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Die Nord-Männer vor der Feldsaison 2019

> Kandidat für die DM-Tickets?: Leo Eckerle und der TSV Hagen 1860 (Foto: DFBL/Schönwandt)

Brettorf (DFBL/ssp). Am Samstag ist es soweit: Die 1. Bundesliga Nord der Männer startet in die Feldsaison 2019. DM-Gastgeber VfL Kellinghusen startet direkt mit einem knackigen Programm und begrüßt die DM-Teilnehmer aus der Halle, VfK Berlin und TV Brettorf, auf eigener Anlage. Auch Aufsteiger SV Moslesfehn ist doppelt gefordert. Nach einem Heimspiel gegen den TSV Hagen 1860 gastiert die Mannschaft am Sonntag beim TK Hannover. Wer wird sich im Saisonverlauf die DM-Tickets schnappen und wer muss um den Klassenerhalt zittern? Sönke Spille gibt für die DFBL seine Tipps ab.

Berliner TS

Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga gelang dem Team zuletzt sowohl auf dem Feld als auch in der Halle der direkte Wiederaufstieg ins deutsche Oberhaus. In der abgelaufenen Hallensaison blieb man bis zu den Aufstiegsspielen ungeschlagen und konnte die 2. Bundesliga Ost souverän für sich entscheiden.
Der Kader bleibt weitestgehend unverändert. Mit Linus Richter wird ab der Sommersaison ein weiterer ehemaliger Jugendspieler dem Kader der 1. Mannschaft angehören. Als Aufsteiger ist erneut der Klassenerhalt das Ziel. Dafür sollte man, anders als noch beim ersten Anlauf in der Feld-Bundesliga – als die Hauptstädter mit 4:24 Punkten den Gang in Liga zwei antreten mussten – sollte man dafür von größeren Verletzungen verschont bleiben.
Prognose: Auch im zweiten Anlauf wird es für die Berliner nicht reichen. Sie werden mit Rang 8 zurück in Liga zwei kehren.

TSV Hagen 1860

War das Ziel der abgelaufenen Hallensaison noch primär die Integration der beiden neuen Spieler Philip Hofmann und Kevin Schmalbach, will der TSV in der Feldrunde nun oben angreifen und um die zwei Quali-Plätze der DM mitspielen. Die einzige personelle Änderung im Spielerkreis ist die Rückkehr von Stefan Bösch nach langer Verletzungspause, mit nunmehr zehn Spielern haben die Sechziger einen sehr breit aufgestellten Kader. Bereits kurz nach der verpassten DM-Qualifikation in der Halle wurde – Ende März – die Vorbereitung auf die Sommerspielzeit aufgenommen. Mit vielen Trainingsspielen soll ausgeglichen werden, dass mit dem TKH-Turnier nur ein Vorbereitungsturnier besucht werden kann. Und aus der Vergangenheit weiß man: Kaum ein Team arbeitet in der Vorbereitung mit solcher Akribie an einer körperlichen Fitness und legt durch viele Trainingseinheiten früh die spielerischen Voraussetzungen für die Saison. Neben Philip Hofmann und Kevin Schmalbach, die beide um ein Ticket zur Männer-WM in der Schweiz kämpfen, gehören auch Philipp Müller, Robin Kuhlmann, Florian Kutscher, Olaf Machelett, Leo Eckerle und Florian Sträßer zum Kader von Trainer-Trio Holger Bock, Dirk Schachtsiek und Andreas Schmitz. Einzig die Einsatzfähigkeit von Ole Schachtsiek ist noch nicht abschließend geklärt. Aufgrund langanhaltender Knieprobleme musste er für dieses Jahr sogar die geplanten Nationallehrgänge des A-Kaders absagen. Beim TKH-Turnier stand er für die Westfalen aber wieder auf dem Feld und belegte mit dem Team Rang drei.
PrognosePhilip Hofmann ist auf dem Feld stärker als in der Halle, hat hier, gemeinsam mit Kevin Schmalbach, im Voerde-Trikot geglänzt. Mit Hagen wird es Liga-Rang 2.

SV Moslesfehn

Den nächsten Anlauf in der 1. Bundesliga Nord wagt der SV Moslesfehn. Seit 2014 jubelten die Mossis bisher fünfmal über den Aufstieg ins Faustball-Oberhaus, mussten in vier Fällen aber den direkten Wiederabstieg verkraften. So auch in der vergangenen Hallensaison, als man mit Ambitionen auf den Klassenerhalt startete, im Saisonverlauf dann aber im ohnehin schon sehr dünn besetzten Angriff verletzungsbedingte Ausfälle verkraften musste. Nun also versucht es das Team von Trainer Bodo Würdemann mit Anlauf Nummer fünf. Personell hat sich dabei zu den vergangenen Jahren nichts getan. Die Last im Angriff wird in der Feldsaison auf Florian Würdemann und Julian Lübbers verteilt. Dazu kommt die eingespielte Defensivreihe um Kapitän Pascal Töllner, Dominik Lübbers, Jannik Büsselmann, Stephan Harms und Nils Knickelbein. Sie haben sich fest vorgenommen es besser zu machen als in der Feldsaison 2017. Denn da musste der SVM mit 0:28 Punkten absteigen.
Prognose: Es bleibt dabei: Moslesfehn ist eine Fahrstuhlmannschaft. Auch im dritten Anlauf klappt es nicht mit dem Klassenerhalt – Rang 7.

Ahlhorner SV

Welch eine souveräne Bundesliga-Saison: Mit einer ansprechenden Leistung hatte sich der ASV schon lange vor dem letzten Spieltag die Nordmeisterschaft und damit das DM-Ticket für Mannheim gesichert. Als die Medaillen vergeben wurden, waren die Blau-Weißen aber erneut nicht dabei. Wie schon im Vorjahr reichte es „nur“ zu Rang vier, eine DM-Medaille fehlt somit weiterhin seit geraumer Zeit. Das Saisonfazit war dennoch positiv. Zur kommenden Saison verabschiedet sich Sören Dahms als Spieler und Teil des Trainer-Trios. Tim Albrecht und Christoph Johannes werden sich den Job als Spielertrainer also untereinander aufteilen. Dazu wird Erik Grotelüschen
aufgrund einer Sprunggelenksverletzung die ersten Ligaspiele wohl pausieren müssen. Dafür wollen die Ahlhorner ihren Jugendspieler Jan Hermes mehr in das Team einbinden. Trotz der durchaus positiven Hallensaison gibt das Team kein konkretes Saisonziel aus. Im Feld, so glauben die Ahlhorner, werden andere Teams ihre Stärken ausspielen können und sie sicherlich mehr unter Druck setzen. Daher zählt  zunächst der Klassenerhalt. Zur Vorbereitung nahm der ASV traditionsgemäß am TKH-Turnier teil – ließ mit Platz fünf aber noch etwas Luft nach oben.
Prognose: Im Vorjahr reichte es nach Rang vier nur dank des Ausrichterfreiplatzes für die DM. In diesem Jahr scheitern die Ahlhorner an der Qualifikation – trotz Platz 3.

VfL Kellinghusen

Mit gemischten Gefühlen gehen die Männer vom VfL Kellinghusen in die kommende Feldsaison. Ist man in den beiden letzten Spielzeiten Feld und Halle knapp an der DM vorbeigeschrammt, hat man durch die Ausrichterregelung den Startplatz für die diesjährige DM in Kellinghusen sicher. Allerdings zeigte das Formbarometer der Mannschaft in den letzten Monaten einen klaren Abwärtstrend. Viele hartnäckige und auch kleinere Verletzungen mehrerer Leistungsträger, gepaart mit einigen Fehlzeiten durch persönliche, berufliche oder schulische Aktivitäten, störten den Saisonverlauf massiv. Nun gehen die Störstädter aber hochmotiviert in die anstehende Spielzeit und haben sich folgende Saisonziele gesetzt: In der Vorrunde im Mai zählen nur Punkte, der Juni soll genutzt werden, um sich zu stabilisieren und mindestens den Klassenerhalt zu sichern. Im Juli und August steht dann im Fokus, sich bestmöglich auf die eigene DM vorzubereiten. Neben den etablierten Kräften wird der langjährige Kapitän Tom Kröger wieder mehr auf dem Spielfeld zu finden sein. Dazu kehrt Betreuer Bernd Schneider zurück an die Linie. Als Neuzugang kann der VfL Kellinghusen Abwhrspieler Dirk Sager (29) vom TSV Gnutz vermelden. Ansonsten besteht der Kader aus den bewehrten Kräften um Tom Kröger, Sascha Heidrich, Rouven Kadgien, Marten Kabbe, Torbjörn Schneider, Erik Maas, Christopher Böhmker und Thorben Schütz. Aus der 2. Mannschaft werden Hannes Brockmann und Till Julius Pietsch an das Bundesliga-Team herangeführt.

Prognose: In der Vorrunde der Bundesliga gelingt es dem VfL, sich für die obere Hälfte in der Rückrunde zu qualifizieren. Am Ende wird es für den DM-Teilnehmer Rang 4.

TV Brettorf

Der Generationswechsel scheint geglückt: Nachdem bereits auf dem Feld ein stark verjüngtes Brettorfer Team in der 1. Bundesliga auflief, wiederholte sich dies nun auch in der Halle. Und was sich mit einem ordentlichen Platz sechs bereits in der vergangen Feldsaison angekündigt hatte, setzte sich nun auch unter dem Hallendach fort: Hier bewies das junge TVB-Team, dass es bereits mit den besten Teams der Nordstaffel mithalten kann. Die Schwarz-Weißen zeigten Nervenstärke, schafften mit Platz zwei sogar die DM-Qualifikation. Hier setzte es dann gegen den TSV Pfungstadt und den späteren Bronzemedaillengewinner TV Käfertal zwei Niederlagen. Gegen den TVK, gegen den die Brettorfer sogar einen Matchball hatten, fehlte nicht viel und das Team von Trainer Klaus Tabke wäre ins Halbfinale eingezogen. Nach dem überraschenden Erfolg in der Halle werden die Ziele für die Spielzeit unter freiem Himmel nun wieder etwas zurückgesteckt. Seit 2001 spielt Brettorf ununterbrochen im Faustball-Oberhaus und geht somit in seine 19. Saison. Das Team bleibt weitestgehend unverändert – verletzungsbedingt wird Coach Tabke aber zunächst auf Angreifer Vincent Neu sowie und Abwehrspieler Marcel Osterloh verzichten müssen. Timo Kläner musste beim TKH-Turnier noch aussetzen – will zum ersten Bundesligaspiel gegen die Berliner Turnerschaft auf das Feld zurückkehren. Nachrücken wird deshalb Moritz Cording, der bereits vor einem Jahr Bundesliga-Erfahrung sammeln konnte. Als Ziel hat sich der TVB einen Mittelfeldplatz in der Liga vorgenommen.
Prognose: Die junge Mannschaft kann die Top-Teams ärgern, sich aber auch gegen die Aufsteiger schwer tun und verpasst somit die Siegerrunde. Am Ende ist es ein gesicherter 5. Tabellenplatz.

TK Hannover

Es war in der abgelaufenen Hallensaison ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Aufsteiger SV Armstorf: Am Ende entschied das bessere Satzverhältnis zugunsten des TK Hannover für den Klassenerhalt. Dass es die Klubberer so spannend gemacht hatten, dürfte Trainer Ole Herrmanns alles andere als geschmeckt haben. Nun geht es für die Mannschaft aus der niedersächsischen Landeshauptstadt darum, wieder auf dem Feld zu bestehen. Das hatte bereits im Vorjahr nur bedingt geklappt. Am Ende landete der TKH auf Rang sieben – hielt aber dank des Rückzugs vom TV Voerde die Klasse. Mit unverändertem Kader will Hannover somit den erneuten Klassenerhalt in Angriff nehmen. Helfen soll dabei weiterhin der Chilene Alvaro Mödinger. Der Nationalspieler hält sich zur WM-Vorbereitung in Hannover auf und soll als passende Ergänzung von Christos Michalakis im Angriff auflaufen. Dass das sehr gut funktionieren kann, bewies die Herrmanns-Truppe bereits beim vereinseigenen Vorbereitungsturnier am vergangenen Wochenende. Sie setzten sich gegen das illustre Feld aus ihrenn Bundesliga-Gegnern durch und holten sich den Turniertitel.
Prognose: Wie schon in den vergangenen zwei Spielzeiten kämpft der TKH durch ein Auf und Ab in der Leistung um den Klassenerhalt. Der gelingt – mit Platz 6.

VfK Berlin

Es war nicht die Hallensaison der Hauptstädter: Als Titelverteidiger in die Spielzeit gestartet, lief beim VfK nicht alles rund. Angreifer Lukas Schubert, der sich eine Auszeit nahm, wurde schmerzlich vermisst. Sebastian Kögel war im Angriff zu oft auf sich alleine gestellt, auch Neuzugang Ruben Schwarzelmüller konnte die überraschend anfällige VfK-Abwehr nicht stabilisieren. Mit etwas Glück gelang den Berlinern mit Rang drei dennoch die DM-Qualifikation. In Mannheim setzte es nach zwei empfindlichen Niederlagen aber das Vorrunden-Aus. Nun will der VfK unbedingt nach vorne blicken. Lukas Schubert kehrt zurück und wird sich die Aufgaben im Angriff mit Sebastian Kögel teilen. Hinzu kommen die bekannten Defensiv-Akteure, die unbedingt wieder ein Abwehr-Bollwerk bilden möchten. Das Ziel wird es somit sein, einen der ersten zwei Liga-Plätze zu belegen und das Ticket für die DM in Kellinghusen zu lösen.
Prognose: Mit Lukas Schubert verfügt der VfK wieder über mehr Variabilität im Angriff. Die Hauptstädter sichern sich die Meisterschaft in der Nordstaffel.

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