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Käfertal knöpft Schweinfurt die ersten Punkte ab

Käfertal (DFBL/aga). Jetzt hat es auch Ligaprimus TV Schweinfurt/Oberndorf erwischt: Das Team von Nationalmannschaftskapitän Fabian Sagstetter kam beim DM-Gastgeber TV Käfertal mit 3:5 unter die Räder. Ein wenig zittern um die DM-Teilnahme muss nach erneuter Pleite der Serienmeister TSV Pfungstadt.

TV Vaihingen/Enz – TSV Pfungstadt 5 : 3

Die Faustballer des TV Vaihingen haben gegen den TSV Pfungstadt eine starke Leistung gezeigt und damit dem Seriensieger bei deutschen Meisterschaften den Schneidabgekauft. In eigener Halle knüpften die Vaihinger an die Erfolge aus alten Zeiten an, zeigten packende Ballwechsel und behielten schließlich mit 5:3 die Oberhand. Damit war zugleich der Klassenerhalt in der 1. Bundesliga Süd unter Dach und Fach. Faustballliebhaber kamen in der Halle am Alten Postweg voll auf ihre Kosten. Zwei in der aktuellen Besetzung gleich starke Mannschaften boten einen absoluten Leckerbissen. Von Anfang an schenkten sie sich nichts. 12:10 für Pfungstadt, dann zwei Mal in Folge 12:10 für Vaihingen – an Spannung waren die Sätze so wenig zu überbieten wie viele der Ballwechsel.

Nach der ersten Pause kamen die Gäste aus Hessen etwas besser ins Spiel. Egal ob Max Winkler in der Abwehr den Ball noch vom Boden kratzte oder ob Jakob Kilpper vorne das Leder nur noch regelkonform über die Leine brachte, weil er sich ganz lang machte – jeder in der Vaihinger Mannschaft versuchte auszubügeln, was bei einem anderen schiefgegangen war. Dennoch reichte es im vierten Durchgang nur zu einem 6:11 und damit Gleichstand nach Sätzen. Doch das Blatt wendete sich wieder. Vaihingen führte schnell mit 3:0 und 7:4, brachte sich aber durch Eigenfehler um den Vorsprung. Letztlich war das Glück in diesem Satz aber auf Seiten der Gastgeber. Erst schlug Schmutzler einen Angriff an die Wand, dann blockte Kolja Meyer einen seiner Angriffe. Der Ball prallte von den Händen des Vaihingers mit der riesigen Reichweite zurück und fiel kurz vor der Hallenwand gerade noch ins Feld der Gäste. Kurz drauf war der Satz mit 11:9 gewonnen. Und auch im sechsten Durchgang ließen die Vaihinger nichts anbrennen, führten nach einem weiteren 11:9-Erfolg – erneut war eine 7:4-Führung egalisiert worden – mit 4:2 nach Sätzen. Der Jubel war schon in der entscheidenden Phase dieses Satzes riesig. Erneut tat die Pause den Gastgebern weniger gut als ihren Gästen. Vaihingen legte die ersten zwei Punkte vor, geriet dann aber mit 4:9 in Rückstand. Auch eine Umstellung brachte nichts, als der zuletzt angeschlagene Marc Krüger kurzzeitig für Jakob Kilpper aufs Feld kam. Von den Gegenspielern sofort als Zielscheibe genommen, konnte er den Satzverlust mit 7:11 nicht mehr verhindern. Das war es aber für die Hessen gewesen. Bis zum Entscheidungssatz ließen es die Vaihinger nicht mehr kommen. Der achte Durchgang begann mit einem Rückschlag von Schmutzler ins Aus, einem Ball, der viel zu weit vorgespielt war und einem Rückschlag von Jungclaussen direkt an die Hallenwand. Derweil versenkte Meyer einen Preller und noch einen. Mit 11:6 waren Sieg und Klassenerhalt geschafft.

TV 1880 Käfertal – TV SW-Oberndorf 5 : 3

Der TV Oberndorf startete verhalten in den ersten Satz, konnte diesen trotzdem ausgeglichen gestalten. In der Endphase gelang es jedoch nicht, die entscheidenden Punkte zu machen. Käfertal gewinnt den Satz nach vielen Unkonzentriertheiten im Oberndorfer Spiel durch vier Punkte in Folge mit 12:10. Auch im zweiten Satz kann die TVO-Fünf nicht an das gewohnte Spiel anknüpfen und hat nur wenig Widerstand gegen die Käfertaler Angriffe. Oberndorf kann den gesamten Satz über wenig Struktur ins eigene Spiel bringen und verliert aufgrund der vielen Eigenfehler folgerichtig auch den zweiten Satz mit 11:8. Ab Satz drei stabilisiert sich das Oberndorfer Spiel, Käfertal geht mehr Risiko im Angriff und produziert nun auch Eigenfehler. Zum Satzende steigert sich der TVO zusehends, kommt immer wieder in gute Angriffspositionen und kann diese nun auch verwerten. Mit dem deutlichen 11:5 Satzgewinn verkürzt Oberndorf auf 1:2 Sätze, mit denen es in die Satzpause geht. Aus dieser kommt der TVO mit mehr starken Abwehraktionen zurück und legt schnell mit 5:2 vor. Jedoch kann Oberndorf die Führung nicht halten und Käfertal dreht ein 4:6 in ein 9:6. Zwar kommt die Schweinfurter Fünf nochmal zurück, allerdings lässt sich das Mannheimer Angriffs-Duo diesen vierten Satz nicht mehr nehmen und bringt ihn mit 11:8 nach Hause.

Im fünften Satz starten beide Teams stark, der TVO kann schnell eine 5:2-Führung heraus spielen und stellt sich immer besser auf den Käfertaler Angriff ein. In einem ausgeglichenen Satz legt der TVK vor und hat bei 10:8 die ersten Satzbälle. Der TVO kann jedoch den Kopf aus der Schlinge ziehen und mit viergut vorgetragenen Angriffen den Satz noch mit 12:10 für sich entscheiden. Den sechsten Satz beginnt das Heimteam stark und legt mit 5:2 einen Blitzstart hin. Diesmal ist es die Oberndorfer Mannschaft, die den Rückstand aufholt und bei 9:8 die Führung erstmals erobert. In einer spannenden Endphase behält der TVO kühlen Kopf und geht mit einem glücklichen aber nicht unverdienten 3:3-Satzausgleich in die zweite Satzpause.

In den dritten Abschnitt starten beide Teams unkonzentriert und man merkte ihnen nun auch den Kräfteverlust an, was sich in großer Nervosität und vielen leichten Eigenfehlern auf beiden Seiten bemerkbar macht. Trotzdem kann der Gast mit 8:5 in Führung gehen. Dann läuft bei den Käfertalern deutlich mehr zusammen und somit geben die TVO-ler diese Führung ohne weiteren Punktgewinn noch zum 3:4 nach Sätzen ab. Im achten Satz wechselt die Führung ständig, zuerst 3:1 für den TVO, dann 5:3 für Käfertal. Angetrieben von einer tollen Kulisse spielt Käfertal nun immer besser. Die Schweinfurter stemmen sich zwar gegen die drohende Niederlage, können aber nicht, wie in den Sätzen zuvor, die Wende schaffen. Käfertal erkämpft sich mit 11:8 zwei ganz wichtige Punkte in Richtung Klassenerhalt. „Es war klar, dass es hier heute schwer werden würde, allerdings haben wir auch nicht gerade unser bestes Saisonspiel abgeliefert. Käfertal war heute auch die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen. Jetzt gilt es nächstes Wochenende wieder durchzustarten, um die DM-Qualifikation perfekt zu machen.“, resümierte Kapitän Fabian Sagstetter nach dem Spiel.

TSV Calw – TV Hohenklingen 5 : 2

Wie bereits bei den vorigen Auftritten in der Walter-Lindner-Halle, waren die Ränge wieder mit vielen Zuschauern gefüllt. Rund 200 waren es, die das Duell der beiden Vorjahres-Aufsteiger TSV Calw und TV Hohenklingen und ein neuerliches Spektakel wie zuletzt beim 5:4 gegen Meister TSV Pfungstadt erleben wollten. Im Publikum auch der Schweizer Nationaltrainer Oliver Lang und eine eidgenössische Fangruppe, die ihre Augen vor allem auf Raphael Schlattinger richteten. Vielleicht war das der Grund dafür, dass der Calwer Schlagmann zunächst übermotiviert begann und einige Fehler produzierte. „Wir haben aber insgesamt nervös gespielt, auf allen Positionen“, sollte TSV-Trainer Thomas Stoll später über die zwei ersten Sätze berichten, die der Gast zwar knapp, aber verdient gewann. Blieb Durchgang 1 noch weitgehend ein Angabenduell, so entwickelte sich allmählich ein rassiges Spiel, in dem Hohenklingens Ex-Nationalangreifer Michael Krauß dank seiner Routine und Übersicht die entscheidenden Nadelstiche setzte.

„Dann haben wir auf Raphael eingeredet und ihm gesagt: spiel‘ einfach das, was du kannst und bleib‘ locker“, so Abwehrspieler Philipp Kübler, der hinter den Angreifern Schlattinger und Bernd Bodler sowie mit Nick Stoll (Mitte) und Marco Stoll (Abwehr) die Calwer „Starting Five“ bildete. Tatsächlich agierte Schlattinger ab dem dritten Satz wie ausgewechselt und riss einmal mehr die gesamte Mannschaft mit. Die Calwer zeigten nun plötzlich ihr bestes Faustball, während die Gäste kein Mittel mehr fanden, um gegenzuhalten. Alexander Thau, Zweitangreifer des TVH, sowie die Hohenklingener Abwehr kam auch nach der Auszeit bei 0:4-Rückstand nicht ins Spiel, während die Defensive der Gastgeber Krauß‘ lange Bälle immer zuverlässiger entschärfte. Über 6:0, 8:1 und 11:4 verkürzte der TSV Calw auf 1:2 Sätze. Das Publikum erlebte danach ein nervöses Spiel bis zum 5:5, dann setzte sich das Calwer „Löwenrudel“ ab. Eine großartige Rettungstat von Marco Stoll, die im 9:5 mündete, signalisierte, wer nun Chef im Ring war.

Der Gastgeber blieb, lautstark angefeuert, obenauf. 5:1 und 7:3 lauteten die Stationen im fünften Satz, auch Bodler punktete nun häufiger und die vom starken Mittespieler Marco Kühner angetriebenen Hohenklingener kamen nur noch auf 11:8 heran. Das Gästeteam gab nicht auf, wohl wissend, dass ein Sieg in Calw die Chancen auf den Klassenerhalt deutlich verbessert hätten. Mit 5:2 gingen sie im sechsten Satz in Führung, aber auch ein Satzball reichte nicht. Schlattinger glich das 9:10 mit einer riskanten Angabe aus, dann zeichnete sich Philipp Kübler mit einem überragenden Abwehrball aus und Calw brachte die 4:2-Satzführung unter.

Bodlers gelungene Blockaktionen und Nick Stolls blitzsaubere Zuspiele auf Schlattinger waren das Erfolgsrezept im letzten Durchgang. So machten die Calwer  aus einem 4:5 eine 8:5-Führung. Hohenklingen versuchte in einem intensiven Schlagabtausch alles, ein weiterer Bodler-Block brachte aber den ersten Calwer Matchball und wenige Sekunden später bejubelten die lautstarken Calw-Fans den siebten Sieg im zehnten Spiel. „Jetzt blicken wir in der Tabelle nur nochnach oben“, so Coach Thomas Stoll, der es sicher gern gesehen hat, dass der große TSV Pfungstadt zur gleichen Zeit in Vaihingen/Enz Federn lassen musste und nur noch aufgrund der besseren Satzbilanz vor Calw steht.

Stimmen zum Spiel

Moritz Höckele, Abwehrspieler TV Hohenklingen: „Die Calwer begannen die ersten zwei Sätze nicht so stark, wie sie normalerweise sind. Dann haben sie sich aber gefangen. Für uns war das heute ein sehr wichtiges Spiel. Mal sehen, ob wir noch die Chance bekommen, den Abstieg zu verhindern.“

Philipp Kübler, Abwehrspieler TSV Calw: „Wir sind zu locker in das Spiel gegangen, waren dann unter Druck und wollten zu viel. Dann haben wir die Kurve gekriegt und unsere tolle Bilanz weiter verbessert. Wahnsinn, was wir in dieser ersten Bundesliga-Saison erleben.“

Thomas Stoll, Trainer TSV Calw: „Die Anwesenheit der Schweizer Fans und von Nationaltrainer Oliver Lang war eine Sondersituation für unseren Schlagmann. Wir haben aber insgesamt nicht so konsequent gespielt wie zuletzt. Hohenklingen spielte heute aber auch besser als im Hinspiel, vor allem Michael Krauß. Raphael Schlattinger hat aber überragend dagegengehalten und wir konnten uns auch durch tolle Zuspiele extrem steigern. Nun geht’s nächste Woche nach Mannheim zum TV Käfertal. Die brauchen jeden Sieg, um bei der deutschen Meisterschaft dabei zu sein. Das wird schwer für uns, aber wir werden alles probieren.“

Oliver Lang, Nationaltrainer Schweiz: „In der jungen Calwer Mannschaft herrscht ein toller Teamgeist. Für Raphael Schlattinger ist es gut, so viel Verantwortung übernehmen zu können. Er verfügt über ein tolles Abwehrverhalten und entschied das Match bei Satzball für den Gegner im sechsten Satz mit einer starken Angabe. Er ist ein Schlüsselspieler meiner Nationalmannschaft, wird auch dort mehr Verantwortung bekommen. Ich erhoffe mir von ihm auch, dass er lernt, wie man Deutschland besiegt – zum Beispiel bei der nächsten Europameisterschaft im Sommer in Adelmannsfelden.“

 

FBC Offenburg- TV 1880 Käfertal 5 : 2

Am Samstagabend war der Spielverlauf im Heimspiel gegen den TV Käfertal abwechslungsreich bis zum 2:2, dann wurde die Gegenwehr der Gäste immer geringer. Der FBC hatte sich nun gut auf den Gegner eingestellt und ließ nur noch wenig zu. „Käfertal hat nicht so viel Gegenwehr gezeigt, wie wir es eigentlich erwartet hatten. In den Sätzen zwei und vier lief es bei uns einfach nicht. Mit der restlichen Leistung können wir zufrieden sein“, freut sich Abwehrspieler Mark Borho über den Sieg und den damit verbundenen endgültigen Klassenerhalt.

 

TV Stammheim – FBC Offenburg 4 : 5

Lange hatten die zahlreichen Fans in der Stammheimer Halle gehofft, dass es an diesem Sonntag mit dem ersten Saisonsieg klappen würde. Lange sah es auch danach aus als könnte Stammheim mit dem erfahrenen Team aus der Ortenau mithalten. Am Ende setzt sich aber der in den entscheidenden Phase stabilere FBC Offenburg durch und dreht nach einem 4:3-Rückstand das Spiel und entführt damit die Punkte aus Stuttgart. Es war eine der besten Saisonleistung der Stammheimer, auch wenn das Spiel alles andere als gut begann. Nur zwei Punkte gelanden dem TVS im Auftaktsatz. Viel zu einfache Fehler in der Abwehr und kaum Abschlusssituationen für Angreifer Max Gayer waren ersichtlich. Doch wer dachte, dass dieses Spiel schnell beendet sein würde wurde eines Besseren belehrt. Stammheim drehte auf im zweiten Satz und mit gleichzeitig nachlassender Leistung der Offenburger konnten drei der nächsten vier Sätze gewonnen werden. Plötzlich führte der TVS 3:2 und nach zwei weiteren Sätzen sogar 4:3. Unterm Strich bleibt für den TVS wieder eine gute Leistung stehen, die nicht belohnt wurde. Bereits das zweite Saisonspiel gegen ein Mittelfeldteam der Bundesliga geht knapp mit 4:5 verloren. Eben genau das andere Team – den TV Vaihingen/Enz geht es am kommenden Freitag zur ungewohnten Zeit um 20 Uhr in eigener Halle. Der TVS hofft auf viele unterstützende Fans wenn der nächste Versuch auf einen Punktgewinn unternommen wird.

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