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29. Dezember 2019 | Allgemein

Der DFBL-Jahresrückblick: Zwölf Zahlen zu 2019

Brettorf (DFBL/ssp). Was für ein erfolgreiches Jahr 2019: Die deutschen Faustballer haben in den vergangenen zwölf Monaten international wieder kräftig abgeräumt. Ein Weltmeistertitel, vier Europameistertitel, dazu die Erfolge der Vereinsmannschaften beim Europacup und World Tour Final. Ein Blick zurück lohnt sich allemal. Sönke Spille hat die zwölf Zahlen rausgesucht, die für ihn im Faustball-Jahr 2019 die größten Bedeutungen hatten.

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Was für ein Krimi um die DM-Teilnahme auf dem Feld in der 1. Bundesliga Nord der Frauen: Gerade einmal 25 Kilometer liegen zwischen den beiden Vereinen Ahlhorner SV und dem TV Brettorf. Doch in der Tabelle der Feldsaison 2019 lagen die beiden Frauenteams noch enger zusammen. Nach 16 Begegnungen waren ASV und TVB punkt- und satzgleich. Die Anzahl der mehr gewonnenen Sätze in der Spielzeit musste die Entscheidung bringen – zugunsten der Ahlhornerinnen, die 2 Sätze mehr für sich entschieden hatten (+38 /TVB: +36). Nur die größten Optimisten hätten die Blau-Weißen somit bei der Vergabe des DM-Titels in Kellinghusen auf der Rechnung gehabt. Doch nach drei aufeinanderfolgenden Finalniederlagen in den vergangenen drei Jahren krönte sich die Truppe von Spielertrainerin Janna Köhrmann zum nationalen Champion. Es war übrigens der achte Deutsche Feldtitel für die Ahlhorner Faustballerinnen. Übrigens: Mit Ausnahme des ersten Triumphes 1984 auf eigener Anlage siegte der ASV zuletzt immer im Doppelpack (2003/Heinsberg & 2004/Brettorf, 2007/Hamm & 2008/Hirschfelde und 2010/Delmenhorst & 2011/Vaihingen/Enz). Mal schauen ob Ahlhorn diese Serie bei der Feld-DM 2020 fortschreiben kann…

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Rekord: 18 Nationen nahmen an der Faustball-Weltmeisterschaft in Winterthur teil – so viele wie noch nie zuvor. An der Seitenlinie vertrauten viele Nationen dabei auf die Kompetenz deutscher Trainer. Neben Olaf Neuenfeld bei der deutschen Mannschaft standen bei gleich 5 Nationalmannschaften Coaches mit deutschem Pass an der Seitenlinie. Am erfolgreichsten war Jörg Ramel mit Italien. Ihm gelang mit Rang fünf die beste Platzierung seit 47 Jahren. Neben ihm waren noch Roland Schubert und Sören Nissen (Dänemark), Hartmut Maus (Belgien), Thomas Helber und Bianca Kruck (Australien) sowie Jochen Jansen und Guido Wennmacher (Niederlande) im Einsatz.

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Diese Serie ist beeindruckend, beinahe schon beängstigend: Seit über 6 Jahren ist die Deutsche Nationalmannschaft der Frauen nun schon ungeschlagen. Seit 2013 hat die Mannschaft von Bundestrainerin Silke Eber jedes Spiel gewonnen. Auch bei der Europameisterschaft im August im tschechischen Lazne Bohdanec setzte das Team mit dem Adler die Serie weiter fort. Nach Platz eins in der Vorrunde schlug Deutschland im Halbfinale Überraschungsteam Serbien und traf im Finale auf Österreich. „Wir mussten mächtig kämpfen“, gestand Silke Eber nach dem Duell mit Österreich. Großer Kampfgeist brachte das deutsche Team am Ende auf die Siegerstraße – der elfte Europameistertitel wurde bejubelt (11:8, 9:11, 11:7, 11:8). Und: Die nächsten sportlichen Höhepunkte warten bereits auf das Team. Im November 2020 steht in Chile die Mission „WM-Titelverteidigung“ an, 2021 werden die Deutschen am erstmals ausgetragenen World-Games-Turnier der Frauen in Birmingham (USA) teilnehmen.

7

Bei den zehn Deutschen Meisterschaften der Senioren setzten sich im vergangenen Jahr 7 verschiedene Teams die nationale Krone auf. Die Frauen 30 des FBC Offenburg, die Männer 55 des ESV Rosenheim und die Männer 60 vom TSV Bayer Leverkusen triumphierten dabei doppelt. Die Titel der Männer 35 gingen an den MTV Rosenheim (Halle) und VfK Berlin (Feld), bei den Männern 45 waren der SV Moslesfehn (Halle) und der TSV Hagen 1860 (Feld) erfolgreich.

10

Die Teams des TSV Dennach (Frauen) und TSV Pfungstadt (Männer) sind auf europäischer Ebene einfach nicht zu schlagen. Seit 2015 haben sie die jeweils 10 vergangenen Austragungen beim Europacup (Halle und Feld) für sich entschieden. Die Dennacherinnen bekamen es in den Finalspielen in diesem Jahr mit österreichischen Gegner zu tun. In der Halle behaupteten sich Sonja Pfrommer und Co. gegen ASKÖ Laakirchen, auf dem Feld gegen Union Nussbach. Die Pfungstädter Männer bekamen es in beiden Fällen mit dem VfK Berlin zu tun – und setzten sich hier jeweils durch. Übrigens: Auch bei den World Tour Finals, dem Nachfolger des Weltpokals, standen Pfungstadt (Sieg gegen Novo Hamburgo/Brasilien) und Dennach (Sieg gegen Sogipa Porto Alegre/Brasilien) in Salzburg ganz oben auf dem Siegerpodest.

14

Packende Begegnungen bei Deutschen Meisterschaften lieferten sich bereits die jüngsten Faustballer: Insgesamt 14 Deutsche Meistertitel wurden im vergangenen Jahr an Vereinsmannschaften verteilt. Gleich viermal jubelte der Ahlhorner SV ganz oben auf dem Podest. Unter dem Hallendach setzten sich die Blau-Weißen sowohl in der weiblichen U14 als auch in der männlichen U14 gegen die Konkurrenz durch. Auf dem Feld triumphierten die weibliche U16 und U18. Dicht gefolgt wird der ASV vom Landkreis-Rivalen TV Brettorf. Der Verein aus der Gemeinde Dötlingen hatte in der Halle die Titel der weiblichen U16 und U18 gewonnen und auf dem Feld bei der weiblichen U12 nachgelegt. Zwei Deutsche Meistertitel gingen an den TV Unterhaugstett in der männlichen U12 und U14 (jeweils Feld), den TV Vaihingen/Enz in der weiblichen U14 und männlichen U18 (jeweils Feld) und den Leichlinger TV, der bei der männlichen U14 in der Halle und der männlichen U16 auf dem Feld siegte. Einen Titel sicherten sich außerdem der NLV Vaihingen (mU18/Halle). Fünf weitere Medaillen gab es bei den Deutschen Meisterschaften der Mitgliedsverbände: Schwaben sicherte sich mit gleich drei Einzeltiteln (wU14, mU14, mU18) souverän den Gesamtsieg. Einzig in der weiblichen U18 gab es mit Niedersachsen einen anderen Sieger.

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Beinahe schien es so, als ob sich die Frauen des TSV Calw und der Deutsche Meistertitel wie zwei gleiche Pole eines Magneten abstoßen würden. Seit 2010 hatten die Calwerinnen insgesamt 14 Mal bei Deutschen Feld- und Hallenmeisterschaften Anlauf genommen, oftmals als Mitfavorit oder Geheimkandidat auf die nationale Krone gehandelt worden, und am Ende doch wieder ohne den Meistertitel die Heimreise angetreten. Doch am Nachmittag des 10. März setzte das Team um Nationalangreiferin Stephanie Dannecker dieser Serie ein Ende. Mit einer beeindruckenden Leistung die gesamte Bundesligasaison war der TSV nach Hundsmühlen gereist und hatte hier souverän den Finaleinzug geschafft. Gegen den VfL Kellinghusen setzte sich Calw beim 15. DM-Anlauf mit 3:1 durch (12:10, 8:11, 11:4, 11:3). „Wir haben es so oft versucht, jetzt hat es endlich geklappt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl“, jubelte Sandra Janot nach dem verwandelten Matchball.

17

Seit nunmehr 17 Jahren ist Hartmut Maus Nationaltrainer der männlichen U21. Bei der Europameisterschaft im tschechischen Lazne Bohdanec setzte er dabei seine eindrucksvolle Serie fort. Seitdem er 2003 in Ludwigshafen das erste Mal an der Seitenlinie stand, sind 17 Veranstaltungen ins Land gezogen. Immer standen die U21-Junioren dabei im Finale, holten dabei 14 Mal die Goldmedaille. So auch in diesem Jahr. Trotz kleiner Schwächephasen in der Vorrunde schaffte das deutsche Team den direkten Finaleinzug. Hier ließ das Team mit dem Bundesadler auf der Brust Konkurrent Österreich keine Chance, revanchierte sich mit 11:7, 11:3 und 11:7 für die Niederlage aus dem Vorjahr und holten den EM-Titel zurück nach Deutschland.

47

Es war wie ein Orkan, der durch das Stadion Schützenwiese im schweizerischen Winterthur fegte: Handgestoppte 47 Minuten waren nach dem Anpfiff des WM-Finals der Männer vergangen, da lagen sich deutsche Spieler, Trainer und Betreuer an der Seitenlinie jubelnd in den Armen und feierten den dritten WM-Titel in Folge. Gegen Österreich lief beim Favoriten in den vier Sätzen alles wie am Schnürchen (11:4, 11:4, 11:9, 11:5). Und selbst Bundestrainer Olaf Neuenfeld gestand nach dem Klassenunterschied im Endspiel: „Dieses Finale war annähernd perfekt“. Dabei hatte die Mannschaft zwischenzeitlich mit dem WM-Modus zu kämpfen. Anders als bei vorherigen Veranstaltungen stand jeden Tag nur ein Spiel in den Abenstunden auf dem Programm. Nach Siegen gegen Argentinien, Italien und Österreich in der Vorrunde mühte sich Deutschland zu einem 3:0-Sieg gegen die USA, steigerte sich dann aber gegen Brasilien (3:0) und im Halbfinale gegen die Schweiz (4:0), ehe sie sich die Mannschaft zum dritten Mal in Folge die Faustballkrone aufsetzte. „Das ist einfach Wahnsinn“, jubelte der überragende Hauptangreifer Patrick Thomas.

60

In Hohenlockstedt wurde in diesem Jahr die Europameisterschaft der männlichen und weiblichen U18 ausgetragen – mit großem Erfolg für die deutschen Teams! Das Jungen-Team lieferte sich im Endspiel einenen nervenaufreibenden Schlagabtausch, der erst in der Verlängerung des Entscheidungssatzes zugunsten von Deutschland ausging (4:11, 11:9, 15:13, 8:11, 14:12). Deutlich souveräner machte es die weibliche U18. Die Mannschaft um Kapitänin Maya Mehle – die bereits zwei Jahre zuvor den Europameisteritel in Kleindöttingen (Schweiz) gewonnen hatte – setzte sich im Finale gegen Österreich glatt in drei Sätzen durch (11:6, 11:5, 11:8). Für die anderen neun Spielerinnen war es der erste Europameistertitel. Mit ihnen wächst die Zahl der deutschen U18-Europameisterinnen auf nunmehr 60 an. Und mit Mieke Kienast und Mara Zastrow haben bei der nächsten Austragung 2021 in Vaihingen/Enz gleich zwei Spielerinnen die Chance, den EM-Titel zu verteidigen.

82

Kaum ein Faustballer stand im Jahr 2019 so im Fokus wie Fabian Sagstetter. Der Kapitän der Männernationalmannschaft feierte in Winterthur erst den WM-Titel, nur um kurz darauf die Sportart zu wechseln. Nach 82 Faustball-Länderspielen für den deutschen A-Kader wollte Sagstetter eine kurze Faustballpause einlegen und unterschrieb bei den Heitec Volleys Eltmann einen Einjahresvertrag als Volleyballprofi. Doch schon nach drei Spielen wurde das Experiment als gescheitert erklärt. Für den Schweinfurter liegt der Fokus somit wieder ganz alleine auf dem Faustball. Bereits am Wochenende nach der Vertragsauflösung stand er für den TV Schweinfurt-Oberndorf auf dem Faustballfeld – und wird hier sowohl mit dem Vereins- als auch dem Nationalteam die nächsten Ziele in Angriff nehmen. Sicherlich auch persönlich: 113 Begegnungen hat Sagstetter bisher im Trikot mit dem Adler auf der Brust bestritten (17x U18, 14x U21, 82x Männer). In der ewigen Länderspielrangliste belegt der Schweinfurter Platz drei. Vor ihm stehen nur noch Dieter Thomas aus Pfungstadt (147 Spiele) und Ulrich Richter (124 Spiele) aus Burghausen. Sie werden sich aber in Acht nehmen müssen. Denn Zuspieler Sagstetter wird sicher alles daran setzen, seine Länderspielstatistik in den kommenden Jahren noch weiter auszubauen.

89

Ob diese Zahl wohl die Nationalteams einer anderen Sportart in Deutschland vorweisen können? 89 Mal haben sich Nationalmannschaften der Männer und Frauen, U21-Junioren sowie männlichen und weiblichen U18 bei internationalen Titelkämpfen (Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, World Games) gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Großen Anteil an dieser beeindruckenden Zahl haben die deutschen Männern mit 32 Titeln (12x Weltmeister, 14x Europameister, 6x World-Gamessieger). Die Frauen jubelten 17 Mal (6x WM, 11x EM), die U21-Junioren 15 Mal (15x EM), die weibliche U18 zwölf Mal (5x WM, 7x EM) und die männliche U18 13 Mal (5x WM, 8x EM) ganz oben auf dem Podest. Mit den Europameistertiteln der Frauen, der U21-Junioren sowie der männlichen und weiblichen U18 und dem Weltmeistertitel der Männer kamen allein 2019 fünf Titel in der Liste dazu. Und: Wir sind gespannt ob auch 2020 weitere Titel für die Deutschen Nationalmannschaften dazukommen.

 

Die Deutsche Faustball-Liga wünscht einen Guten Rutsch ins neue Jahr und feut sich auf ein sportliches 2020.

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