Nach über 50 Jahren: Novo Hamburgo 2027 erneut Gastgeber der Faustball-WM 

Foto: Uwe Spille
Verfasst am 15. Januar 2026
Allgemein

Die Faustball-Weltmeisterschaft der Männer wird 2027 im brasilianischen Novo Hamburgo ausgetragen. Damit kehrt das größte internationale Faustball-Event in den Bundesstaat Rio Grande do Sul zurück – an einen Ort mit großer historischer Bedeutung für den Faustballsport. Ausgerichtet wird die Weltmeisterschaft von der Sociedade Ginástica Novo Hamburgo, einem der renommiertesten Faustball-Klubs weltweit, in Zusammenarbeit mit der International Fistball Association (IFA). 

Es war ein historischer Moment: Im Oktober 1976 war Novo Hamburgo im Süden von Brasilien Schauplatz der ersten Faustball-Weltmeisterschaft außerhalb Europas, der insgesamt dritten WM der Geschichte. Mehr als fünf Jahrzehnte später wird die Faustball-Welt erneut in die Stadt im Süden Brasiliens blicken. Zwölf Jahre nach der bis dato letzten Männer-Weltmeisterschaft in Südamerika (2015/Argentinien) wird der Faustball-Weltmeister wieder in Lateinamerika ermittelt. Die letzte WM in Brasilien hatte 2003 in Porto Alegre, nur rund 50 Kilometer von Novo Hamburgo entfernt, stattgefunden. Nun hat die International Fistball Association (IFA) die Weltmeisterschaft erneut in den Bundesstaat Rio Grande do Sul vergeben. 

Ausrichter mit schlüssigem Gesamtkonzept 

Die Vergabe nach Brasilien erfolgte nach einer Neuausschreibung. Nach dem Rückzug des geplanten Gastgebers reichte der brasilianische Verband Confederacao Brasileira de Desportes Terrestres (CBDT) eine Bewerbung ein – und überzeugte schließlich mit dem Standort Novo Hamburgo. Neben einem schlüssigen Gesamtkonzept besticht der Verein auch über nachgewiesene Erfahrung bei der Ausrichtung von nationalen und internationalen Events sowie einer eindrucksvollen sportliche Tradition. IFA-Präsident Gastão Englert war Ende Dezember persönlich in Novo Hamburgo, um letzte Details mit dem Ausrichter zu klären. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Novo Hamburgo den geeigneten Standort für die Faustball-Weltmeisterschaft der Männer 2027 gefunden haben“, erklärte Englert. „Brasilien hat nach der Neuausschreibung sofort großes Interesse gezeigt. Bei der Sociedade Ginástica Novo Hamburgo erleben wir ein hochmotiviertes Organisationsteam mit großer Erfahrung im internationalen Faustball. Gemeinsam wollen wir eine Weltmeisterschaft auf die Beine stellen, die sportlich wie organisatorisch neue Maßstäbe setzt und den Faustball in Südamerika weiter stärkt.“ 

Brasilien als attraktives Gastgeberland 

Ein sportlicher Faktor macht Brasilien zusätzlich zu einem hochattraktiven Gastgeber: Zahlreiche Spieler aus Novo Hamburgo bilden aktuell den Kern der brasilianischen Männer-Nationalmannschaft. Diese feierte 2025 bei den World Games in Chengdu (China) den Titelgewinn und geht damit 2027 als einer der Top-Favoriten auf den Weltmeistertitel an den Start. Die Seleção darf somit nicht nur auf die Unterstützung des heimischen Publikums hoffen, sondern zählt auch sportlich zu den heißesten Anwärtern auf Gold. 

Geplant ist, dass das Endspiel der Faustball-Weltmeisterschaft am Wochenende vom 16./17. Oktober 2027 ausgetragen wird. In den Tagen zuvor stehen die Vorrundenspiele sowie die anschließenden K.o.-Duelle auf dem Programm. Der genaue Zeitraum der Spieltage wird in Kürze zwischen dem Ausrichter und der International Fistball Association final abgestimmt. 

Gastgeber betont historische Bedeutung der Rückkehr 

Auch auf Seiten des Gastgebervereins ist die Vorfreude groß. Jorge Leandro Dhein, Präsident von Sociedade Ginástica Novo Hamburgo, hob die besondere Bedeutung der Ausrichtung hervor: „Mit großem Stolz und einem starken Pflichtbewusstsein geben wir die Rückkehr der Faustball-Weltmeisterschaft zur Sociedade Ginástica Novo Hamburgo bekannt. Diese Veranstaltung steht in direktem Zusammenhang mit unserer Geschichte, unserer sportlichen Tradition und der tiefen Verbundenheit des Vereins mit dem Faustball – einer Sportart, in der wir acht Klub-Weltmeistertitel gewonnen und sowohl unsere Athleten als auch unseren Verein auf die internationale Bühne gebracht haben.“ 

Die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2027, in dem die Sociedade Ginástica ihr 133-jähriges Bestehen feiert und die Gemeinde Novo Hamburgo 100 Jahre Emanzipation begeht, macht diesen Moment noch symbolträchtiger. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir in Zusammenarbeit mit der IFA und mit Unterstützung von CBDT eine hervorragende Meisterschaft mit einer Organisation, Infrastruktur und Gastfreundschaft veranstalten werden, die der Bedeutung dieses Ereignisses gerecht wird und dem Verein, der Stadt und der gesamten Faustball-Gemeinschaft ein bleibendes Andenken hinterlassen wird“, sagt Dhein. 

Brasilianischer Verband unterstreicht nationale Bedeutung der Ausrichtung 

Für Júlio Ebert, Präsident des brasilianischen Faustballverbands (CBDT), ist die Weltmeisterschaft ein Meilenstein für den Sport in seinem Land: „Ich gratuliere und danke der Sociedade Ginástica Novo Hamburgo dafür, dass sie die Verantwortung für die Ausrichtung des weltweit größten Faustball-Events übernommen hat und damit strategische Weitsicht, institutionellen Mut und ein hohes Maß an organisatorischer Kompetenz bewiesen hat. Ich würdige und schätze die Arbeit der Direktoren, Fachleute, Partner und Mitarbeiter, die dazu beigetragen haben, dieses Projekt von Anfang an zu verwirklichen.“ Er dankte auch dem IFA-Präsidenten Gastão Englert für das Vertrauen, das er Brasilien entgegengebracht hat. Ebert: „Die CBDT bekräftigt ihr Engagement, gemeinsam mit der Sociedade Ginástica Novo Hamburgo und mit Unterstützung der IFA eine Weltmeisterschaft auf höchstem technischem und organisatorischem Niveau zu veranstalten, den brasilianischen Faustball zu stärken und ein sportliches, institutionelles und internationales Erbe für unsere Sportart zu hinterlassen.“ 

Große internationale Beteiligung 

Während an der Weltmeisterschaft 1976 sechs Nationalmannschaften teilnahmen, werden bei der Ausgabe 2027 voraussichtlich bis zu 16 Mannschaften von allen Kontinenten antreten – die maximale Anzahl, die von der IFA zugelassen ist. Die Plätze werden nach den Qualifikationskriterien des Verbandes vergeben, wobei die Kontinentalmeisterschaften und die Ergebnisse der Weltmeisterschaft 2023 in Deutschland berücksichtigt werden. 

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