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Die Süd-Frauen vor der Feldsaison 2019

> Greift zukünftig für den TV Segnitz an: Nationalspielerin Svenja Schröder (Foto: DFBL/Schönwandt)

Pfungstadt (DFBL/ssp). Den Abschluss der Bundesliga-Teamchecks macht die 1. Bundesliga Süd der Frauen. Während mit Unterhaugstett, Dennach, Pfungstadt, Segnitz, Obernhausen und Calw sechs Teams bereits an diesem Wochenende in die Saison starten, läuft die Vorbereitung für Tannheim, Käfertal und Hirschfelde noch eine Woche länger. Wer kommt wer geht – welche Ziele haben die Mannschaften für die Feldsaison 2019? Sönke Spille gibt seine Tipps für den Saisonverlauf ab.

TV Segnitz

Mit neuem Personal startet Segnitz in die anstehende Feldsaison: Nachdem es in der Halle in Liga zwei nicht mit dem gesteckten Ziel Aufstieg geklappt hat – der TVS fand sich auf Rang drei in der Liga Süd wieder – will die Mannschaft aus Unterfranken nun eine Liga höher bestehen. Helfen sollen dabei auch die beiden Neuzugänge vom TV Eibach. Nachdem sich das Team aufgelöst hat, entschieden sich Nationalangreiferin Svenja Schröder und Abwehrspielerin Antonia Fuchs für einen Wechsel nach Segnitz. Schröder wird damit auch die bisherige Angreiferin Luisa Kaemmer ersetzen, die aufgrund ihres Studiums eine Saison aussetzt. In der neue Mannschaftskonstellation gilt es beim Team aus Bayern, zunächst als Einheit zusammenzufinden. Trainiert wird das Frauenteam seit mehreren Jahren von Ulrich Lauck, der nun Unterstützung von der ehemaligen Angreiferin Linda Müller erhält.
Prognose: Dass das Zusammenspiel mit den beiden Zugängen schnell klappen kann, hat der Turniersieg in Vaihingen gezeigt. Segnitz qualifiziert sich mit Platz drei für die DM.

TV Unterhaugstett

Nach dem verpassten Aufstieg bei den Aufstiegsspielen im Feld 2018 in Pfungstadt hatten sich die Frauen vom TV Unterhaugstett bereits auf ein weiteres Jahr in der 2. Liga eingestellt. Umso überraschender kam im März daher die Nachricht, dass der TVU – nach dem Rückzug des TV Eibach – nach zwei Jahren wieder im Faustball-Oberhaus auflaufen wird. Die Aufteilung von Angriff- sowie Abwehr- und Zuspieltraining hat sich bewährt und das Trainer-Duo Michael Ochner und Markus Katz kann in der kommenden Spielzeit auf einen breiten Kader zurückgreifen. Anke Philippi kehrt nach einem mehrjährigen Aufenthalt in der Schweiz wieder in die Abwehr der 1. Mannschaft zurück. Dazu soll Pia Neuefeind, die während der Feldsaison ein Praxissemester im Süden absolviert, im Angriff für die nötige Durchschlagskraft sorgen. Dazu werden Vera Sauerbrunn und Saskia Laser – die sich derzeit noch in ihrem Auslandssemester befinden – im Laufe der Saison in das Geschehen eingreifen. Als Ziel haben sich die Unterhaugstetterinnen den Klassenerhalt gesetzt. Mit der Unterstützung durch Angreiferin Pia Neuefeind hofft man sogar, im oberen Drittel der Tabelle Platz zu finden.
Prognose: Zunächst lief die Saisonvorbereitung nicht optimal – doch kurz vor dem Saisonstart zeigt die Kurve steil nach oben. Beim dritten Platz in Vaihingen ließ Unterhaugstett nahmhafte Konkurrenz hinter sich. Und auch in der Liga wird der TVU mit Rang 4 überzeugen.

SV Tannheim

Es war die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte: Etwas unerwartet qualifizierte sich der SV Tannheim mit Rang vier, als Nachrücker, zu den nationalen Titelkämpfen in Hundsmühlen. Nach einer Saison mit vielen Verletzungen und personellen Engpässen ein toller Erfolg – zumal der SV bei der DM nur knapp den Halbfinaleinzug verpasste. Ganz anders sind die Zielsetzungen nun auf dem Feld – Klassenerhalt. Denn eigentlich hätte Tannheim den Gang in Liga zwei antreten müssen, und bekommt nun durch den Rückzug vom TV Vaihingen/Enz nochmals die Chance, sich im Liga-Oberhaus zu beweisen.
Nicht dabei sein wird Katharina Hammer, die ihr Traineramt niedergelegt hat und aufgrund eines Kreuzbandrisses auch als Spielerin ausfällt. Einen Nachfolger an der Seitenlinie gibt es noch nicht. Auch Spielerin Lena Pieper tritt aus privaten Gründen etwas kürzer und wird nicht bei allen Spieltagen dabei sein. Dafür ist Anika Sellmann nach ihrer langen Knieverletzung wieder fit und kann das Team unterstützen und auch Simone Hummel ist nach ihren Rückenproblemen wieder zurück auf dem Spielfeld. Außerdem wird die Mannschaft durch einige Spielerinnen der 2. Damenmannschaft unterstützt. Bei den Vorbereitungsturnieren in Unterhaugstett (2. Platz), Neugablonz und Veitsbronn (jeweils 1. Platz) erkämpfte der SV vordere Platzierungen.
Prognose: Die ganz große Aussagekraft geben die Turniere in Neugablonz und Veitsbronn nicht. Für den SV wird es eine schwere Saison – die auf Platz 8 endet.

TV Käfertal

Nach sieben Jahren sind die Damen des TV Käfertal zurück in der ersten Bundesliga. Das Oberhaus ist für den Großteil der Käfertaler Damen trotzdem kein Neuland. Während Anna Bondza, Celine Conrad und Iris Wittemann bereits mit Käfertal erstklassig spielten, lief Katrin Arbogast lange Jahre für ihren Heimatverein TSV Karlsdorf in der ersten Liga auf. Auch Abwehrspielerin Steffi Desa konnte vor Jahren in ihrer Heimat Rendel Erstliga-Erfahrungen sammeln. Komplettiert wird das Team von Natalie Moritz, Nadine Conrad und Isabell Drzymalla, die seit Jugendzeiten für den TV Käfertal spielen. An Erfahrung mangelt es den Käfertalerinnen also nicht. Die Herausforderung besteht vielmehr in der gemeinsamen Praxis. Ein auswärtiges Studium und Ausbildung sowie Wohnorte mit rund einer Stunde Entfernung machen gemeinsame Trainingseinheiten seit Jahren zu einer Seltenheit. Aller Umstände zum Trotz sind die Käfertalerinnen nach drei  Vorbereitungsturnieren zuversichtlich und freuen sich, nach einer überschaubaren Hallensaison mit nur vier Mannschaften in der 2. Bundesliga West, auf die neue Herausforderung. Das ausgegebene Mannschaftsziel ist der Klassenerhalt.
Prognose: Wirklich rund lief es für den TVK auf den Vorbereitungsturnieren noch nicht. Richtungsweisend sind die ersten beiden Spieltage, wenn Käfertal auf Tannheim, Hirschfelde und Pfungstadt trifft. Am Ende wird es Platz 9 – und so nicht für den Klassenerhalt reichen.

FSV Hirschfelde

Es ist ein wenig das gallische Dorf im Faustball-Osten der Bundesliga: Am kommenden Wochenende startet der FSV Hirschfelde bereits in seine 15. Saison in der 1. Bundesliga Süd in Folge. Nach dem Rücktritt von Peggy Rathmann aus der Bundesliga-Mannschaft gelang den Sächsinnen,  Sophia Köhler vom ESV Dresden für die anstehende Spielzeit zu verpflichten. Sie stößt somit zu einer eingespielten Einheit um Sofie Hamann, Linda Scholze (beide Angriff), Pauline Brun, Nelli und Tina Schumann sowie Pauline Neumann (alle Abwehr/Zuspiel). Der Fokus der Mannschaft liegt dabei seit Jahren auf der Feldsaison. Um im Spielrhythmus zu bleiben, trat der FSV unter dem Hallendach in der Oberliga Sachsen an, in der das Team ohne Satzverlust den ersten Platz belegte. In Vorbereitung auf die anstehende Spielzeit trat Hirschfelde bei einem Männerturnier in Dresden an. Als Ziel hat sich die Mannschaft gesetzt, einen Platz im oberen Mittelfeld der Tabelle zu erreichen.
Prognose: Bereits in den vergangenen Jahren hat sich der FSV stark präsentiert. Wie schon 2018 landet das Team von der polnischen Grenze auf Platz 5.

TSV Dennach

Als Mitfavorit angetreten, erlebte der TSV Dennach bei den Deutschen Meisterschaften in Hundsmühlen eine herbe Enttäuschung. Bereits nach der Vorrunde mussten sich die Pink Ladies aus dem Kampf um die Medaillen verabschieden und waren am Sonntag nur noch Zuschauer. Nun hat die Mannschaft die durchwachsene Hallensaison aufgearbeitet, reflektiert und hinter sich gelassen. Der Fokus liegt wieder ganz auf der Feldsaison – schließlich hat die Mannschaft gleich mehrere Wettbewerbe vor der Brust. Das Highlight wird der Weltpokal im September sein, den sich der TSV, nach einigen vergeblichen Anläufen, endlich sichern will. Dazu will die Mannschaft eine konstante Saison in der Bundesliga spielen, bei der am Ende die Qualifikation zur DM rausspringen soll. Den Spielerinnen ist dabei bewusst: Bei der DM, dem Europapokal und auch beim Weltpokal werden die Karten neu gemischt und man muss sehen, wie es läuft. Nur wenn die Leistung konstant abgerufen wird, können die Schwarzwälderinnen an der Weltspitze mitspielen.
Nach der abgelaufenen Saison hat sich die langjährige Angreiferin Lena Wahl aus beruflichen Gründen verabschiedet. Ebenfalls nicht mehr dabei ist Tabea Kälber. Zuwachs gibt es aus der eigenen Jugend. Laura Pross konnte bereits in der Vergangenheit Bundesligaluft schnuppern und unterstützte den TSV beim Turnier in Stammheim. Abwehrspielerin Nicole Neumann wird dazu ihre erste Saison im ansonsten unveränderten und erfahrenen Bundesliga-Team bestreiten.
Prognose: Der TSV hat sich vom Vorrunden-Aus bei der Hallen-DM erholt, sammelt am ersten Spieltag mit Siegen gegen Unterhaugstett und Pfungstadt Selbstvertrauen und wird sich die Meisterschaft der Süd-Staffel sichern.

TV Obernhausen

Nachdem die vergangene Hallensaison für den TV Obernhausen – trotz des Umzugs von Katharina Henn, einer tragenden Stütze im Team – überraschend erfolgreich verlief, geht der TVO positiv in die Feldsaison 2019 hinein. Das Vereinsheim vom TV Obernhausen wird voraussichtlich dieses Jahr abgerissen und neu gebaut und ist somit nicht zu nutzen. Daher weicht die Mannschaft sowohl beim Training als auch an den Spieltagen auf die Sportanlagen des Nachbarvereins TV Waldrennach aus. Dort können die Mädels auch von dem gemeinsamen Training mit den Bundesliga-Männern vom TVW profitieren – vor allem in der Zeit, bis Trainerin Melanie Münzenmaier aus ihrer Babypause zurückkehrt.
Leider ist der Kader der TVO-Damen auch weiterhin von Verletzungen geplagt. Derzeit sind nur fünf Spielerinnen voll einsatzfähig.  Zwei weitere finden sich so langsam wieder ins Training mit ein. Damit es trotzdem nie zu Engpässen kommt, wird in Zukunft Jugendspielerin Mirjam Brassat als Unterstützung bei den Spieltagen dabei sein.
Nachdem es in den gegnerischen Mannschaften auch die ein oder andere Änderung im Kader gibt, ist die Mannschaft sehr gespannt auf die kommenden Spiele. Ziel ist es wieder, sich im Mittelfeld der Tabelle zu halten.
Prognose: Wie schon in der vergangenen Hallensaison kämpft Obernhausen im unteren Tabellendrittel. Am Ende schließt der TVO die Saison mit Rang 7 knapp über dem Strich ab.

TSV Pfungstadt

Erfolgreich eingeschlagen hat der TSV Pfungstadt als Aufsteiger in der vergangenen Hallensaison. Als Neuling gelang den Spielerinnen lange Zeit, ihr Können konstant abzurufen und sogar einige überraschende Siege. Zum Saisonende ließ diese Konstanz dann ein wenig nach. Dennoch war der vierte Platz in der bereinigten Abschlusstabelle ein starker Einstand im Oberhaus. Nach der Halle folgt für das Team aus Hessen nun auch auf dem Feld die erste Saison in der 1. Bundesliga. Dabei gilt es möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Da es an der Konstanz der Leistung in der Halle noch etwas haperte, gilt es besonders daran zu arbeiten. Nach Rang zwei beim Vorbereitungsturnier in Karlsdorf und einem etwas enttäuschenden 11. Platz in Stammheim konnte sich die Mannschaft um die österreichische Nationalangreiferin Teresa Spadinger in Vaihingen spielerisch wieder steigern. Etwas unglücklich schied der TSV in der Vorrunde, trotz eines Sieges gegen den späteren Zweitplatzierten Kreulingen, aus. Dieser Erfolg hat dem Kader, bei dem nur der Abgang von Abwehrspielerin Carola Geyer zu verzeichnen ist, aber Selbstvertrauen für die Feldsaison gegeben.
Prognose: Der verstärkte Mitaufsteiger TV Unterhaugstett, der amtierende Feldmeister TSV Dennach und der stark eingeschätzte TV Segnitz warten in den ersten drei Saisonspielen. Danach sollte der TSV aber ausreichend Punkte für Platz 6 und den Klassenerhalt sammeln.

TSV Calw

Endlich: Nach zehn Jahren Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga Süd, sowohl im Feld als auch in der Halle, und bei der 17. Teilnahme an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft klappte es, nach einer souveränen Saison, für den TSV Calw mit dem Deutschen Meistertitel.
Nach dem Abschied von Nationalspielerin Annika Bösch, die in ihre Heimat zurückkehrt und der Pause von Jasmin Sackmann, wird für den TSV eine neuformierte Abwehrreihe auf dem Feld stehen.  Dafür rücken Spielerinnen aus der starken Calwer Jugend in den Kader nach. Auch die routinierte Samantha Lubik wird nach einer Pause wieder in das Team zurückkehren, so dass die TSV-Frauen um ihre Schlagfrau Stephanie Dannecker und mit (Lisa Kübler und Laura Flörchinger (Zuspiel/Abwehr) eine starke Einheit bleiben werden. Trainerin Elke Schöck hat die Qual der Wahl, wenn sie aus dem großen Spielerinnen-Pool zugreifen kann. Die Frauen II des TSV Calw haben schließlich in Feld und Halle den Aufstieg aus der Schwabenliga geschafft und spielen künftig in der 2. Bundesliga Süd.
Prognose: Der TSV kämpft auch auf dem Feld wieder um die DM-Tickets. Am Ende wird es für das Löwenrudel Rang 2.
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