Frauen 1. Bundesliga Nord & Süd – am zurückliegenden Spielwochenende

Foto: Uwe Spille

Frauen 1. Bundesliga Nord – Favoriten Siege und ein dezimiertes Bundesliga Programm

Am zurückliegenden Spielwochenende prägten vor allem die Duelle in Brettorf und Ahlhorn das Geschehen in der Faustball-Bundesliga Nord – auch weil nicht alle Mannschaften im Einsatz waren. Während in Brettorf wichtige Punkte im Abstiegskampf vergeben wurden und sowohl der Gastgeber als auch der SV Moslesfehn mit starken Auftritten überzeugten, präsentierte sich der Ahlhorner SV vor heimischer Kulisse in beeindruckender Form.

TV Brettorf – TSV Wiemersdorf 3:0 (11:4; 11:6; 11:8); TV Brettorf – SV Moslesfehn 1:3 (5:11; 5:11, 11:5, 4:11); TSV Wiemersdorf – SV Moslesfehn 0:3 (5:11; 4:11; 10:12)

Die Gastgeber aus Brettorf traten von Beginn an konzentriert und körperlich präsent auf. Mit druckvollen Angaben und einer stabilen Abwehrkette ließen die Schwarz-weißen dem TSV Wiemersdorf kaum Raum zur Entfaltung. Die Gäste fanden über weite Strecken keine Mittel, um dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. So entwickelte sich eine klare Angelegenheit, die Brettorf souverän mit 3:0 für sich entschied und damit wichtige Punkte im Abstiegskampf sammelte. Ganz anders präsentierte sich Moslesfehn in der zweiten Begegnung des Tages. Obwohl feststeht, dass das Team nach der Saison aufhören wird, waren sie kein leichter Gegner. Im Derby gegen Brettorf zeigten die Mosis ihre wohl beste Leistung des Spieltags. Mit beeindruckender Defensivarbeit, präzisen Zuspielen und einer überragenden Angriffsreihe gelang es dem SVM, die Heimmannschaft immer wieder unter Druck zu setzen. In den entscheidenden Momenten blieb die Mannschaft nervenstark und verdiente sich so einen viel umjubelten Sieg im brisanten Lokalduell. Auch in der letzten Partie konnte Wiemersdorf nicht an die erwartete Gegenwehr anknüpfen. Der TSV zeigte zwar kämpferische Ansätze, blieb aber insgesamt chancenlos. Der SVM knüpfte nahtlos an die Leistung aus dem Derby an, kontrollierte das Spielgeschehen über weite Strecken und entschied die Partie letztlich verdient mit 3:0 für sich.

Ahlhorner SV –   MTV Wangersen 3:0 (11:4, 11:9, 11:8); Ahlhorner SV – TSV Hagen 1860 3:0 (11:6; 11:2, 11:9); MTV Wangersen – TSV Hagen 1860 3:1 (12:10; 7:11; 11:9; 11:5)

Von Beginn an drückte Ahlhorn den Spielen seinen Stempel auf. Selbstbewusst setzte der ASV um Jordan Nadermann die Gäste permanent unter Druck. Hagen und Wangersen kämpften zwar tapfer, fanden aber kaum Lösungen gegen die konsequenten Aktionen der Gastgeber. So waren beide Spiele ungefährdete 3:0-Erfolge des ASV.

Das Duell der Gästeteams entwickelte sich anschließend zu einer packenden Begegnung. Hagens Trainer Andreas Schmitz gelang es, seine Mannschaft hervorragend einzustellen, so dass sich gegen Wangersen ein Spiel auf absoluter Augenhöhe entwickelte und sogar ein Satzgewinn drin war. Alle Sätze waren hart umkämpft, geprägt von langen Ballwechseln, mutigen Angriffen und taktischer Disziplin auf beiden Seiten. Am Ende entschied aber vor allem die Konstanz und die Erfahrung des MTV Wangersen über den Ausgang dieser Partie.

Frauen 1. Bundesliga Süd

Für die Überraschung des zweiten Spieltags sorgte der TV Unterhaugstett, der in Ötisheim zwei wichtige Siege für den Klassenerhalt einfuhr. Ein leidtragender Gegner war der TV Segnitz, der ohne zwei Schlagfrauen antrat und prompt die erste Saisonniederlage kassierte. Auch Unterhaugstetts Nachbarn, die Teams aus Dennach und Calw, zahlten jeweils vier Zähler auf ihre Punktekonten ein.

TV 1880 Käfertal – TSV Pfungstadt 2:3 (11:5, 11:5, 8:11, 7:11, 9:11); TSV Calw – Käfertal 3:0 (13:11, 11:9, 11:9); Pfungstadt – Calw 2:3 (9:11, 9:11, 11:6, 11:4, 8:11)

Der Spieltag in Pfungstadt war mit Spannung erwartet worden. Käfertal und Pfungstadt spielen seit Jahren im (vorderen) Mittelfeld der Südstaffel-Tabelle und durften sich Hoffnungen auf Erfolge gegen den ausgedünnten Calwer Kader machen – u.a. ohne die Nationalspielerinnen Henriette Schell und Ida Jungclaussen. Daraus wurde nichts. Aber der Reihe nach. Zunächst beharkten sich die „Käfer“ und das Heimteam Pfungstadt. Die Hessinnen verschliefen gleich zwei Sätze, dann kam der Wendepunkt. Käfertals Abwehrspielerin Yasmin Yasin verletzte sich heftig am Knie, ihre Teamkolleginnen reagierten geschockt und Pfungstadt nutzte die Gunst der Stunde. „Wir waren zunächst wie ein Hühnerhaufen herumgerannt, nur unsere Angreiferin Teresa (Spadinger) hatte uns im Spiel gehalten“, berichtete TSV-Kapitänin Kim Trautmenn. „Dann konnten wir das Ding mit einer guten Leistung drehen.“

Anschließend versuchte Käfertal, den Calwer Löwinnen die Zähne zu ziehen. Probates Mittel sollte das permanente Anspiel auf die bis dahin alleinige Schlagfrau der Schwäbinnen, Fenja Stallecker, sein. Deren Teamkolleginnen brachten nicht genug Druck in den Rückschlag. TSV-Neutrainer Rolf Schlotter forderte Geduld von seinen Schützlingen ein und brachte mit Helena Bär Calws Angreiferin aus der zweiten Mannschaft. Mit ihrer Hilfe kam mehr Ruhe ins Spiel der Schwarzwälderinnen, die in allen Sätzen den entscheidenden Zwei-Bälle-Vorsprung ins Ziel brachten. Im Duell Pfungstadt gegen Calw entwickelte sich eine Begegnung auf Augenhöhe, in der das Heimteam einen 0:2-Satzrückstand beinahe drehte. Zunächst glichen die Pfungstädterinnen zum 2:2 aus. Im entscheidenden Durchgang führten sie beim letzten Seitenwechsel bereits und kurz darauf mit 8:6. Doch zwei gut aufgebaute Angriffsbälle segelten knapp ins Aus, die Calwerinnen jubelten.

TSV Dennach – TV SW-Oberndorf 3:0 (11:8, 11:4, 11:8); TV Stammheim – Dennach 0:3 (3:11, 4:11, 3:11); SW-Oberndorf – Stammheim 2:3 (13:15, 11:9, 11:8, 4:11, 6:11)

Wenig Federlesens machten die haushoch favorisierten Pink Ladies in ihrer Sporthalle Neuenbürg mit den Aufsteigerinnen aus Stuttgart und Schweinfurt. Ein klarer Sieg gegen SW-Oberndorf, eine noch deutlichere Abfuhr für den TV Stammheim – und schon war der kurze Spieltag für den amtierenden Meister gelaufen. Umso länger dauerte die hart umkämpfte Begegnung der Gäste-Teams, denn hier waren zwei immens wichtige Zähler im Abstiegskampf zu vergeben. Am Ende jubelten die Spielerinnen aus der schwäbischen Landeshauptstadt und ihr Trainer Flo Gruner: „Wir haben es Dennach mit zahlreichen Eigenfehlern zu leicht gemacht. Gegen Schweinfurt haben wir uns schwergetan, jeder Satz war auf Messers Schneide. Dann aber haben wir einen ruhigen Spielaufbau hinbekommen und die Sätze vier und fünf verdient gewonnen.“ Mit der Pleite im Duell der Aufsteiger-Teams trägt der TV SW-Oberndorf die rote Laterne und bleibt sieglos.

TSV Ötisheim – TV Unterhaugstett 2:3 (7:11, 6:11, 11:8, 11:7, 10:12); TV Segnitz – Ötisheim 3:0 (11:8, 11:8, 11:7); Unterhaugstett – Segnitz 3:2 (11:6, 4:11, 11:6, 10:12, 11:9)

Überraschungen in Ötisheim: Das Heimteam musst sich nach schwachem Spielstart dem TV Unterhaugstett beugen. Es sah in der Öläcker-Sporthalle zunächst aus, als ob die Heimischen einen 0:2-Satzrückstand drehen könnten, doch der fünfte Satz war schwer umkämpft und die TVU-Frauen hatten am Ende die besseren Argumente. Auch gegen Tabellenführer TV Segnitz, der allerdings ohne seine Star-Angreiferin Svenja Schröder und Neu-Segnitzerin Lea Hoyer anreiste, hatte Ötisheim seine Probleme. Auf TVS-Seite hatte die nun alleinige Schlagfrau Luisa Kaemmer alles im Griff. Nicht so jedoch gegen den TV Unterhaugstett, der clever agierte und einmal mehr mit Kampfgeist und am Ende mit Nervenstärke überzeugte. Bitter für Segnitz, das sich nun in einem Viererpack mit jeweils 6:2 Punkten wiederfindet. Vera Sauerbrunn, Kapitänin des TV Unterhaugstett, hingegen war natürlich glücklich: „Wir haben als Mannschaft richtig gut zusammengespielt  und uns auch in schwierigen Phasen zurückgekämpft. Natürlich, Segnitz war nicht in voller Stärke da, aber diese Chance konnten wir heute auch nutzen.“

Am nächsten Wochenende ruht der Ball in der 1. Bundesliga Süd, weiter geht’s am 30. November beim TV Unterhaugstett (Gegner Dennach und Pfungstadt), TV Segnitz (SW-Oberndorf, Käfertal) sowie TV Stammheim (Calw, Ötisheim).

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