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13. März 2019 | Allgemein | DM 2019 Mannheim | Events

Der DFBL-Teamcheck zur Männer-DM

> Wie im vergangenen Jahr Austragungsort der Männer-DM: Die GBG-Halle in Mannheim (Foto: DFBL/Schönwandt)

Mannheim (DFBL/aga/ssp). Nur ein Wochenende nach der Hallen-DM der Frauen stehen nun die Männer in den Startlöchern. Am Samstag und Sonntag wird in der Mannheimer GBG-Halle der nationale Titelträger ausgespielt. Großer Favorit dürfte der TSV Pfungstadt sein, der nach dem Vorrunden-Aus im vergangenen Jahr alles daran setzen wird, den Titel zurückzuholen. Doch auch Titelverteidiger VfK Berlin, Gastgeber TV Käfertal, Nordmeister Ahlhorner SV, der TV Vaihingen/Enz und die Youngster vom TV Brettorf wollen im Meisterschaftskampf ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Andreas Gruber und Sönke Spille geben einen Überblick.

Gruppe A

TSV Pfungstadt: Ein Nationalspieler muss auf die Bank

Nicht weniger als sechs Nationalspieler kann das Pfungstädter Ensemble aufweisen. In vorderster Front sind Patrick Thomas und Johannes Jungclaussen mittlerweile gut aufeinander eingespielt. Beide Angreifer sind defensiv und läuferisch sehr stark einzuschätzen – auch die Rotation zwischen den beiden funktioniert nahezu perfekt. Die Abwehrreihe des TSV dürfte wohl das Beste vom Besten sein was man so aufbieten kann – aber mindestens ein Nationalspieler muss immer auf der Bank Platz nehmen. Das ist ein Luxusproblem, aber mit dem kann man umgehen.

Es wird wohl so sein, wie es viele Faustballenthusiasten erwarten – den Titel aus 2018, den man „ausgeliehen“ hat an die Bundeshauptstadt, holen sich die „Gelben“ zurück. Zu eindeutig verliefen die letzten Großveranstaltungen für den TSV. Titel im Feld 2018, Titel beim Europapokal, Südtitel – und von den acht verlorenen Sätzen in der Liga hat man ganze vier gegen den TV Käfertal abgegeben.

TV Brettorf: Mit jungem Team über sich hinauswachsen

Diesen DM-Teilnehmer hatten im Vorfeld wahrscheinlich nur die wenigsten auf der Rechnung: Mit dem wohl jüngsten Kader der bisherigen Vereinsgeschichte startete der TV Brettorf in die 1. Bundesliga Nord. „Für uns war natürlich das Ziel, erst einmal die Klasse zu halten“, sagt auch Angreifer Malte Hollmann. Und nach den ersten vier Spieltagen sah zunächst alles nach Abstiegskampf aus. Nur das erste Spiel gegen Moslesfehn gewann der TVB, kassierte danach drei Pleiten. „Besonders die Niederlagen gegen Armstorf und Kellinghusen waren sehr ärgerlich, da wir hier schon 4:2 bzw. 4:1 geführt haben“, so Hollmann. Doch danach ging es für die Brettorfer steil bergauf – und an den letzten Spieltagen behielten die Schwarz-Weiß auch gegen die direkte Konkurrenz die Nerven. “ Die Freude und der Stolz war nach dem letzten Spiel in Berlin dann selbstverständlich groß“, verrät der TVB-Kapitän.
Doch dabei soll es nicht bleiben. „Wir geben uns jetzt nicht mit der Qualifikation zur DM zufrieden, sondern wollen alles daran setzen, bei der DM auch am Sonntag noch zu spielen.“ Das wird schwer genug, hat das Team mit Südmeister TSV Pfungstadt und Gastgeber TV Käfertal doch zwei harte Brocken vor der Brust. „Für uns wird es wohl auf das Spiel gegen Käfertal ankommen“, glaubt Hollmann. „Sie sind war ein Favorit auf die Medaillen, wir sind ihnen in dieser Zusammensetzung aber noch gänzlich unbekannt.“ Man könne somit befreit aufspielen und es einfach genießen, bei der DM zu spielen. „Das wollen wir nutzen, um über uns hinauszuwachsen und mit dem Halbfinaleinzug die nächste Sensation möglich zu machen.“

DM-Tipp Malte Hollmann: Pfungstadt wird nichts anbrennen lassen und sich den Titel in der Halle zurückholen. Ins Finale schafft es nach einer guten Saison der Ahlhorner SV.

TV Käfertal: Souverän und mit viel Qualität

Chapeau TVK! Sportlich hat der Ausrichter die Quali gepackt und das äußerst souverän. Nun steht man vor der zweiten Ausrichtung einer Hallen-DM hintereinander. Nach dem letztjährigen Silber ist auch diesmal ein Medaille im Fokus. Marcel Stoklasa muss zwar noch immer verletzt zuschauen – aber Nick Trinemeier kann Angabe, Rückschlag und Block perfekt umsetzen. Am Anfang der Runde schlug das Verletzungspech in seiner vollen Wucht beim TVK zu: Linus Murry, Fabian Braun und zeitweise Kapitän Dominik Mondl waren außer Gefecht. Dass man dennoch so erfolgreich aufspielte, das spricht für den TVK und seinen Kader. Läuferisch und balltechnisch ist der TVK mit den Abwehrketten von Pfungstadt und Vaihingen auf Augenhöhe – der Angriff wird mit perfekt getimtem Zuspielen von Felix Klassen gefüttert und auch der Zweitschlag ist äußerst unangenehm.

Gruppe B

Ahlhorner SV: Ein Spiel mehr als im Vorjahr gewinnen

Zum ersten Mal seit sechs Jahren reist der Ahlhorner SV als Nordmeister zu einer Deutschen Hallenmeisterschaft. Lange Zeit sah es sogar aus, als ob der Spitzenreiter der Ewigen Bundesligatabelle in dieser Spielzeit sogar ohne Punktverlust bleiben könnte. An den letzten beiden Spieltagen setzte es dann aber doch noch zwei Niederlagen. „Wir sind mit der bisherigen Saison sehr zufrieden“, sagt Tim Albrecht. Die Leistungen in den meisten Spielen seien dabei sehr gut gewesen. „Die beiden Niederlagen zum Schluss waren natürlich ein kleiner Rückschlag.“ Besonders die Abwehrleistung habe in diesen Spielen nicht gepasst. „Aber so ein kleiner Dämpfer vor der DM war vielleicht auch nochmal genau richtig, um für einen kleinen Weckruf in der Mannschaft zu sorgen. Jetzt gilt es den Fokus neu zu setzen und an die guten Spiele anzuknüpfen“, sagt der Nationalspieler. Zu Saisonbeginn hatten sich die Ahlhorner entschieden, ohne echten Trainer in die Spielzeit zu gehen. Dafür teilten sich die Spieler Tim Albrecht, Christoph Johannes und Sören Dahms die Aufgaben im Training und an den Spieltagen. „Mit diesem Trio sind wir sehr gut gefahren“, zieht Tim Albrecht ein vorerst positives Fazit. „Natürlich ist es auch einfach, wenn man eine Solche Siegesserie fährt. Es hängt womöglich auch mit der Einstellung aller zusammen.“ Jeder habe seinen Part optimal umgesetzt. Daher werde man auch bei der DM so weiterverfahren. Alles andere komme, so Albrecht, nicht in Frage.
In der DM-Vorrunde trifft der ASV auf den TV Vaihingen/Enz und den VfK Berlin. „Unsere Gruppe wird ziemlich ausgeglichen sein, wobei ich Vaihingen als Favoriten ansehe“, sagt Tim Albrecht. Berlin sei bekannt für eine starke Defensive, die es zu knacken gilt. „Vaihingen/Enz wurde durch Michael Krauß im Angriff deutlich verstärkt. Mit seiner Raffinesse und Übersicht wird er zusammen mit Kolja Meyer groß aufspielen“, glaubt der Ahlhorner.
Ein genaues Ziel hat sich der ASV für die Titelkämpfe nicht gesetzt. Albrecht: „Damit sind wir in der Bundesligasaison auch ganz gut gefahren. Wir wollen bei der DM eine anschauliche und zufriedenstellende Leistung in allen Mannschaftsteilen zeigen. Wofür es dann am Ende reicht wird sich zeigen.“ Es ist aber sicher kein großes Geheimnis, dass die Blau-Weißen ein Spiel mehr als im vergangenen Jahr gewinnen wollen. Damals reichte es es für Rang vier – nun soll die Rückreise von einer DM endlich wieder mit Edelmetall angetreten werden.
DM-Tipp Tim Albrecht: Natürlich ist Pfungstadt der Titelaspirant Nummer eins. Alles andere wäre eine riesige Sensation. Alle anderen Teams haben die Qualität ins Finale zu kommen und Paroli zu bieten. Ich schätze Vaihingen dahinter als stärkste Mannschaft ein.

TV Vaihingen/Enz: Kurs nehmen auf das Halbfinale

Der TV Vaihingen kann auf eine großartige Saison zurück blicken – und wird so wohl das Halbfinale bei der DM erreichen. Michael Krauß und Kolja Meyer im Angriff sind gesetzt, in der Abwehr stellen Marco Lochmahr, Daniel Wörsinger mit Tobias Rommel ein Bank dar. Jakob Klipper ist nach überstandener Schulterverletzung wieder fit und Tobias Knodel ist ein weiterer Angreifer mit Gardemaß. Ob die zweite Garde alles Spieler der U18 da schon reinrutschen kann ist schwer aber nicht unmöglich. Gerade Kolja Meyer im und am Block ist wohl für die meisten Gegenspieler ein unüberwindbares Hindernis – über dem Netz ist er technisch sehr sauber und immer Herr der Lage. Michael Krauß als Linkshänder wird es in der Quali dem Ahlhorner SV und dem VfK Berlin sehr schwer machen.

VfK Berlin: In kürzeren Spielen die Konkurrenz überraschen

Die möglichen DM-Qualifikation hatte der VfK Berlin am letzten Bundesligaspieltag eigentlich schon abgehakt. Ein Sieg im Duell mit dem direkten Konkurrenten TV Brettorf wäre nötig gewesen, um das Ticket für Mannheim zu buchen. Am Ende stand aber eine 2:5-Niederlage. Doch dann ereilte die Hauptstadt das Ergebnis aus Hagen. Hier hatte der TSV den dritten DM-Aspiranten VfL Kellinghusen geschlagen – und den Berlinern aus der Ferne, nach einer Saison mit Höhen und Tiefen, die DM-Teilnahme verschafft. „Eigentlich verlief die Saison wie erwartet. Dass die DM-Quali mit dem vorhandenen Personal nur mit Glück erreicht werden kann, damit hatten wir gerechnet“, sagt Jascha Ohlrich. Der Start gegen Kellinghusen und in Hagen verlief zwar besser als erwartet, dann brachte man, in veränderter Formation zu den Vorjahren, aber in den Heimspielen gegen Hannover und Hagen eine 4:2-Führung nicht ins Ziel und ließ unnötig Federn. „Die Quali ist somit ein großer Erfolg“, sagt Ohlrich. „Es freut mich besonders für Basti Kögel der, im Angriff die alleinige Last tragen musste.“ Sein Nebenmann Lukas Schubert legte in dieser Saison eine Auszeit ein, Tobias Andres schlug sich mit leichten Verletzungen herum und konnte Kögel als Zweit- und Angabenschläger fast gar nicht unterstützen. „Für Basti war es nicht nur körperlich sondern auch mental extrem anspruchsvoll.“ Zudem sorgte das Fehlen von Tobi Andres bei den sechs Saisonniederlagen für unbekannte Schwächen in der Defensive. „Wir haben in der Abwehr ständig in wechselnder Formation agiert. Das hat unser ganzes Spielsystem zerlegt“, gesteht Ohlrich, der die fehlende Konstanz bei den „Erfahrenen“ bemängelte.
Doch dank des dritten Platzes kann der der VfK am Wochenende seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen. In der Gruppe geht es gegen Vaihingen/Enz und Ahlhorn. „Vaihingen kann ich schwer einschätzen. Ich denke sie sind, gerade mit dem zurückgekehrten Michael Krauß, extrem erfahren und in der Halle traditionell stark mit Kolja Meyer an der Leine“, so Ohlrich. Gegen den ASV gewann Europacup-Silbermedaillengewinner Berlin am vorletzten Spieltag der Liga. „Der Sieg sagt aber nicht viel aus. Ahlhorn hat ohne Christoph Johannes gespielt und dann fiel auch noch Tim Albrecht aus. Wenn die beiden wieder fit sind zur DM wird das ein ganz anderes Spiel“, glaubt der Berliner Routinier. Er sieht für sein Team Chancen in den kürzeren Spielen bei der DM. „Bei drei Gewinnsätzen kann man mit einem guten Start immer mal einen Gegner überrumpeln.“
DM-Tipp Jascha Ohlrich: Der Titel wird klar wieder an Pfungstadt gehen. Dahinter würde ich es ehrlich gesagt eher den beiden verbleibenden Südteams zutrauen, ins Finale einzuziehen.

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