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Bundesliga-Skandal im Süden: DFBL disqualifiziert DM-Teilnehmer Eibach

Eibach/Oldenburg (DFBL/bec). Ein Skandal erschüttert die Frauen-Bundesliga Süd: Beim abschließenden Spieltag am vorigen Wochenende sind zwei Mannschaften nicht mehr angetreten. Stattdessen haben sie sich auf ein Ergebnis geeinigt und dieses auch laut Spielformular gemeldet. Das hat nun drastische Konsequenzen.

Der Fall: Vor dem Dreier-Spieltag beim TV Stammheim hatte das Team der TG Landshut seine Mannschaft bereits zurückgezogen. Damit blieben nur noch zwei Teams über: Gastgeber Stammheim und der TV Eibach, der bereits die Qualifikation zur DM-Endrunde sicher hatte. Man einigte sich nun untereinander, auf das Spiel zu verzichten, um Reisestrapazen und Reisekosten zu vermeiden. 3:1 (11:9, 10:12, 11:8, 11:7) sollte das Spiel ausgehen, so die Verabredung.

Dass am Tag danach dieser Bericht der Aktion in der Zeitung stand – und dieser schnell die Runde durch Faustball-Deutschland machte -, damit hatte man allerdings nicht gerechnet. Schließlich war das Nichtantreten und Verabreden eines Ergebnisses ein klarer Regelverstoß. Disqualifikation, Abstieg in die 2. Bundesliga und Aberkennung der Eibacher DM-Qualifikation sind die Folge laut Ziffer 6.2.5.2. der DFBL-Spielordnung Faustball (SpOF).

„Die Auslegung in dieser Sache lässt aus unserer Sicht überhaupt keinen Ermessensspielraum zu, so tragisch das auch für alle Beteiligten ist“, erklärt DFBL-Präsident Ulrich Meiners, „auch ist die sportliche Qualifikation des deutschen Vizemeisters TV Eibach völlig unbestritten, aber das nützt in diesem Fall nichts. Jeder Verein hat sich an die SpoF zu halten, sonst gerät der gesamte
Spielbetrieb aus allen Fugen.“

Auch, wenn er Beweggründe der Vereine in Teilen verstehen und die Situation äußerst unglücklich findet, fragt sich Ulrich Meiners: „Wie es sein kann, dass ein Spitzenverein, ein Bundesligaverein zu einem Bundesligaspiel – in Kenntnis der Spielordnung Faustball – nicht antreten kann? Wir können doch nicht, nur weil das Ergebnis keinen Einfluss auf die Tabellensituation hat, uns einfach Spiele schenken. Das stellt für unseren Sport ein Armutszeugnis dar!“

Am Donnerstag hat die DFBL dem TV Eibach nach dessen Stellungnahme die Ordnungsmaßnahmen schriftlich zukommen lassen. Der offene DM-Teilnahmeplatz geht nach den Regularien der Liga an den Viertplatzierten SV Tannheim. „Das Team hat telefonisch bereits signalisiert, einspringen zu wollen“, sagt Karl Ebersold, das für den Bundesligabetrieb zuständige Präsidiumsmitglied der DFBL.

Der TV Eibach, dessen Spielerinnen im Vorfeld gegenüber Vereinsoffiziellen sogar noch Zweifel an der Absage geäußert haben sollen, hat nun seinerseits ein Gnadengesuch gestellt. „Darüber wird das DFBL-Präsidium am Montag in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz entscheiden“, sagt Präsident Meiners. Dass er dem Gesuch wenig Chancen einräumt, hat er den Eibachern bereits schriftlich mitgeteilt.

Maßnahmen gegenüber dem TV Stammheim als zweitem beteiligten Verein sind derzeit noch offen. Die TG Landshut hat seinen Rückzug aus der Liga bereits angekündigt.

 

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