Als Praktikant in Dänemark: Wie deutsche Faustballer im Nachbarland unterstützen können

Die Jugend für den Faustball begeistern: bei einem Turnier nahmen deutsche und dänische Jugendteams teil (Foto: Team Nordschleswig)
Verfasst am 20. Februar 2021
Allgemein

Apenrade/Brettorf (DFBL/ssp). Als Trainer Jugendlichen Faustball beibringen, am Aufbau eines Faustballverbandes mitwirken und in Projekten rund um Sport, Politik oder Kultur mitarbeiten: Der Bund Deutscher Norschleswiger (BDN) und Deutsche Jugendverband für Nordschleswig (DJN) sucht laufend Praktikanten für die Bereiche Kultur & Event und Sport & Event. Besonders über Faustballer aus Deutschland würden sich die beiden Verbände freuen. Damit der Aufschwung im nördlichen Nachbarland Deutschlands weiter anhält – und es noch mehr Antrieb gibt.

„Wir freuen uns über jeden, der Lust hat, uns zu unterstützen“, sagt Thore Naujeck. Der 30-Jährige ist als Koordinator im Bund Deutscher Norschleswiger tätig – und Nationalspieler der dänischen Faustballnationalmannschaft. Dabei hat Naujeck den Faustballsport erst 2017 für sich entdeckt. „Ich habe mein Leben lang Fußball und Handball gespielt“, erzählt er. Doch seit dem Neuaufbau des dänischen Faustballs in Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Adelmannsfelden begann seine Faustball-Karriere, samt Teilnahme an der EM 2018 und WM 2019. Noch größer als auf, ist Naujecks Einsatz aber abseits des Platzes. Gemeinsam mit Lasse Tästensen und Uffe Iwersen möchte er die Verbreitung des Faustballsports in Nordschleswig vorantreiben.

Dabei hoffen sie auf Faustball-Unterstützung aus dem Nachbarland. „Hier kennt so gut wie niemand Faustball – nur wir, die spielen“, sagt Thore Naujeck (Foto). „Es geht darum, besonders den Kindern und Jugendlichen im Verein und in den Schulen Faustball beizubringen. Wir brauchen also nicht zwingend jemanden, der eine Trainerlizenz besitzt. Die Grundkenntnisse genügen schon.“ Das Ziel: Faustball in der deutschen Minderheit in Dänemark bekanntmachen – und möglichst viele für den Sport begeistern. „Unsere Hauptzielgruppe sind die Zehn- bis 14-Jährigen. Hier würden die Praktikanten vornehmlich eingesetzt werden“, sagt der BDN-Koordinator. Dabei bleiben muss es aber nicht. „Wir bieten auch an, je nach Interesse, in den Bereichen Kultur, Politik oder Journalismus mitzuarbeiten“, verrät Naujeck. Hinzu würden Projektarbeiten kommen – wie zum Beispiel ein U12-Sommercamp für die Gewinnung weiterer Nachwuchsfaustballer oder Kulturveranstaltungen. „Wenn man Ideen hat, kann man sich gerne einbringen und diese Ideen am Ende auch selbst verwirklichen. Wer möchte, bekommt schnell viel Verantwortung und kann selbstständig arbeiten.“

Sprachlich werde es zudem keine Barrieren geben. „Hier bei uns spricht jeder deutsch, auch die Dänen. Da muss sich niemand Sorgen machen“, verspricht der Koordinator. Auf alle Praktikanten würde ein freundliches Team warten. „Hier bei uns wird viel digital gearbeitet und vieles geht unbürokratischer über die Bühne als in Deutschland. Und es ist alles sehr familiär“ Auch eine Unterbringungsmöglichkeit – mit anderen Praktikanten in einer gemeinsamen WG-Wohnung – würde zur Verfügung stehen. Naujeck: „Da ist man gleich in einer Gruppe und kann sich austauschen.“ Mindestdauer des Praktikums sind drei Monate. „Es dürfen aber auch gerne mehr werden“, sagt der 30-Jährige. Ein Auto wäre zudem von Vorteil.

Und: Auch das eigene Faustballtraining muss während das Praktikums nicht auf der Strecke bleiben. „Zu den Trainingseinheiten der Männer und Frauen sind die Praktikanten natürlich herzlich eingeladen“, sagt Naujeck. „Auch wenn sie uns spielerisch womöglich weit überlegen sind. Aber wir arbeiten akribisch daran, dass wir uns verbessern.“ Auch wenn man den Faustball im Breitensport verankern wolle – für die Nationalmannschaften werde der Fokus auf der spielerischen Entwicklung liegen. Dafür wollen die Teams Nordschleswig weiterhin am Spielbetrieb in Schleswig-Holstein teilnehmen. „Alle Schulen haben von uns außerdem einen Fun-Court mit drei Faustbällen bekommen, damit in den Pausen gespielt werden kann. Dazu sind viele unsere Faustballer als Lehrer tätig und können den Faustball in den Unterricht einbinden.“ Hinzu kommt, dass neben Roland Schubert (Nationaltrainer 2018 bis 2019) auch Olaf Neuenfeld seine Unterstützung zugesagt. Er war Anfang der Zweitausender als Nationaltrainer in Dänemark tätig, führte die Mannschaft bei der WM 2003 auf den sechsten Platz – samt Qualifikation zu den World Games 2005 in Duisburg, ehe Dänemark für zehn Jahre aus dem internationalen Faustball verschwand. „Viele aus der damaligen Spielergeneration unterstützen uns jetzt wieder mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung“, sagt Thore Naujeck.

Sie sind ein Puzzleteil von verschiedenen, die die Faustball-Zukunft in Norschleswig sichern sollen. Ein weiteres sollen auch die Praktikanten sein. Sie können den Neuaufbau des Faustballverbandes und die Verbreitung des Faustballsports in Dänemark aktiv mitgestalten – und ihre ganz persönlichen Akzente im Team Nordschleswig setzen.

Die Stellenausschreibung

 

Fragen und Bewerbungen sind zu richten an: Thore Naujeck (naujeck@bdn.dk / +45 41191690)
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