Bundesliga Männer Nord und Süd: Weitere Entscheidungen bei den Play-Offs und Play-Downs
(MiLx / AG) Die Entscheidungen um die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft am 28.02./01.03.2026 in der Scharrena in Stuttgart sind gefallen: Während der TSV Pfungstadt, TV 1880 Käfertal und TV Stammheim ihre Hinrundenspiele mit Siegen in der Rückrunde bestätigten, konnte sich der TV Brettorf als einziger Nord-Club mit einem Matchausgleich und anschließendem Sieg im Entscheidungssatz durchsetzen. Auch um die Abstiegsplätze sind weitere Entscheidungen getroffen: Im Norden konnten die beiden niedersächsischen Vereine ihre Hinspielniederlagen wettmachen und sich den Klassenerhalt in ihren Entscheidungssätzen sichern. Die Entscheidung über den letzten noch freien Platz im Oberhaus Nord fällt am 14. Februar zwischen den beiden Hauptstadt-Clubs. Im Süden bestätigte TV Vaihingen/Enz mit einem Sieg auch im Rückspiel den Verbleib in der ersten Bundesliga. Die Routiniers vom TV Schweinfurt-Oberndorf konnten ihre Hinspiel-Niederlage ausgleichen und sich im Entscheidungssatz den Klassenerhalt sichern. Hier fällt ebenfalls am kommenden Samstag die Wahl um den zweiten Absteiger zwischen TV Neuglabonz und dem TV Waldrennach.
Play-Off: Viertelfinal-Rückspiele
Leichlinger TV – TV Stammheim 1:5
(6:11 4:11 6:11 13:11 3:11 2:11)
Der norddeutsche Vizemeister bemühte sich sehr, dem Süddritten Paroli zu bieten, allerdings mussten sie ohne ihren im Hinspiel verletzten Schlagmann Chris Weber in die Partie gehen. An dieser Stelle wünschen auch wir Chris alles Gute und Geduld für seine Genesung. Die Gäste aus Stammheim ließen von Beginn an keinen Zweifel, dass sie die Qualifikation zu „ihrer Heim-DM“ nicht verpassen wollten. Gleich im ersten Satz legten sie auf 0:10 vor, bevor Leichlingen ein Mittel gegen die Angriffe der Gäste fand und auf 6:10 verkürzen konnte. Den 7. Satzball verwandelten die Schwaben zum ersten Satzgewinn. Auch in den beiden Folgesätzen konnten die Blumenstädter den Lauf ihrer Gäste nicht stoppen, insbesondere im Aufschlag fehlte der erforderliche Druck. Nach der Pause entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe mit wechselnden Führungen und leichten Vorteilen für die Rheinländer. Nach 3:2, 3:4, 7:4, 7:7 und 9:7 erkämpfte sich Stammheim 2 Satzbälle (9:10, 10:11), bevor Leichlingen mit großer Kraftanstrengung den Satz für sich entschied. Danach war die Gegenwehr jedoch gebrochen, Stammheim gewann die beiden letzten Sätze deutlich und qualifizierte sich für das Halbfinale.
TV Brettorf – TSV Calw 5:0
(11:9 11:8 11:8 12:10 11:7)
Rund 400 Brettorfer Zuschauer wollten ihren Verein zur Deutschen Meisterschaft treiben, war nach der knappen Hinspielniederlage doch jede Unterstützung gefragt. Das Spiel begann nervös mit vielen Eigenfehlern auf beiden Seiten. Brettorf legte mehrmals vor (3:0, 7:3, 9:7), musste jedoch immer wieder den Ausgleich hinnehmen, bevor sie am Ende den ersten Satzball verwandelten und ihre Nervosität ablegten. Im 2. Satz gingen die Gastgeber mit starken Aktionen auf 8:2 und 9:3 in Führung, ließen die Gäste aus dem Schwarzwald allerdings nochmal auf 10:8 herankommen, um dann auch den 2. Satz zu gewinnen. Ein ähnliches Bild zeigte der 3. Satz: die Niedersachsen hatten den besseren Start, aber mit starken Angriffen von Raphael Schlattinger kämpften sich die Calwer Löwen zurück und gingen mit 7:8 erstmals in Führung. Brettorf behielt die Nerven und beendete den 3. Satz mit 4 Punkten in Folge. Der TSV Calw kommt besser und konzentrierter aus der Pause zurück, macht Druck, erzwingt die Auszeit des TVB bei 5:7 Führung. Danach entwickelt sich ein offener, teils spektakulärer Schlagabtausch, mit einer sehenswerten Rettungsaktion unter der Leine und anschließend erfolgreichem Block durch Johannes Jungclaussen. Am Ende dreht Brettorf den Satz und gewinnt mit 12:10 zum 4:0 Satzstand. Wird Calw sich nun schonen für den Entscheidungssatz oder noch mal gegen halten? Auch in Satz 5 starten die Niedersachsen furios, bei 7:4 nimmt Calw eine Auszeit, doch unbeeindruckt ziehen die Brettorfer ihr Spiel weiter durch und sichern sich mit 11:7 diesen Satz und das Match.
TV Brettorf – TSV Calw:
Entscheidungssatz 1:0 (11:8)
Die Gedanken an 2025 mussten nun abgeschüttelt werden, doch zunächst zeigte Calw ein ganz anderes Gesicht als zuvor, geht mit 0:3 in Führung. Angefeuert von den Fans in der voll besetzten Halle dreht der TVB das Spiel, bei 6:4 werden letztmalig die Seiten getauscht. Nochmal wechselt die Satzführung zum 6:7. Nach spektakulären Ballwechseln übernimmt Brettorf mit 8:7 erneut die Führung und gibt sie bis zum Schluss nicht mehr ab. Auch die Auszeit von Calw beim Stand von 9:8 stoppt nicht den Siegeswillen der Gastgeber, die gleich ihren ersten Satz-/Matchball zum 11:8 verwandeln und sich unter großem Jubel für die DM in Stuttgart qualifizieren.
TSV Pfungstadt – SV Armstorf 5:1
(6:11 11:4 11:8 11:6 11:7 11:6)
Ca. 200 Zuschauer verfolgten das Duell auf Augenhöhe. Was nicht daran lag, dass der TSV schwach agierte, sondern weil Armstorf eine überragende Partie ablieferte. In Summe 1h45min. Spielzeit sprechen Bände dafür, dass es ein mehr als ausgeglichenes Match war.
Im ersten Satz hatte der TSV keinen Zugriff auf die Partie, über 1:4 und 4:8 setzte sich der SVA ab. Der erste Ball des TSV war so gut wie gar nicht existent, daraus resultierten dann auch unsaubere Vorlagen. Der Zweite Satz begann mit einem 4:0 bevor der SVA wieder auf 4:4 egalisierte. Dann stabilisierte sich der TSV zusehends, und brachte den 2. Satz klar nach Hause Auch im dritten Satz ließ sich der SVA nie ganz abschütteln, beim Stand von 8:8 war es mehrt als knapp. Der SVA hatte mit Jannik Peters den herausragenden Gegenpart zu Patrick Thomas am Block stehen, immer wieder war der SVA am Block mehr als effektiv und der TSV musste mehrere Anläufe nehmen, um zum Punktgewinn zu kommen. Der Nordvierte war auch nach der Satzpause immer wieder in Schlagdistanz. Die Hessen mussten auch in den Folgesätzen Schwerstarbeit verrichten und viel investieren, ließen aber schlussendlich keinen weiteren Satzverlust zu und sicherten sich damit den Halbfinalplatz in Stuttgart.
Stimmen zum Spiel:
Sebastian, Thomas: „Das war heute ein hartes Stück Arbeit! Unter dem Strich 2 Siege für uns, aber es hätten auch einige Sätze mehr an den SV Armstorf gehen können. Wir haben heute viel reingelegt und sind glücklich über die Quali zur DM.“
Tobias, Buck: „Es war ein enges Match gegen den TSV mit vielen guten Szenen auf beiden Seiten. Danke an die Fangemeinde, die uns hier und auch vor einer Woche begleitet haben. Wir hatten die Chance etwas mehr als „nur“ drei Sätze mitzunehmen.“
TV 1880 Käfertal – TSV LoLa 5:0
(11:8 11:8 11:4 12:10 11:5)
Auch im Rückspiel waren die Mannheimer nicht zu stoppen! Einen ganzen Satz hat der TVK in zwei Partien abgegeben. Der TV Käfertal konnte alle seine Spieler am Samstag im Rückspiel einsetzen und ist bestens gerüstet für sein Halbfinale. Vor Wochenfrist hatte der TVK noch einige Probleme mit den Rundangaben von Rouven Kadgien. Diese hatte das Team von Trainer Leo Groth im Griff nunmehr im Griff, möglicherweise auch dem Umstand geschuldet, dass Rouven angeschlagen in die Partie ging. Demzufolge entwicklete sich dann doch eine recht einseitige Partie im letzten Heimspiel der Saison, lediglich der vierte Satz wurde erst in der Verlängerung entschieden.
Stimmen zum Spiel:
Nick, Trinemeyer: „Wir sind ganz zufrieden mit unserer Leistung, haben aber noch Luft nach oben. Manchmal hat uns noch die letzte Konsequenz gefehlt.“
Play -Down: Rückspiele im Norden
TK Hannover – Berliner TS 5:2
(9:11 711 11:6 5:11 12:10 11:9 11:7 11:6))
Die unnötige Niederlage im Hinspiel wollte der Hinrunden-Fünfte aus Hannover unbedingt wettmachen, doch am Ende des ersten Satzes hatten die Gäste trotz anfänglicher Führung des TKH (3:1, 5:3, 7:4, 9:8) die Nase vorne. Diesen Schwung nahm die Turnerschaft auch in den 2. Satz mit und hielt Hannover auf Abstand. Wie so oft schon in dieser Saison, konnten die Berliner ihre Leistungen nicht konstant beibehalten. Hannover dagegen ließ sich von einer deutlichen Ansage ihres Trainers Ole Herrmanns beeindrucken und kämpfte sich auf einen 1:2 Satzanschluss zur Pause heran. Im 4. Satz konnten die Berliner leichte Vorteile der Gastgeber immer wieder ausgleichen und bei 6:7 selber die Führung übernehmen. Hannover glich sofort wieder aus und erkämpfte mit 4 Punkten in Folge 3 Satzbälle, die jedoch von Berlin alle abgewehrt werden konnten. Erst in der Verlängerung fiel beim 12:10 der Satzausgleich zum 2:2. Das wechselhafte Spiel wurde fortgesetzt, Berlin konnte ihre leichten Vorteile (u.a. 4:5, 5:7, 7:9) nicht nutzen und musste auch den 5. Satz den Gastgebern überlassen., die in den beiden letzten Sätzen des regulären Spiels nicht mehr anbrennen ließen. Ein Entscheidungssatz musste den Ausgang klären
TK Hannover – Berliner TS:
Entscheidungssatz 1:0 (11:8)
Im Entscheidungssatz übernahm zunächst Berlin die Führung, die Hannover erst beim Stand von 7:7 ausgleichen und zum 8:7 drehen konnte. Erneuter Ausgleich (8:8) nach Auszeit von Berlin, doch dann beendete Hannover die Saison mit 3 Punkten in Folge zum erfolgreichen Saisonende: Klassenerhalt. Die Berliner müssen nun in einem weiteren Match um den Verbleib in der höchsten Klasse kämpfen.
SV Moslesfehn – VfK 1901 Berlin 5:2
(8:11 11:5 11:8 5:11 11:4 14:12 11:8)
Auch Moslesfehn wollten sich für die knappe Niederlage im Hinspiel revanchieren und den Klassenerhalt sichern, doch auch sie mussten sich im ersten Satz zunächst den Gästen aus Berlin beugen, obwohl sie einen 2:10-Rückstand noch auf 8:10 verkürzen konnten, bevor Berlin den siebten Satzball verwandelte. Ein völlig anderes Bild zeigten die Sätze 2 und 3, in denen die Gastgeber von Beginn an dominierten. Mit 2:1 ging es in die Pause, aus der Berlin besser aufgelegt herauskam. Ohne große Gegenwehr konnten sie den Satzausgleich herstellen (2:2). Erneut sahen die zahlreichen Zuschauer danach ein völlig anderes Bild: im 5. Satz übernahm die Niedersachsen wieder von Anfang an die Führung zum 3:2 in Sätzen. Vor der 2. Pause entwickelte sich ein gleichberechtigterer Schlagabtausch mit wechselnden Führungen (7:3, 7:7, 8:9), bei dem zunächst Berlin einen (10:9) und anschließend Moslesfehn zwei (10:11, 11:12) Satzbälle abwehrten. In der Verlängerung entschieden die Mossis diesen Satz mit 3 Punkten (14:12) zum 4:2 Pausenstand für sich. Der 5. Satz startete ausgeglichen mit leichten Vorteilen für VfK. Beim Stand von 4:5 gelang Moslesfehn eine 5-Punkte-Serie zum 9:5. Nach 10:8 beendeten sie das Spiel mit dem 2. Matchball. Zum dritten Mal musste an diesem Wochenende im Norden ein Entscheidungssatz her.
SV Moslesfehn – VfK 1901 Berlin:
Entscheidungssatz 1:0 (11:9)
Die Mossis wollten nun kurzen Prozess machen und starteten furios bis zum 9:2. Berlin gab jedoch noch nicht auf und schaffte sogar den Satzausgleich zum 9:9, bevor sich Moslesfehn mit 2 letzten Punkten den Satz und damit den Klassenerhalt sicherte. VfK Berlin wird in der kommenden Woche mit der Berliner TS gegen den 2. Abstiegsplatz kämpfen.
Play -Down: Rückspiele im Süden
TV Waldrennach – TV SW-Oberndorf 2:5
(7:11 8:11 12:10 9:11 10:12 11:9 9:11)
Mit einem beeindruckenden Kraftakt hat der TV Oberndorf am letzten Spieltag den Verbleib in der 1. Faustball-Bundesliga gesichert. Nach einem 5:2-Sieg im Play-Down-Rückspiel gegen den TV Waldrennach und einem nervenstarken 11:4 im entscheidenden Zusatzsatz wendeten die Oberndorfer den drohenden Abstieg erfolgreich ab. In einem hochspannenden Rückspiel beim TV Waldrennach zeigte der TV Schweinfurt Oberndorf Faustball seine ganze Qualität. Die Mannschaft fand zu ihrer gewohnten Spielstärke und Routine zurück und agierte über weite Strecken konzentriert und konsequent. Nach einem hart umkämpften Verlauf setzten sich die Schweinfurter mit 5:2 Sätzen durch und erzwangen damit den entscheidenden Entscheidungssatz.
TV Waldrennach – TV SW-Oberndorf:
Entscheidungssatz 0:1 (4:11)
In diesem Durchgang zeigte der TVO eine beeindruckende und souveräne Leistung. Nach einem anfänglichen Gleichstand von 3:3 konnte das Team durch konsequente Spielstärke schnell einen Vorsprung herausarbeiten und erreichte beim Stand von 10:4 die ersten Matchbälle. Mit dem zweiten Versuch sicherten sich die Oberndorfer den Satz- und Spielgewinn mit 11:5. Mit dieser nervenstarken Vorstellung sicherte sich der TV Schweinfurt Oberndorf endgültig den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga und wird auch in der kommenden Saison erstklassig antreten. Der TV Waldrennach muss noch nachsitzen.
TV Vaihingen / Enz – TV Neugablonz 5:3
(10:12 9:11 11:9 11:7 14:15 11:3 11:7 11:7)
Trotz eines extrem starken Auftritts gegen Vaihingen/Enz hat sich der TV Neugablonz im Rückspiel in den Play-Downs nicht mit einem Sieg belohnt. Die Bayern starteten souverän und holten sich knapp die ersten beiden Sätze. Doch Vaihingen zeigte im Anschluss seine Klasse, konnte den Satzausgleich herstellen. Satz 5 ging dann über die volle Distanz, wieder lag der TV Neugablonz vorne. Doch dann spielte der TVV seine ganze Routine aus, gewann die Folgesätze mehr oder minder deutlich und sichert sich so auch in der kommenden Saison einen Platz im Oberhaus. Für Neugablonz geht es am kommenden Wochenende zum Hoffnungsspiel nach Waldrennach – für beide Teams die letzte Chance auf den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga.
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