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Calw gewinnt Marathon-Match gegen Pfungstadt

Calw (DFBL/aga). Der TSV Calw bezwingt den „neuen“ und „alten“ Europapokalsieger aus Pfungstadt in einem fast 3-stündigem Marathonmatch. Keine 16 Stunden später müssen die jungen Himmelsstürmer aus dem Schwarzwald einen 2:5-Dämpfer beim TV Vaihingen hinnehmen. Der TV Schweinfurt Oberndorf zieht weiter seine Kreise an der Tabellenspitze. Hohenklingen kann in einer Woche vier Punkte sammeln und nimmt den Kampf um den Klassenerhalt an. 

TV SW-Oberndorf  –  FBC Offenburg 5:0 (11:9, 11:7, 11:7, 11:6, 11:6)

Rund 250 Zuschauer waren gekommen, um den TVO gegen den FBC zu sehen. Und sie wurden für ihr kommen nicht enttäuscht. Gleich im ersten Satz entwickelte sich das Spiel wie erwartet. Oberndorf führte 7:4, als Offenburg aufkam und mit 9:8 in Führung ging. Nach einer Auszeit kam der TVO mit vier Bällen in Folge zum 11:9 Satzgewinn. Den zweiten Satz begann Offenburg überraschend stark und ging mit 6:2 in Führung. Jeder Ball war hart umkämpft. Der Gastgeber schloss die Angriffe mit spektakulären Bällen unter dem Beifall der Zuschauer ab und glich zum 7:7 aus. Jetzt rollte der TVO-Express und mit weiteren vier erzielten Punkten sicherte sich Oberndorf mit 11:7 die 2:0-Satzführung. Im dritten Durchgag waren beide Mannschaften bis zum 7:7 auf Augenhöhe. Lange hart umkämpfte Ballwechsel, vom TVO mit Erfolg abgeschlossen, brachten letztlich den Satzgewinn zum 11:7 und so ging es mit einer der 3:0-Führung in die Pause. Danach gelang es Offenburg nicht mehr, so richtig uns Spiel zu kommen, da Oberndorf den vierten Satz dominierte und mit dem 11:6 für sich verbuchte. Im fünften Satz war beim Gegner die Luft heraus und mit dem 11:6 stand ein glatter 5:0-Sieg für den TV Oberndorf, der mit nunmehr 22:0 Punkten die Tabellenführung in der Bundesliga Süd behauptete.

 

TV Hohenklingen   –  TV Stammheim 5:3 (11:6 , 11:4, 11:7, 12:14, 11:13, 9:11, 11:7, 11:9)

3:0 hieß das deutliche Resultat, mit dem sich Stammheim und Hohenklingen am Samstag in die erste Satzpause verabschiedeten. Doch während sich die Heimfans beim gemütlichen Pausenbier bereits auf einen klaren Sieg ihres Teams einstellten, fand Stammheim doch noch zum notwendigen Kampfmodus, wie Spielertrainer Alwin Oberkersch berichtet: „Ich hatte mein Team bereits vor Spielbeginn darauf eingestellt, dass wir defensiv fighten müssen, um gegen die starken Angaben von Michael Krauß zu bestehen. Leider haben wir das erst ab Satz Nummer vier und einer deutlichen Erinnerung in der Satzpause umgesetzt.“

Wie ausgewechselt kam Stammheim aus der Kabine und leistete nun entschlossen Widerstand gegen den souverän aufspielenden Linkshänder des Heimteams. Durch den nun couragierten Auftritt verdiente sich der TVS auch das nötige Glück des Tüchtigen, um drei Satzbälle abzuwehren und durch einen 14:12 Satzgewinn auf 1:3 zu verkürzen. Durch dieses „Break“ war die Marschroute für die folgenden Sätze vorgegeben: Stammheim hielt nun kampfstark dagegen, gewann auch die folgenden beiden Sätze knapp (13:11, 11:9) und stellt zur zweiten Satzpause den 3:3 Ausgleich her. Nicht zuletzt der heute bärenstarke Heimangreifer Michael Krauß gab letztlich den Ausschlag zugunsten des Heimteams, das die folgenden Sätze sieben und acht mit 7:11 und 9:11 gewann und sich somit doch noch die Punkte sicherte. „Wenn wir nicht erst im vierten Satz den Kampf annehmen, wäre hier vielleicht auch mehr möglich gewesen“, blickt Oberkersch auf die Partie zurück. „Aber die 0:3 Hypothek war am Ende zu groß, daher hat Hohenklingen verdient gewonnen.“

 

TSV Calw – TSV Pfungstadt 5:4 (7:11, 8:11, 11:4, 12:10, 3:11, 10:12, 11:9, 11:5, 11:5)

Das Match vor 200 Zuschauern in der Walter-Lindner-Sporthalle begann mit einem Abtasten. Der TSV Calw blieb bis zur Satzmitte auf Augenhöhe, wirkte dann aber übermotiviert gegen die abgezockten Hessen, die jeden kleinen Fehler umgehend bestraften. Folglich gingen die beiden ersten Sätze an den Favoriten aus Pfungstadt. Der Calwer Schlagmann Raphael Schlattinger versuchte es nun häufig über Schmutzler, doch der wehrte stark ab. Erfolgreicher waren die Angriffe über Schmidt: Der TSV Calw ging 7:3 in Führung und brachte den dritten Satz wenig später überraschend locker mit 11:4 Punkten unter Dach und Fach.

Nach der ersten Zehnminutenpause wechselte der TSV Pfungstadt Andrew Fernando für Bruder Ajith ein, es entwickelte sich ein Match auf hohem Niveau, das das Publikum zusehends mitriss. Die Calwer drehten einen 1:3-Rückstand in eine 5:4-Führung, doch dann erspielte sich der 26-malige und amtierende deutsche Meister beim 10:8 zwei Satzbälle. Der TSV Calw verkürzte auf 9:10, und beim zweiten Satzball gelang Lukas Gruner eine von mehreren ganz starken Abwehraktionen. Schlattinger glich mit einem riskanten Cross-Schlag aus. Die verdutzten Pfung-stadter legten eine Auszeit ein, doch der TSV Calw machte den Sack zum 2:2-Satzausgleich zu.

Mit Wut im Bauch zeigten die Gäste im fünften Satz ihr ganzes Können. Schmutzler, der mehrfache Weltmeister, setzte Nadelstiche auch aus schwierigen Situationen heraus. Sein junger Nebenmann Jungclaussen stieß in jede kleine Abwehrlücke. Die Calwer hatten nicht den Hauch einer Chance.

Dramatisch der sechste Satz: Die Calwer hatten sich wider gefangen, Küblers blitzsaubere Zuspiele verwerteten Schlattinger und Bodler. Beim Stand von 9:7 nahm Bodler eine zu lang geratene Vorlage der Pfungstadter unnötigerweise an. Das Spiel ging weiter, der TSV Pfungstadt punktete. Kurz darauf, der TSV Calw hatte beim 10:8 zwei Satzbälle, gingen die Pfungstadter aus einer unglückliche Blocksituation als Sieger hervor und nutzten die Konfusion bei den Calwern aus. Diese gaben den schon sicher geglaubten Satz noch aus der Hand gaben (10:12).

Die Zuschauer auf der Tribüne waren sich einig: Der Calw ist auf Augenhöhe mit dem große Gegner, aber in engen Situationen zu ungestüm und hektisch. „In der folgenden Pause bei 2:4 war die Stimmung im Keller“, gab Raphael Schlattinger später zu Protokoll. „Aber wir haben uns ausdiskutiert und alle am Riemen gerissen.“ Trainer Thomas Stoll gab die Devise aus: „Wir gewinnen jetzt nicht drei Sätze, sondern erst mal nur den nächsten. Danach sehen wir weiter.“ Dass die Calwer den Reset-Knopf tatsächlich fanden, war das Erfolgsrezept. Der TSV Pfungstadt stand in Bestbesetzung mit vier Weltmeistern auf dem Platz, bis zum 7:7 waren beide Seiten gleichauf. Thomas Stoll nahm noch einmal eine Auszeit, um etwas Ruhe ins Spiel zu bringen und wechselte die Rollen seiner Angreifer. Bernd Bodler wehrte überragend ab und entlastete Schlattinger, der nun sicher punktete. Mit einem hart unterschnittenen Angriffsball sorgte der Schweizer Nationalspieler für die 10:8-Führung, kurz darauf gewann der TSV Calw 11:9. Eine herausragende Rettungsaktion von Philipp Kübler und der anschließende Block Bodlers gaben den Startschuss in einen furiosen Calwer Endspurt: 5:2, 8:4, 11:5 – der Satzausgleich zum 4:4 war geschafft, und zum dritten Mal in bis dahin vier Heimspielen ging es über die volle Distanz von neun Durchgängen.

Bei Spielstand von 6:3 wurden letztmals die Seiten gewechselt. Schmutzler und Jungclaussen unterliefen Fehler, Schlattinger und Bodler trafen. Mit 11:5 Punkten entschieden die Gastgeber das Spiel, die Halle kochte, die Spieler des TSV Calw wurden mit Standing Ovations belohnt. „Ein Meilenstein für den Faustball in Calw“, so Trainer Thomas Stoll abschließend.

 

TSV Pfungstadt – TV Hohenklingen 5:0 (11:8, 11:5, 11:4, 11:4, 11:8)

Der TV Hohenklingen kann dem TSV nur im ersten Satz Paroli bieten, dann kommen die Hessen ins Rollen und können die Vortagesschmach fast vergessen machen.

TV Vaihingen/Enz  –  TSV Calw 5:2 (11:7, 9:11, 11:2, 6:11, 11:6, 11:9, 11:9)

Die Erleichterung war den Faustballern des TV Vaihingen nach dem letzten Ballwechsel anzumerken. Sie ballten die Fäuste in Siegerpose, schrien ihre nun abgefallene Anspannung heraus und klatschten sich gegenseitig lachend ab. Gerade hatten sie in der Sporthalle am Alten Postweg den TSV Calw mit 5:2 (11:7, 9:11, 11:2, 6:11, 11:6, 11:9 und 11:9) niedergekämpft – eine Mannschaft, die sich höchstwahrscheinlich für die DM-Enrunde qualifizieren wird. „Klar waren wir unter Druck. Wir mussten gewinnen, wenn wir den Klassenerhalt noch vorzeitig sichern wollen“, erklärt Marco Lochmahr.

Die Vaihinger waren vor allem auf den Schlagmann der Schweizer Nationalmannschaft in Diensten des TSV Calw, Raphael Schlattinger, gut eingestellt. „Seine Angaben auf die Angreifer vorne rechts und links hatten wir bis auf die Anfangsphase gut im Griff“, berichtet Lochmahr. „Außerdem hat das Schusszuspiel viel besser geklappt. Und auch die Angaben saßen gegen Calw. Kolja Meyer, der bis auf wenige Phasen auf sich alleine gestellt war, weil Marc Krüger immer noch weitestgehend geschont wurde, punktete ein ums andere Mal direkt aus der Angabe.

Der siebte Durchgang war dann heiß umkämpft. Die Vaihinger erwischten den besseren Start und hatten sich schnell auf 5:2 abgesetzt. Doch die Calwer, angeführt von Schlagmann Schlattinger, wollten sich nicht geschlagen geben. Beim 6:7 hatten sie den Anschluss hergestellt, beim 9:9 wieder ausgeglichen. Lochmahr nutzte daraufhin eine Auszeit, um die Vaihinger noch einmal einzustellen, dies fruchtete mit einem Angabenass konnte der Matchball heraus gespielt werden

TVV-Spielertrainer Lochmahr war es dann vorbehalten, den entscheidenden Punkt zum 11:9 im siebten Satz – und damit zum Sieg – zu erzielen. „Der Zweitschlag hatte heute nicht seinen glorreichsten Rückschlagtag. Da war noch Luft nach oben „Kurz vor dem Ende haben wir dann gewechselt – und wir sind auch 2mal damit direkt durchgekommen.“ Keine Selbstverständlichkeit. Denn Angriffsschläge trainiert Zuspieler Lochmahr so gut wie gar nicht – ab zu vielleicht einmal in der Saisonvorbereitung. „Ich habe bis zur U16 immer mal wieder eine Saison im Zweitschlag gespielt. Aber das ist schon 15 Jahre oder so her“

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