Meiners: „In 2019 haben wir nicht mehr Veranstaltungen als in den Jahren zuvor. Ich erwarte eigentlich von den beteiligten deutschen Vereinen, diese Chance der Ausrichtung einer internationalen Veranstaltung zu nutzen. Auch hier unterstützt die DFBL. Gerade hier kann man größere Aufmerksamkeit und Beachtung in den Medien und bei Sponsoren erreichen!“

Vielen Dank für die ehrlichen Worte.

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