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Calw siegreich in Schweinfurt

Schweinfurt (DFBL/aga). Die Lage im Süden nach dem vorigen Wochenende: Pfungstadt weiter souverän an der Spitze der Tabelle – dahinter der TSV Calw, der beide Partien vom Wochenende mit 5:2 gewinnen konnte. Am Tabellenende ist der TV Augsburg und der TV Vaihingen noch ohne Punktgewinn.

TSV Pfungstadt – TV 1880 Käfertal 5:0    
(11:4, 11:6, 11:4, 11:8, 11:4) und           

TSV Pfungstadt – FBC Offenburg 5:0    
(11:6, 15:13, 11:7, 11:5, 11:6)           

Mit zwei klaren Heimsiegen haben sich die Faustballer des TSV Pfungstadt endgültig für die Runde der besten Vier qualifiziert. Weder beim 5:0 (11:4, 11:6, 11:4, 11:8, 11:4) gegen den TV Käfertal noch beim 5:0 (11:6, 15:13, 11:7, 11:5, 11:6) über den FBC Offenburg ließen sie einen Satzverlust zu und bilden in der Bundesliga weiter eine Klasse für sich. „Wir haben gut gespielt. Schon gegen Käfertal war das richtig stark“, zeigte sich Sebastian Thomas sichtlich zufrieden. Teamkollege Andrew Fernando konnte da nur beipflichten: „Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir kommen immer mehr in Fahrt.“
Auch wenn sich der Platz in Pfungstadt nach wir vor in einem schlechten Zustand befindet und dringend gewalzt werden müsste, zogen die Gastgeber schon im ersten Spiel am Freitag voll durch. „Wir standen hinten stabil, und vorne hat Patrick konsequent gepunktet. Käfertal konnte uns nicht unter Druck setzen“, freute sich Andrew Fernando in allen fünf Sätzen über deutliche Ergebnisse und einen gut aufgelegten Patrick Thomas im Angriff.

Von Offenburg kam dann am Sonntag deutlich mehr Gegenwehr. Im zweiten Durchgang brauchte Pfungstadt mehrere Satzbälle, um mit 15:13 knapp die Oberhand zu behalten. „Aber sonst haben wir uns ab der Mitte immer absetzen können“, musste Andrew Fernando keinen weiteren Satzverlust befürchten.

 

FBC Offenburg – TV Vaihingen/Enz 5:0
(11:4, 11:4, 11:9, 11:4, 11:5) und            

TV 1880 Käfertal – TV Vaihingen/Enz 5:0
(11:7, 11:6, 11:5, 11:5, 11:7) 

Zum ersten Mal in dieser Saison haben die Faustballer des TV Vaihingen in der 1. Bundesliga Süd bei zwei Auswärtspartien in keinem Satz eine Chance gehabt. Sie verloren zunächst beim FBC Offenburg mit 0:5 (4:11, 4:11, 9:11, 4:11 und 5:11) und einen Tag später beim TV Käfertal mit 0:5 (7:11, 6:11, 5:11, 5:11 und 7:11). „Das waren aber auch zwei Topgegner“, erklärt TVV-Trainer Markus Knodel. Allerdings tritt so langsam auch das ein, was er schon die ganze Runde befürchtet hat. „Man sieht, dass die Euphorie so langsam in Ernüchterung umschlägt, weil die Spieler erkennen, dass sie weiter weg sind, als sie gedacht hatten“, berichtet der Übungsleiter. „Es ist aber auch schwierig. Die jungen Spieler waren bisher von der Sonnenseite des Faustballlebens geküsst. Sie gehörten in den Altersklassen jeweils zu den Besten. Jetzt müssen sie auch lernen, mit Negativerlebnissen umzugehen.“

In Offenburg waren die Bedingungen allerdings auch sehr widrig. „Als wir angekommen sind, hat sich der Himmel verdunkelt“, berichtet Markus Knodel. Dann hat es angefangen, in Strömen zu regnen. „Im vierten Satz gab es eine Unterbrechung mit mehreren Versuchen, wieder weiterzuspielen. Irgendwann haben wir dann im Gewitter weitergemacht“, erzählt der TVV-Trainer. „Bei diesen Bedingungen werden Fehler noch weniger verziehen – selbst kleine. Wenn man nicht sauber hinter dem Ball steht, ist er weg.“

Einen Tag später „sind uns zu viele einfache Fehler unterlaufen. Wir haben teilweise leichte Bälle direkt kaputt gemacht“, erklärt Markus Knodel. „Da war der Wurm drin.“ Und sein Sohn, Hauptangreifer Michael Knodel, ergänzt: „Es liegt an uns. Wir müssen die Absprachen und das Abdecken des Feldes besser hinbekommen. Und dann müssen wir die Bälle sauber aufbauen.“

TV SW-Oberndorf – TSV Calw 2:5
(6:11, 6:11, 9:11, 7:11, 11:8, 11:8, 9:11)         

In beiden Begegnungen des Wochenendes setzte Stoll auf die Paradeaufstellung Raphael Schlattinger, Dennis Gruber, Nick Stoll, Philipp Kübler und Mathias Zierer. In Schweinfurt dominierten die Calwer von Beginn an, sodass auch das Heimpublikum anerkennend nickte. Im dritten Satz lagen die Oberndorfer zunächst klar vorn, aber der lange Oliver Bauer drosch drei Mal in Folge die Kugel ins Nirvana. Die Calwer bedankten sich, gingen mit einer beruhigenden 3:0-Satzführung in die erste Pause und erhöhten anschließend noch. Zwar hatte der TVO sehr gute Zuspiele, doch Bauer konnte die Vorlagen nur selten nutzen. Auf der anderen Seite gelang es Schlattinger immer wieder, den überragenden Faustballer auf TVO-Seite Fabian Sagstetter mit harten Rückschlägen zu überwinden. Zwar spielten die Franken häufig Schlattinger an, um dessen Angriffe zu unterbinden, doch dafür punktete Philipp Kübler mit einer starken Erfolgsquote. Erst spät kamen die Franken in Fahrt „und wir ließen ein paar Prozent nach – das rächt sich“, so Nick Stoll rückblickend. Im fünften Durchgang führte der TVO 7:1, ehe die Gäste noch ausglichen, aber die Hausherren schafften den ersten Satzgewinn und setzten gleich den zweiten nach. Die zweite 10-Minuten-Pause war dringend notwendig für die Calwer. Beide Teams suchten in der Folge die Entscheidung, ein hochklassiger siebter Satz sah Oberndorf und Calw bis zum 9:9 auf Augenhöhe. Dann wechselten Nick Stoll und Philipp Kübler die Positionen, Bauer ließ sich irritieren und verfehlte sein Ziel. Mit einem ungemein frechen Kurzball nutzte Raphael Schlattinger gleich die erste Chance zum klaren Matchgewinn. Für die Schweinfurter entwickelt sich der TSV Calw mit dem dritten Sieg in Serie langsam zum Angstgegner.

 

TV Augsburg – TV SW-Oberndorf 1:5
(0:11, 6:11, 8:11, 11:8, 11:13, 14:15)          

Stark begann der TVO in Augsburg und ließ dem Gegner im 1. Satz mit 11:0 nicht den Hauch einer Chance. Auch im 2. Satz beherrschte der TVO das Spiel und kam mühelos zur 2:0 Satzführung. Im 3. Satz hielt Augsburg bis zum 4:4 mit. Dann war wieder der TVO zur Stelle und sicherte sich mit einem 11:8 die 3:0 Pausenführung.

Schweinfurt kam gut aus der Pause und führte schnell 8:3. Dann gelang nichts mehr und die Schwaben holten sich mit 8 Punkten in Folge den Satzgewinn. Im 5. Satz begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Oberndorf wehrte beim 9:10 einen Satzball ab. Glücklich ging dieser Satz dann mit 13:11 noch an den TVO. Im 6. Satz lagen die Schwaben immer knapp vorne und hatten insgesamt 3 Satzbälle. Oberndorf nutzte dann den zweiten Spielball zum 15:14 und stellte den 5:1 Endstand her.

Trainer Joachim Sagstetter: „Augsburg war heute nach der Satzpause ein starker Gegner. Trotzdem geht der Sieg, wenn auch nicht in dieser Höhe, in Ordnung.“

 

TSV Calw – TV Unterhaugstett 5:2    
(11:8, 11:13, 4:11, 11:9, 13:11, 11:5, 11:5)         

Noch nie kamen so viele Faustball-Fans an die Calwer Anlage am Altburger Aischbach: 200 Zuschauer bekamen ein rassiges Lokalderby geboten. Der TV Unterhaugstett hatte zwar noch nie ein Punktspiel gegen den „Lieblingsgegner“ verloren, war aber Außenseiter – und präsentierte sich einmal mehr als äußerst unbequemer Kontrahent. Zunächst dominierten die Hausherren, führten im ersten Satz 7:2. Dann rutschte Dennis Gruber bei einer Aktion aus, zerrte sich und musste ausgetauscht werden. Philipp Kübler rückte vor, Leandro Schmidberger füllte die Abwehrlücke. Calw brachte den Satz sicher durch, aber dann wendete sich das Blatt. Die TVU-Angreifer Michael Ochner und Robin Gensheimer befeuerten mit knallharten langen Bällen den jungen Schmidberger aus allen Rohren. 6:9 stand es aus Calwer Sicht, dann brachte Schlattinger mit einer Körpertäuschung bei einer vermeintlichen Blocksituation sein Team zum Ausgleich, doch in der Verlängerung machte der glänzend aufgelegte Ochner den Unterschied, punktete doppelt zum Satzausgleich. Anschließend erhielt Gruber grünes Licht vom TSV-Physio Philipp Löwe. Seine Einwechslung brachte aber zunächst keine Sicherheit. Die Unterhaugstetter liefen förmlich heiß. In der Abwehr zogen Markus Katz, Stefan Koch und vor allem Max Winkler in der Mitte, was ging. Der Gast demonstrierte Faustball vom feinsten und verzückte die mitgereisten Fans. 4:11, 1:2 der Spielstand zur ersten 10-Minuten-Pause.
Danach folgte die spannendste Phase der Begegnung. Trainer Stoll beorderte Dennis Gruber überraschend in die Abwehr, schickte Kübler nach vorn. Bis zum 6:6 war der Satz offen, dann zog Unterhaugstett davon (6:9), ehe plötzlich Calws Schlattinger wieder aufdrehte (10:9) und nach einer Glanzparade Grubers den Satzball eiskalt verwertete. Der fünfte Satz wird für alle Beteiligten lange unvergessen bleiben: Erneut stieg Unterhaugstett stark ein, zog auf 1:6, 2:9 und 4:10 davon. Doch ausgerechnet der zuvor herausragende Ochner bekam den Zitterarm, setzte auf Sicherheitsangaben und die Calwer holten Ball um Ball auf. Plötzlich stand es 10:10, sogar 11:10. Ochner glich nochmals aus, Schlattinger konterte per Ass und Ochner spielte seine Angabe ins Seitenaus. Calw führte mit 3:2 Sätzen. Bitter für den Gast.

Der eigentlich so starke Max Winkler musste bei den Rot-Schwarzen dem Routinier Sebastian Buck weichen, Katz rückte in die Mitte. Das half den Gästen aber nicht, den Schock zu verdauen. Die Calwer hingegen besannen sich in den letzten zwei Sätzen auf ihre technischen Stärken und ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Mit den zwei Siegen rangiert der TSV nun auf Platz 2 der Tabelle und hat beste Chancen, sich wie 2018 für die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Nächsten Samstag ab 16 Uhr treffen die Calwer zu Hause auf den Tabellenführer, den beinahe unschlagbaren TSV Pfungstadt. Dieses Spitzenspiel wird übrigens im Internet gezeigt: Die Web-Plattform www.sportdeutschland.tv überträgt mit drei Kameras – eine Premiere für die Liga und, so Thomas Stoll, „eine tolle Chance, Faustball in die Öffentlichkeit zu tragen.“ Trotzdem: Ein Live-Erlebnis wie das gegen „Nachbar“ TVU kann die Mattscheibe natürlich nicht ersetzen.

Max Winkler, TV Unterhaugstett: „Wir waren natürlich in der Außenseiterrolle, doch nachdem die Calwer sieben Sätze vom Vortag in Schweinfurt in den Knochen hatten, glaubten wir an eine Chance. Wir hätten im fünften Satz den Sack zumachen müssen. Dennoch haben wir die bisher beste Saisonleistung gezeigt und wenn wir dies öfter auf den Platz bringen, werden wir nicht absteigen. Jetzt geht es gegen Käfertal und Augsburg, das sind definitiv die wichtigsten Spiele.“

Nick Stoll, TSV Calw: „Das war wieder ein typisches Derby. Gegen uns geben die Unterhaugstetter wirklich alles. Wir haben uns sehr schwer getan und nach dem misslungenen dritten Satz war es gut, dass eine Pause kam. Dann haben wir endlich das erste Pflichtspiel gegen diesen Gegner gewonnen. Jetzt freuen wir uns auf das Spitzenspiel nächsten Samstag gegen Pfungstadt. Wir haben nichts zu verlieren und wollen auf Sieg spielen!“

Thomas Stoll, Trainer TSV Calw: „Das war unser bisher schwächstes Spiel dieser Runde, erst in den letzten Sätzen haben wir auf normalem Level gespielt. Der zwischenzeitliche Ausfall von Dennis Gruber und das Spiel vom Vortag in den Knochen, das war nicht hilfreich. Aber es tut gut, auch mal ein schlechteres Spiel zu gewinnen.

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