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Bundestrainer Neuenfeld verlängert: „Ich freue mich jetzt schon auf 2023“

> Einmal noch: Bundestrainer Olaf Neuenfeld und sein Trainerteam haben ihre Verträge bis zur Heim-WM 2023 in Mannheim verlängert. (Foto: DFBL/U.Spille)

Schneverdingen/Winterthur (DFBL/ssp). Eine Woche liegt der beeindruckende Auftritt der Deutschen Faustball-Nationalmannschaft im Finale der Weltmeisterschaft in Winterthur gegen Österreich bereits zurück. Zum dritten Mal in Folge setzte sich die deutsche Männer damit die Faustball-Krone auf. Bundestrainer Olaf Neuenfeld blickt im exklusiven Interview mit der DFBL noch einmal auf das sportliche Abschneiden, Gastgeber Schweiz, die Überraschungs-Teams und die deutschen Fans zurück. Und er gibt einen Ausblick auf die WM 2023 – bei der er weiterhin als Bundestrainer an der Seitenlinie stehen will.

Frage: Eine Woche liegt das WM-Finale bereits zurück. Wie fällt, mit etwas Abstand, dein sportliches Fazit aus?

Neuenfeld: Wir haben nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten in den Vorrundenspielen gegen Österreich und die USA dann rechtzeitig in die Erfolgsspur gefunden. Die letzten 3 Spiele gegen Brasilien, Schweiz und Österreich waren dann auf einem extrem hohen Niveau. Und wenn man dann den Titel gewinnt fällt das Fazit natürlich sehr positiv aus.

Frage: Im Finale habt ihr Gegner Österreich nicht den Hauch einer Chance gelassen. Was war der Hauptgrund für diesen Klassenunterschied?

Neuenfeld: Wir haben das fast perfekte Spiel gemacht. Es lief einfach von der ersten Minute an und immer wenn es kritisch wurde haben wir die Bigpoints gemacht. Ich finde, Österreich hat nicht schlecht gespielt, aber an diesem Tag waren wir einfach nicht zu stoppen.

Frage: Knapp 7.000 Zuschauer waren im Finale im Stadion. Wie habt ihr die Stimmung wahrgenommen? Wie groß war die Unterstützung durch die deutschen Fans?

Neuenfeld: Die Stimmung war großartig. An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei allen deutschen Fans, die vor Ort waren, bedanken. Euch gehört ein Teil unserer Goldmedaille.

Frage: Österreich stand sicherlich etwas überraschend im Finale. Viele hatten die Schweiz dort erwartet. Doch euer Endspiel-Gegner der vergangenen Jahre verpasste die Medaillen. Sind sie am Druck der Heim-WM zerbrochen oder was war aus deiner Sicht der Hauptgrund für die Niederlagen in der Endrunde?

Neuenfeld: Die Schweizer Spieler, Trainer und alle Mitverantwortlichen haben rund um die WM ganz viel für den Faustballsport in der Schweiz, aber auch weltweit getan. Sie waren sehr präsent in den sozialen Medien, im Fernsehen, im Radio und eigentlich überall gab es Meldungen und Statements des Teams. Ich habe einiges in unserem Hotel und auch im Vorfeld direkt davon mitbekommen. Das war sicherlich nicht leicht für alle, da die absolute Fokussierung auf den sportlichen Teil zu legen. Meiner Meinung nach fehlte die Lockerheit der vergangenen Tage, die ich im schweizer Team immer sehr geschätzt habe.

Frage: Die Veranstaltung rund um das Stadion Schützenwiese in Winterthur wirkte perfekt organisiert. Wie hast du die Woche in der Schweiz wahrgenommen?

Neuenfeld: Das war die beste WM, die ich bisher erlebt habe. Vor allem, dass alles an einem Ort stattfand, habe ich als sehr positiv empfunden. Alle Helfer waren nett und freundlich und es hat an nichts gefehlt. Vielen Dank an das OK, die IFA und alle ehrenamtlichen Helfer von meinem gesamten Team.

Frage: Wie bewertest du das Miteinander unter den Teams? Konnte man Kontakt zu anderen Nationen knüpfen? Und gab es eine Überraschungs-Mannschaft für dich?

Neuenfeld: Ein paar Kontakte gab es schon, obwohl ja jeder seinen eigenen Weg an so einer großen WM geht. Neuseeland und Namibia waren für mich die positiven Überraschungen. Beide Mannschaften haben sich super weiterentwickelt. Es hat Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen. Das gilt aber für alle anderen neuen und kleineren Faustballnationen.

Frage: Du hast 2007 in Oldenburg bereits eine Heim-WM miterlebt. Wird es für dich 2023 eine zweite Weltmeisterschaft als Bundestrainer im eigenen Land geben?

Neuenfeld: Ich habe ganz aktuell bei unserem DFBL-Präsidenten Ulli Meiners um weitere vier Jahre verlängert. Das gilt auch für meinen kompletten Stab. Die damalige Heim-WM kam im zweiten Jahr meiner Amtszeit eindeutig zu früh. Da habe ich ganz viele Fehler gemacht, die mir nicht noch einmal passieren werden. Wir haben jetzt ausreichend Zeit, dieses besondere Event professionell zu planen und eine schlagkräftige Mannschaft zu formen.

Frage: Der erste Schritt dazu wird die EM 2020 in Kaltern sein. Anders als in den vergangenen Jahren findet die Europameisterschaft bereits Anfang Juli, fast zwei Monate früher als sonst, statt. Haben die Planungen für Italien bereits begonnen?

Neuenfeld: Die Planung für das nächste Jahr ist bereits abgeschlossen. Die Termine für die Lehrgänge sind fixiert und die Spieler werden in Kürze darüber informiert. Wir sind auf den frühen Termin eingestellt und werden versuchen, genau zu diesem Zeitpunkt wieder topfit in Italien anzutreten.

Frage: Noch einmal ein Blick in die Ferne: In Winterthur wurde die WM 2023 nach Mannheim vergeben. Wie findest du die Entscheidung, die Finalspiele in der SAP-Arena auszutragen?

Neuenfeld: Ich finde das super und habe das von Anfang an unterstützt. Faustball auf Rasen, eine hochmodernen Infrastruktur, 10.000 Zuschauer und ein Hallendach. Mehr Stimmung geht ja kaum für Faustballverhältnisse. Und mit Jörg Trinemeier als OK-Chef kann man sicher sein, dass alles perfekt organisiert und geplant wird. Ich freue mich schon jetzt auf diese WM.

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