Bundesliga Frauen – Nord & Süd – Spiele vom vergangenen Wochenende
Bundesliga Nord – Ahlhorn und Kellinghusen fahren zur DM, während Brettorf und Wiemersdorf mit den Abstiegsrängen vorlieb nehmen müssen
(lk) Der letzte Spieltag der 1. Bundesliga Nord brachte klare Entscheidungen an beiden Enden der Tabelle. Während der Ahlhorner SV als Nordmeister und der VfL Kellinghusen das zweite Ticket zur Deutschen Meisterschaft lösen, müssen der TV Brettorf und der TSV Wiemersdorf den sportlichen Abstieg hinnehmen. Emotionaler Mittelpunkt des Wochenendes war der Abschied des SV Moslesfehn, der nach vielen Jahren letztmalig in der Frauen-Bundesliga auflief.
SV Moslesfehn – TV Jahn Schneverdingen 1:3 (10:12, 3:11, 11:9, 4:11); TV Jahn Schneverdingen – Ahlhorner SV (12:10, 4:11, 7:11, 10:12); SV Moslesfehn – Ahlhorner SV (11:9, 7:11, 9:11, 8:11)
Bereits bei der Spielervorstellung flossen bei Moslesfehn erste Tränen. Über 100 Zuschauer sorgten in der Halle in Brettorf für eine außergewöhnliche Atmosphäre und feierten ihre Mannschaft bei jedem Punktgewinn lautstark. Sportlich gelang den „Mossis“ gegen die favorisierten Teams aus Schneverdingen und Ahlhorn jeweils ein Satzgewinn, doch angesichts der besonderen Umstände rückten die Ergebnisse in den Hintergrund. Nach dem letzten Ballwechsel folgte minutenlanger Applaus, ehe emotionale Ansprachen von Trainer Till Oldenbostel, Kapitänin Nane Ahrens und weiteren Beteiligten den Abschied abrundeten. Tabellarisch ging es für Moslesfehn um nichts mehr. Der Ahlhorner SV hatte seine DM-Qualifikation bereits sicher und steuerte souverän auf die Nordmeisterschaft zu. Für den TV Jahn Schneverdingen waren die Chancen auf das zweite DM-Ticket nach dem Punktabzug zum Jahresbeginn nur noch theoretischer Natur. Entsprechend verlief das Aufeinandertreffen der beiden Dauerrivalen: Schneverdingen entschied den umkämpften ersten Satz für sich, fand danach jedoch kaum noch Mittel gegen die immer stabiler auftretenden Ahlhornerinnen um Nationalangreiferin Jordan Nadermann.
VfL Kellinghusen – TSV Wiemersdorf 3:0 (11:4, 11:6, 11:3); VfL Kellinghusen – MTV Wangersen 2:3 (11:4, 8:11, 11:4, 7:11, 11:13); TSV Wiemersdorf – MTV Wangersen 0:3 (3:11, 11:13, 7:11)
Der VfL Kellinghusen nutzte seinen letzten Heimspieltag, um die erste DM-Teilnahme seit der Hallensaison 2018/19 perfekt zu machen. Der deutliche Erfolg gegen den bereits feststehenden Absteiger TSV Wiemersdorf brachte die Entscheidung frühzeitig. Die anschließende Niederlage nach fünf umkämpften Sätzen gegen den MTV Wangersen fiel daher kaum ins Gewicht. Im Entscheidungssatz behielt Wangersen mit 13:11 die Nerven und sammelte wertvolle Punkte im Abstiegskampf. Mit einem weiteren klaren Sieg im darauffolgenden Spiel gegen Wiemersdorf sicherten sich die Niedersachsen schließlich Platz fünf in der Abschlusstabelle, während Wiemersdorf als Schlusslicht der Liga auf dem Abstiegsrang steht. Kellinghusen richtet den Fokus nun vollständig auf die Vorbereitung zur DM in Bad Cannstatt.
TSV Hagen 1860 – Ohligser TV 0:3 (7:11, 6:11, 12:14); TSV Hagen 1860 – TV Brettorf 3:2 (11:5, 9:11, 11:7, 9:11, 11:5); Ohligser TV – TV Brettorf 3:1 (11:4, 9:11, 11:9, 11:6)
Drei Mannschaften, die sich zwar allesamt nicht mit Ruhm bekleckerten, doch sich gegenseitig nichts zu schenken hatten. Der Ohligser TV setzte sich insbesondere über ihre erfolgreiche Angabe durch Katja Hofmann gegen den TSV Hagen durch. Und auch trotz dreier Satzbälle im dritten Durchgang gelang es den Gastgeberinnen nicht, einen Satzgewinn zu erzwingen. Deutlich spannender war anschließend die Begegnung zwischen Hagen und Brettorf. Beide Mannschaften leisteten sich zu Beginn viele Eigenfehler, steigerten sich jedoch im Verlauf der Partie. Schließlich fanden sich die beiden potenziellen Absteiger im fünften Satz wieder. Der TVB probierte es fortlaufend mit zahlreichen Wechseln auf mehreren Spielpositionen, doch mit keiner sollte es heute ausreichen. Der TSV setzte sich im Entscheidungssatz ab der zweiten Satzhälfte ab und verbuchte damit die entscheidenden letzten Punkte auf dem Tabellenkonto. Das Resultat: 12:20 Punkte, Rang sechs und damit der sichere Verbleib in der ersten Bundesliga im kommenden Jahr. Für den TV Brettorf entwickelte sich somit das abschließende Duell mit dem Ohligser TV zum Endspiel um den Klassenerhalt. Nach starkem Start der Rheinländerinnen fanden die Oldenburgerinnen besser ins Spiel und glichen zwischenzeitlich aus, konnten ihre Führungen in den entscheidenden Phasen jedoch nicht nutzen. Ohligs behielt in den Schlüsselmomenten die Oberhand und beendete die Saison auf Platz vier. Brettorf rutschte auf Rang acht und steht nun zusammen mit Wiemersdorf auf der Abstiegsposition. Trainer Sönke Spille haderte mit dem Saisonverlauf: „Uns ist zum Saisonende die Luft ausgegangen. Mit diesen längeren Pausen zwischen den Spieltagen kamen wir nicht zu Recht und hatten vor allem eine zu hohe Eigenfehlerquote. Spielerisch waren wir definitiv besser als es jetzt dieser unglückliche achte Platz aussagt.“
BL Frauen Süd
(sh) 14:18 – 12:20 – 10:22 – 10:22… so sah das Punktekonto des TSV Ötisheim in den vergangenen Hallenrunden seit der Coronapause aus. Es wurde also immer etwas weniger auf der Habenseite – aber reichte immer, um den Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu halten. In diesem Jahr kamen die Routiniers aus dem Enzkreis jedoch nur noch zu zwei Saisonsiegen. So muss „Aize“ dem TV SW-Oberndorf in die 2. Bundesliga folgen. Auf den ersten drei Tabellenplätzen hat sich nichts mehr geändert.
TSV Pfungstadt – TV Unterhaugstett 3:2 (8:11, 10:12, 11:5, 11:6, 11:4); TSV Dennach – Pfungstadt 3:0 (13:11, 11:9, 11:3); Unterhaugstett – Dennach 0:3 (3:11, 3:11, 7:11)
In Pfungstadt machten die Pink Ladies des TSV Dennach kurzen Prozess. Auch wenn sie zwei Sätze gegen das Heimteam nur knapp gewannen, so befinden sich die amtierenden deutschen Meisterinnen so langsam in DM-Form – das Final 4 in Stuttgart (28.2./1.3.) kann kommen. Die Heimmannschaft hingegen tat sich schwer gegen die in diesem Jahr unbequem zu bespielenden Unterhaugstetterinnen, die mit einer 2:0-Satzführung überraschten – aber nicht durchkamen. Trotz des „Nullers“ zum Abschluss: der TVU darf sich über eine gelungene Saison freuen, während die Hessinnen noch auf Platz 5 abrutschten.
TV SW-Oberndorf – TV Segnitz 0:3 (6:11, 9:11, 10:12); TV 1880 Käfertal – SW-Oberndorf 3:1 (11:6, 11:8, 7:11, 11:7); Segnitz – Käfertal 3:2 (11:4, 11:5, 9:11, 10:12, 11:9)
Vor eigenem Publikum in Schweinfurt wollte das Oberndorfer Team noch einmal beweisen, was es kann – und verabschiedete sich nach nur einer Saison mit erhobenen Häuptern aus der 1. Bundesliga. In zwei Durchgängen gegen Tabellenführer TV Segnitz schnupperten sie an einem Satzerfolg, allerdings fehlten mit Svenja Schröder und Kapitänin Luisa Kaemmer auch die beiden etatmäßigen TVS-Angreiferinnen, Lea Hoyer übernahm. Gegen Käfertal, erneut ohne Schlagfrau Marie Hodel, gelang dann mit einem 11:7-Gewinn im dritten Satz ein versöhnlicher Abschluss für Oberndorf. Im Duell der ausfallgeplagten Gästeteams behielt der Erste gegen den Dritten knapp die Oberhand. Für Käfertal ist Tabellenplatz 3 eine neue positive Erfahrung. Abwehrspielerin Nadine Conrad: „Wir sind mit nur fünf Spielerinnen, davon einer kranken, angereist und konnten trotzdem Platz 3 verteidigen. Das macht mich stolz.“
TSV Calw – TV Stammheim 3:1 (11:9, 9:11, 11:2, 11:4); TSV Ötisheim – Calw 0:3 (4:11, 5:11, 5:11); Stammheim – Ötisheim 3:0 (11:4, 11:9, 11:9)
Im Abstiegsrennen gegen Ötisheim musste der TV Stammheim vorlegen – und tat dies mit einem bemerkenswerten Kampf gegen den favorisierten Gastgeber. Trainer Florian Gruner: „Wir haben stark angefangen, konnten Calw unter Druck setzen. Nach dem Satzausgleich war aber der Ofen aus, Fenja Stallecker hat uns vor unlösbare Aufgaben gestellt. Durch den Satzgewinn war aber schon klar, dass – wenn Calw gegen Ötisheim gewinnt – uns das Satzverhältnis zum Klassenerhalt reichen würde.“ Der noch amtierende Vizemeister TSV Calw hoffte noch auf eine tabellarische Verbesserung und besiegte Außenseiter Ötisheim 3:0. Damit überholten die „Löwinnen“ letztlich den TSV Pfungstadt auf Platz 4. Calws neuer Trainer Rolf Schlotter zeigte sich im Rückblick zufrieden: „Wir haben unser vor der Runde gestecktes Ziel mit Platz 4 erreicht und richten nun den Fokus auf den Champions Cup in Grieskirchen.“ Zum Abschluss konnte der TV Stammheim befreit gegen Ötisheim aufspielen. Mit einem klaren Sieg nahmen die Stuttgarterinnen Lea Neumann und Denise Fichtl Abschied vom Bundesligasport, nach über zehn Jahren in der ersten Stammheimer Mannschaft.
Damit stehen auch die beiden Halbfinal-Partien der Frauen in der SCHARRena fest: Der Ahlhorner SV trifft auf den den Süd-Zweiten den TSV Dennach, der TV Segnitz bekommt es mit dem VfL Kellinghusen zu tun.
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