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Die Süd-Männer vor der Feldsaison 2019

> Raphael Schlattinger (l.) und Dennis Gruber sollen Calw zur DM bringen. (Foto: DFBL/Schönwandt)

Mannheim (DFBL/aka). Eine spannende Feldrunde steht vor der Tür. Mit einem Doppelspieltag startet die 1. Liga Süd am ersten Wochenende im Mai. Topfavorit ist – wie kann es anders sein? – der TSV Pfungstadt. Danach wird es schon schwierig ein Team mit einer ganz klaren Nummer zwei zu benennen. Mehrere Mannschaften haben neues Personal in ihre Reihen zu integrieren – und einige arrivierte planen den totalen Umbruch. Der Süd-Check von Andreas Gruber.

FBC Offenburg

Die Jungs aus der Ortenau sind heiß auf 2019. Mal überragend, um dann wieder die großen Chancen liegen zu lassen. Das Turnier in Karlsdorf konnte als Sieger der offenen Klasse verlassen werden. Ein ausgeglichener, wenn auch dünner Kader steht bereit um das vorhandene Potential auch über die Runde abzurufen. Da steckt mehr drin als letztes Jahr, als man in der Vorquali den vierten Platz belegte sich dann aber nicht mehr zu verbessern wusste. Die Mannschaft ist sicherlich in ihren Zenit, kann aktuell aber auf keine A- oder B-Jugend zurück greifen. Sven Muckle, Stefan Konprecht, Mark Borho, Matthias Liliental, Olvier Späth stehen als Stamm zur Verfügung – dann wird es schon schwierig mit personellen Veränderungen.
Prognose: Die Ortenauer werden um Platz 4-5 einlaufen – mehr wird schwierig.

TV Vaihingen/Enz

Der Umbruch im Team läuft krasser, als von vielen erwartet. Kolja Meyer, Michael Kraußgehen  in die M35 – Tobias Rommel und Daniel Wörsinger sind auf Abwegen in Bissingen. Marco Lochmahr mit reduziertem Trainingsaufwand. Ein neuer Trainer, allerdings ein Ur-TVVler, der zuerst einmal eine komplette U18 einzubauen hat. Ältester Spieler ist der 23jährige Tobias Knodel, nur noch David Franz ist älter als 20, der Rest der Truppe ist Jahrgang 2001 und jünger. Die U18/U21 ist talentiert, aber Talent allein reicht nicht im Haifischbecken Bundesliga.
Prognose: Das wird eine enge Kiste für den TVV – auch die Spiele gegen Augsburg, und vor allem Unterhaugstett sind schon eine Nummer für die „jungen“ Wilden – das wird zum Saisonende ganz, ganz eng.

TV Schweinfurt Oberndorf

Der TVO ist weit unter den eigenen Erwartungen in der Hallenrunde geblieben und hat einiges an Verletzungspech hinzubekommen. Wie sich die neue Runde ergibt wird sich zeigen. Auch wenn Oliver Bauer nicht spielt, ist der Angriff stark genug um die Klasse zu halten. Aber das ist natürlich nicht das Ziel der Kugellagerstädter. Dre-h und Angelpunkt ist nach wie vor Fabian Sagstetter, an und in der Schaltzentrale. Ohne Oliver Bauer muss er in den Angriff und dann fehlt seine Übersicht und Antizipation im Gefüge der Mannschaft. Die Abwehrreihe mit Jaro Jungclausen, Johann Habenstein, Florian Dworazek, Jens Scheiffele ist jeder Zeit Herr der Lage – in Stammheim konnte zuletzt der zweite Platz erkämpft werden.
Prognose: Platz 3 sollte realisierbar sein für die Franken, geht aber nur mit Oliver Bauer

TSV Pfungstadt

Auch diesmal dürften die Jungs aus der Bierstadt den Spitzenplatz gebucht haben, die Frage ist nur wieviel Sätze geben sie dieses Jahr ab? Mehr oder weniger als acht in der abgelaufenen Hallenrunde? Sechs Nationalspieler stehen dem Trainer zur Verfügung – Luxus pur. Das gab auch keine Probleme bei der DM in Mannheim/Käfertal mit dem Überangebot an Spielern für die „Starting Five“. Solange Patrick Thomas die Abwehrreihen der Gegner extrem unter Druck setzt, ist der TSV eine Macht – denn „nur“ aus der Angabe heraus wird es jede Mannschaft schwer haben, gegen die Gelben zu bestehen. Das Turnier in Stammheim konnte man als Sieger beenden– erste Kratzer im Hochglanzlack des TSV gab es in Vaihingen, als man doch etwas überraschend eine Niederlage gegen das Spitzenteam aus Diepoldsau einstecken musste.
Prognose: Platz 1 geht nach Hessen

TSV Calw

Nach dem dritten Platz auf der Feld-DM 2018 und dem Absturz aus der ersten Liga in der Halle sollten die Zeichen auf Kontinuität in Calw gerichtet sein. Raphael Schlattinger scheint seine schwere Fußverletzung wieder auskuriert zu haben – hat aber auch ein Mamutprogramm vor sich: Jede Menge Spieltage in Deutschland, einige Turniere in der Vorbereitung, Lehrgänge mit der Schweizer „Nati“ für die Heim WM im August – das wird auch an dem austrainiertem Schweizer nicht spurlos vorüber gehen. Zu allem Überfluß hat Bernd Bodler seine Schuhe vorläufig an den „berühmten“ Nagel gehängt. Die Schwarzwälder haben sich die Dienste von Dennis Gruber gesichert, der, wenn auch noch nicht wieder bei 100% nach der schweren Schulter OP, eine schlagkräftige Alternative für Raphael darstellen sollte. Einen Links- und einen Rechstangreifer kann kein anderes Team der Liga vorweisen. Als Backup für die beiden Angreifer steht Nico Stoll bereit. Er kann und wird immer wieder entlasten. Die Abwehr steht bombenfest mit Philipp Kübler, Nick Stoll und Gruner Lukas. Wenn Matze Ziehrer, ein weiterer Rekonvaleszent, wieder hinzustößt, sind auch die Alternativen für den Trainer Thomas Stoll da. Bitter: Kurz vor Saisonstart hat sich Heiko Bestle die Kreuzbänder gerissen und wird für die Feldrunde komplett ausfallen. Ein siebter Platz in Stammheim und der Finalsieg von Vaihingen gegen den SV Diepoldsau stehen in der Saisonvorbereitung zu Buche.

TV Augsburg

Zweiter Aufsteiger in die Eliteklasse, und das zum ersten Male im Feld (wenn sich die Chronisten richtig erinnern), ist der TVA. Eng verbunden mit dem Namen Schäfer ist die Leistungskurve nach oben gegangen – die Jugend ist jetzt über 20 und war auf vielen DMs und WMs im Einsatz. Der Kader ist mit Spielern, die schon Erstligaerfahrung haben, und den jungen Wilden harmonisch besetzt. Die Brüderpaare Felix und David Färber, sowie Christian und Michael Schäfer bilden den Stamm – dazu gesellen sich Steffen Sellmann, Andreas Schneeweis, Felix Schulz, Korbinian Häcker und Marcel Stanikowski. An die höhere Belastung muss man sich schnell gewöhnen – gleich am ersten Spieltag kommt der TSV Calw.
Prognose: Einer der Kandidaten für den direkten Abstieg.

TV Unterhaugstett

Auf der letzten Rille den Klassenerhalt in der Halle geschafft, auch der Verletzung von Calws Schlagmann Schlattinger geschuldet – sind die Unterhaugstetter einer der Aufsteiger und damit auch ein „Favorit“ auf einen Abstiegsplatz. Die Abwehr mit Ingo Lochmahr, Sebastian Buck, Christian Lörcher, Stefan Koch und Holger Bäuerle hat Erstligaerfahrung, ein Neuzugang vom NLV Vaihingen (ehemals TV Vaihingen) Max‚Winkler hat seinen Einstand mit einem Turniersieg gefeiert. – der Angriff ist zur Zeit mit Robin Gensheimer und Michael Ochner besetzt. Großes Defizit in der abgelaufenen Hallenrunde war die Angabe. Sie war etwas schwankend zwischen den Extremen) Das eigene Vorbereitungsturnier konnte gewonnen werden und in Vaihingen glänzte man mit dem erreichen der Finalrunde.
Prognose: Der TVU packt den „Cut“ und bleibt drin

TV Käfertal

Nach zwei Medaillen bei den Hallen-DMs (Silber 2018, Bronze 2019) wollen die TVKler auch im Feld ein Wörtchen zur DM-Quali mitreden. Für die Runde steht Marcel Stoklasa noch nicht zur Verfügung (zweite Knie-OP). Hendrick Vetter verlässt beruflich den TVK in Richtung München und Dominik Mondl sieht Vaterfreuden entgegen und möchte deshalb etwas kürzer treten. Das sind alles „Contras“, die gegen den TVK sprechen – aber der Kader ist groß genug um auch dieses aufzufangen – Nick Trinemeier im Angriff sowie Fabian Braun ergänzen sich nahezu perfekt. Bei Linus Murry steht ebenfalls eine weitere OP an – er kann dadurch sicherlich keine Alternative für die Abwehr sein. Fündig wurde der TVK beim linksrheinischen TB Oppau: Christoph Jugel wird sich der Herausforderung stellen und den Sprung aus der 2. Liga West in die 1. Liga wagen. Die Abwehr um Felix Klassen und Marcel Moritz zählt zu den stablisten in der Liga.. Mit Leo Goth steht ein erfahrener Coach an der Seite der „Monnemer“ .
Prognose: Die Saison ist kein Selbstläufer – aber auf der heimischen Karl-Heinz-Herbst-Sportanlage sind die Jungs eine Macht. Wenn Schweinfurt und Offenburg schwächeln, dann packen die „Käfertäler“ den dritten Platz

Fazit: Sicherer DM-Teilnehmer (welche Überraschung) ist der TSV Pfungstadt. Danach werden sich vier Mannschaften, um zwei weitere Startplätze auch untereinander die Punkte streitig machen (Calw, Käfertal, Schweinfurt und Offenburg,). Um den Abstieg spielen TV Unterhaugstett, TV Vaihingen und der TV Augsburg.

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