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Finale! Deutschland gewinnt 5-Satz-Krimi gegen Brasilien

> Deutscher Jubel über den Finaleinzug (Foto: DFBL/Spille)

Linz (DFBL/bec). Der Traum vom Titel-Triple lebt weiter! In einem spannenden, spektaktulären und teils verrückten Halbfinale der Frauen-WM von Linz setzt sich Deutschland knapp mit 3:2 Sätzen gegen Brasilien durch.

 

Nachdem die Schweiz im ersten Semifinale den Gastgeber Österreich in einem ebenso dramatischen 5-Satz-Spiel bezwungen hatte, startet Deutschland mit seinen erfahrensten Spielerinnen in die Neuauflage des WM-Endspiels von 2016 gegen die Brasilianerinnen: Sonja Pfrommer, Stephanie Dannecker, Hinrike Seitz, Annika Bösch und Theresa Schröder bilden die Starting Five.

Die muss gleich einen 3-Punkte-Rückstand rückstecken, denn Brasilien startet gegen die tief stehende Sonne furios. Nach Kurzball von Isabelle Lucchin steht es schnell 3:0. Deutschland zeigt seine berüchtigten Kämpferqualitäten und hat zur Satzmitte die erste Führung erreicht – 5:4. Beide Teams sind auf Augenhöhe, vor allem beim Service sind sowohl Tati Schneider als auch Sonja Pfrommer effektiv. Den ersten Satzball hat der Titelverteidiger, nachdem Isabella ins Netz schlägt. Genutzt wird erst der zweite – Steffi Dannecker macht das 12:10.

Auch auf der vermeintlich besseren Seite und mit der Sonne im Rücken gibt es einen schnellen Rückstand – diesmal kann er jedoch nicht wieder umgebogen werden. Unsicherheiten in der deutschen Defensive werden von den Südamerikanerinnen konsequent genutzt, das 4:8 ist die Vorentscheidung im Satz. Eine Ausangabe von Dannecker, die das Service von Pfrommer übernommen hat, bringt Brasilien einen komfortablen 10:5-Vorsprung. Zweimal ist der Titelverteidiger noch erfolgreich, dann schlägt Pfrommer ins Netz und Brasilien gleicht mit 11:7 aus.

Das Drama geht weiter – erneut mit deutschem Rückstand und immer wieder Abstimmungsproblemen. Bundestrainerin Silke Eber reagiert, bringt bei 6:8-Rückstand Youngster Svenja Schröder für Doppelweltmeisterin Sonja Pfrommer. Brasilien ist weiter gnadenlos effektiv, holt sich die nächsten Satzbälle bei 10:8. Dann schlägt die Stunde von Svenja Schröder aus Eibach: Sie punktet dreifach – und weil Brasilien auch noch ein Leinenfehler unterläuft, geht der eigentlich schon verloren geglaubte Satz doch noch an die Deutschen – 12:10.

Die Brasilianerinnen lassen sich von dieser kalten Dusche nicht schocken. Auch eine 5:3-Führung des Weltmeisters zur Satzmitte bringt das Team nicht aus der Fassung. Weil Team Deutschland weiter Fehler einstreut, steht es plötzlich 7:6 für Brasilien. Zweiter Wechsel bei den Deutschen: Anna-Lisa Aldinger übernimmt den Abwehr-Part von Annika Bösch. Über die eingewechselte Dennacherin erspielt Brasiliens Tati ihrer Auswahl Satzbälle. Sie nutzt gleich Nummer eins zum erneuten Satzausgleich – 11:8.

Foto: Valentin Weber/IFA

In der 10-Minuten-Pause vor dem entscheidenden fünften Satz wirken die deutschen Spielerinnen und Trainer sprach- und ratlos, während sie Abkühlung im Schatten suchen. Doch urplötzlich läuft es wieder: Erst gibt es die erste Führung in einem Satz, dann wird ein 1:2-Rückstand sofort wieder egalisiert. Svenja Schröder rettet einen Ball unter der Leine sensationell, Steffi Dannecker punktet wieder und es geht mit einem komfortablen 6:2 ein letztes Mal auf die andere Seite. Brasilien, das nur mit einem 7er-Kader nach Österreich gekommen ist, wirkt nun krädtemäßig deutlich angeschlagen, während Deutschland mal wieder seinen Ruf als Meister der Effektivität zeigt. Über 7:2, und 9:5 geht es zum 10:6 und zu den ersten Matchbällen. Einmal noch zittern, dann versenkt Dannecker das letzte Service des Abends zum 11:7-Satz und 3:2-Spielgewinn.

Nach dem Finalerfolg von Dresden 2014 und dem WM-Gold von Curitiba 2016 kann der Rekordweltmeister am Samstag (18 Uhr, live auf ifa-fistball.tv) das dritte Gold in Serie holen – Gegner sind ab 18 Uhr die starken Schweizerinnen, die immer noch auf eine Goldene warten.

Jan Hoffrichter, Scout (GER): „Wenn man gegen den Vizeweltmeister, spielt kann man schon mal mit einem knappen Halbfinale rechnen, das ist klar. Wir sind vorher aber davon ausgegangen, dass wir das Spiel gewinnen. Wir sind amtierender Weltmeister und wollen auch wieder Weltmeister werden! Wir waren mit dem Spiel ganz zufrieden.“

Sergio Muller, Co-Trainer (BRA): „Wir haben vor dem Spiel eine Taktikbesprechung gemacht, haben aber nicht in allen Sätzen das umsetzten können, was wir uns vorgenommen haben. Ich bin sehr stolz auf meine Defensive, die haben wirklich sehr gut gespielt. Unsere Schlüsselspielerin war natürlich Tatiane, die hatte allerdings nicht ihren besten Tag. Das kann passieren. Wir konzentrieren uns auf morgen. Gratulation an Deutschland!“

Deutschland – Brasilien 3:2 (12:10, 5:11, 12:10, 8:11, 11:7)

Für Deutschland spielten: Sonja Pfrommer, Stephanie Dannecker, Hinrike Seitz, Annika Bösch, Theresa Schröder, Svenja Schröder, Anna-Lisa Aldinger

Für Brasilien spielten: Isabella Lucchin, Angela Melo, Bianca Süffert, Tatiane Schneider, Rejane Sinhori

Hier geht’s zur Spielstatistik

 

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