Pfungstadt gewinnt „Calwer Wasserspiele“

Ajith Fernando vom TSV Pfungstadt (Foto: DFBL/Kadgien)

Calw (DFBL/aga). Den Spieler fehlten eigentlich nur noch die berühmten Nasenklammern dann hätten sie auch beim Synchronschwimmen mitmachen können. Es war angerichtet in Calw, dass das Wetter dem Veranstalter einen Strich durch die Rechnung machte, war schade Kein Ball verließ den Boden in gewohnter Weise und die Zuschauer sahen in fünf Sätzen 99 Angaben und sechs komplette Spielzüge.

TSV Calw – TSV Pfungstadt 0:5
(7:11, 8:11, 7:11, 6:11, 6:11)

Die drei TV-Kameras, die den Bundesliga-Südgipfel zwischen dem TSV Calw und dem TSV Pfungstadt als Livestream per Internet übertrugen, waren positioniert, die Moderatoren und Einlaufkinder bereit und die schmucke „Aischbacharena“ in Altburg war von vielen Zuschauern gesäumt. Doch kurz vor dem Begrüßungsprozedere war Schluss mit lustig: Blitz und Donner ließen es krachen, der Platz wurde von Starkregen geflutet. Die Begegnung zwischen den Calwer Emporkömmlingen und der weltbesten Vereinsmannschaft aus Hessen stand bei „Fritz-Walter-Wetter“ auf der Kippe, doch nach 45 Minuten entschlossen sich Schiedsrichter Markus Löwe und die Mannschaftskapitäne bei der Platzbesichtigung: „Lasst es uns probieren.“

Immerhin 165 Zuschauer hatten noch so lange ausgeharrt, doch sie sollten an diesem Tag und bei diesen Platzbedingungen keinen Faustball-Augenschmaus mehr geliefert bekommen. Wie nicht anders zu erwarten, entwickelte sich vielmehr ein pures Angabenspiel mit zwei Hauptdarstellern: Hier Raphael Schlattinger, Schweizer Nationalspieler auf Calwer Seite, dort der zwei Meter lange Faustball-Superstar Patrick Thomas, vielfacher Welt-, Europa- und deutscher Meister, Erfolgsgarant der deutschen Auswahl. Und der demonstrierte, unbeeindruckt von den äußeren Bedingungen, sein Können, seine Technik und seine Kraft auf dem schweren Geläuf. Ein ums andere Mal ließ er den Ball lang durch die Mitte der Calwer krachen. Der rund 15 Zentimeter kleinere Schlattinger, der bei seinen Sprungangaben deutlich mehr Aufwand hingegen unterliefen wenige, aber dann doch entscheidende Fehler. Spätestens zu den Satzmitten schafften die Pfungstädter, die komplett mit Nationalspielern auf dem Platz standen, den Break. In der Folge musste „Dozi“ Schlattinger erhöhtes Risiko gehen – mit entsprechender Fehlerquote.„Nach dem 0:3-Satzrückstand war nichts mehr zu machen, wir hatten resigniert“, wusste Calw-Trainer Thomas Stoll „Patrick Thomas spielte souverän und sein Bruder Sebastian in der Mitte holte entscheidende Bälle heraus.“ So waren auch die Sätze 4 und 5 eine klare Angelegenheit. Einfach, weil Patrick Thomas im gesamten Match lediglich ein einziger Angabenfehler und ein Missgeschick aus dem Rückschlag unterliefen. Und natürlich, weil die Taktik des TSV Calw, Patrick Thomas anzuspielen und so gegebenenfalls in den Rückschlag zu kommen, im wahrsten Sinne ins Wasser fiel. „Ein verdienter Sieg für den TSV Pfungstadt“, wusste der Coach.

Spielzusammenfassung bei „Sport im Filstal“

Patrick Thomas, TSV Pfungstadt: „Ein solches Wetter habe ich noch nicht oft erlebt, aber man muss sich anpassen, wenn man Freiluftsport betreibt. Uns gelang es vor allem in den ersten Sätzen, als wir mit fünf Nationalspielern auf dem Platz standen, das Glück in den wichtigen Momenten zu zwingen.

Raphael Schlattinger, TSV Calw: „Schade, wir hatten uns eine Taktik vorgenommen, die bei diesem Wetter natürlich nicht mehr umsetzbar war. Ich bin sicher, bei gutem Wetter hätten wir es dem Gegner schwerer gemacht. So war der Leistungsunterschied aber zu deutlich. Die Niederlage ist nicht schlimm, aber ein, zwei Satzgewinne hätten uns im Kampf um den zweiten Tabellenplatz gutgetan.“

TV Augsburg : TV Vaihingen/Enz 5:1
(11:3, 9:11, 11:8, 11:6, 11:5, 12:10)

„Die Enttäuschung ist riesengroß“, berichtet TVV-Trainer Markus Knodel. „Wir wollten uns besser verkaufen. Und ich hatte mir etwas ausgerechnet oder gedacht, dass wir die Partie zumindest offen gestalten.“ Doch die Faustballer des TV Vaihingen fanden im Kellerduell der 1. Bundesliga Süd beim TV Augsburg nur in anderthalb Sätzen wirklich zu ihrem Spiel. „Uns fehlt die Konstanz. Fünf Sätze sind eine lange Zeit. Und man muss in jedem einzelnen seine Leistung abrufen“, erklärt Markus Knodel konsterniert.

Schon der erste Durchgang ließ Böses erahnen. „Wir starten in jedem Spiel schlecht – so auch hier in Augsburg“, berichtet der TVV-Übungsleiter. „Der Satz war viel deutlicher als er sowieso schon ausgefallen ist. 3:11 ist schon eine Ansage – und das in einem Spiel, in dem wir eigentlich mitspielen wollten.“ Doch alleine fünf Angabenfehler von Tobias Knodel machten ein besseres Abschneiden der Vaihinger unmöglich.

Mit der Umstellung – Jakob Mahn übernahm ab dem zweiten Abschnitt die Angaben – lief es besser. Die Vaihinger waren endlich im Spiel, ließen den ersten Satz fast in Vergessenheit geraten. Mit 11:9 glichen sie nach Durchgängen auch direkt aus.

Doch im nächsten Satz war es wie abgeschnitten: „Uns sind einfach zu viele leichte Fehler im Angriff unterlaufen. Die Augsburger haben das nicht schlecht gemacht. Aber wir bekommen es auch nicht gebacken, einen sauberen Angriff zu spielen. Meist bauen wir schon nicht sauber auf, bringen selbst einfache Bälle nicht richtig zum Schusszuspiel an die Leine. Das macht es für den Rückschlag schwieriger zu punkten, so dass er das Risiko erhöht. Doch dadurch steigt bei uns die Fehlerquote“, berichtet Markus Knodel.

Symptomatisch war auch wieder der sechste Durchgang. Die Vaihinger führten mit 9:5. Dann nahmen die Augsburger eine Auszeit. Und innerhalb von vier Ballwechseln hatten die Gastgeber ausgeglichen. Am Ende sicherten sie sich den Abschnitt mit 12:10. „Das war besonders bitter, weil wir den Durchgang durch einfache Fehler und nicht durch das Zutun des Gegners verloren haben“, ärgert sich Knodel.

 

TV Unterhaugstett : TV 1880 Käfertal 2:5
(6:11, 5:11, 11:9, 11:13, 9:11, 15:14, 6:11)

Die beiden Mannschaften boten den Fans am Samstag ein überaus unterhaltsames Spiel. Die Unterhaugstetter hatten anfänglich Probleme gegen die präzisen Angriffsschläge der Mannheimer Vorstädter und mussten die ersten beiden Sätze deutlich abgeben. Dann hatten sich die Einheimischen etwas besser auf Schlagmann Nick Trinemeier eingestellt. Sie agierten an der Leine druckvoller und zwangen die Gäste zu Fehlern. Als Lohn konnte der TVU mit 11:9 einen Satzgewinn verbuchen. Im Anschluss verpasste der TVU in der Verlängerung des vierten Satzes den möglichen Ausgleich. Der TV Käfertal war jetzt physisch im Vorteil und schuf im fünften Satz mit einem erneut knappen 11:9 die Basis für seinen dritten Saisonsieg. Auch wenn sich die Unterhaugstetter nach Kräften wehrten und den sechsten Durchgang mit dem letzten Ballwechsel in der Verlängerung 15:14 für sich entscheiden konnten, am Ende jubelten die Käfertaler. „Es war mehr drin. Aber mit Nick Trinemeier am Schlag sind die einfach zu stark“, so der Kommentar von TVU-Teamsprecher Sebastian Buck.

FBC Offenburg : TV SW-Oberndorf 2:5
(12:10, 9:11, 9:11, 8:11, 11:7, 5:11, 6:11)

Der Tabellendritte Schweinfurt-Oberndorf mit Nationalspieler Fabian Sagstetter startete bei sommerlich warmen Temperaturen in Offenburg gut in die Partie und konnte schnell mit 7:1 in Führung gehen. Doch die Offenburger gaben dieses Satz nicht auf und kamen auf 5:7 an die Unterfranken heran. Ab da lieferten sich Sven Muckle und der Oberndorfer Schlagmann Oliver Bauer einen offenen Schlagabtausch. Nach spektakulären Abwehraktionen und sehr guten Angriffen glich der FBC zum 10:10 aus und gewann sogar mit zwei weiteren Punkten den ersten Satz mit 12:10.

Unbeeindruckt spielten die Oberndorfer im zweiten Durchgang weiter und gingen wieder schnell mit 6:2 in Führung. Die Ortenauer kamen zwar auf 9:10 heran, doch diesmal hatte der TV Schweinfurt-Oberndorf die bessern Nerven schaffte mit einem 11:9 den Satzausgleich.

Den dritten Satz begann der FBC stärker und führte mit 4:1. Die Gäste drehten jedoch die Partie über 5:8 und punkteten mit einem 11:9.Beide Teams kamen stark aus der Satzpause und zeigten den 100 Zuschauern eine weiterhin hochklassige Partie. Nach einem Zwischenstand von 6:6 schnappten sich die Gäste jedoch den wichtigen vierten Satz mit 11:8 und führten nun nach Sätzen mit 3:1.

Nicht konstant genug – Aber die Offenburger kämpften und versuchten alles, um die DM-Endrunde nicht aus den Augen zu verlieren. So ging Durchgang fünf über 8:3 mit 11:7 an den Gastgeber, der mit 2:3 den Anschluss hielt.

Der TV Schweinfurt-Oberndorf spielte jedoch konstanter und gewann die nächsten beiden Sätze mit 11:5 und 11:6. Somit musste sich der FBC mit 2:5 nach Sätzen geschlagen geben und hat somit kaum noch eine Chance, in der Rückrunde um die Endrunden-Plätze für die deutsche Meisterschaft zu spielen. »Wie schon oft haben wir es nicht geschafft unser Potenzial über sieben Sätze durchgehend auf dem Feld abzurufen«, meinte Abwehrspieler Thomas Häusler. Der FBC spielt das letzte Spiel der Vorrunde am 8. Juni beim TV Unterhaugstett und steht derzeit punktgleich mit dem TV Käfertal auf Platz fünf der Tabelle

 

TV Unterhaugstett : TV Augsburg 5:1
(11:6, 11:6, 11:3, 11:6, 5:11, 13:11)

Der TV Unterhaugstett erwischte einen Start nach Maß. Von Beginn an passten die Bälle im Feld der Augsburger, vor allem Michael Ochner zeigte in Rückschlag eine überragende Leistung. Markus Katz hinten rechts, Max Winkler in der Mitte und Stefan Koch auf links zeigten eine solide Abwehrleistung. Vorne machte das Duo Gensheimer/Ochner Punkt um Punkt. Der TV Augsburg versuchte mit mehrfachem Wechsel der Angabe den Rhythmus der Unterhaugstetter zu stören, wechselte zudem personell durch – ohne Erfolg. Bis zur Pause lag der TV Unterhaugstett mit drei klaren Satzgewinnen in Führung und knüpfte im vierten Satz mit einem 11:6 nahtlos an die gezeigten Leistungen an. Umso bemerkenswerter war der anschließende Bruch im Spiel. Wie bei der Niederlage beim TSV Calw ging plötzlich nichts mehr. Der TV Augsburg konnte völlig verdient mit 11:5 Bällen auf 1:4 verkürzen. Der sechste Durchgang sollte dann aber der letzte sein. Mit einem 13:11 machten die Unterhaugstetter zur Freude der Fans den Sack zu.

 

Am 8. Juni geht es weiter. Sollte Calw beim Schlusslicht Vaihingen, gewinnen sind die Löwen Tabellenzweiter. Den dritten Platz in der Tabelle hält dann der TV Schweinfurt/Oberndorf. Den vierten Platz hat der TV Käfertal inne und wird diesen auch verteidigen. In die Abstiegsrunde müssen der FBC Offenburg, der TV Unterhaugstett sowie der TV Augsburg und der TV Vaihingen

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