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23. März 2017 | Allgemein

Faustballer helfen Refugees: Neustart bei den ETV-Faustballern

Hamburg (DFBL) Der ETV Hamburg setzt auf Integration , Jugend und Senioren. Die kleine, traditionsreiche Abteilung mit bisher insgesamt rund 30 nationalen und internationalen Titeln stellt sich neu auf – und integriert dabei vorbildlich Flüchtlinge.

Aus der ETV-Ballspielgruppe Refugees und den diversen ETV-Ausflügen mit jeweils rund 60 Teilnehmern (überwiegend Kinder) aus dem Erstaufnahmelager Kieler Straße hat sich ein enger Kontakt zum Iraner Naser Niroomand (53) entwickelt, der sich mittlerweile auf seine gesamte Familie sowie deren Freunde ausgeweitet hat. Claus Ehlbeck vom ETV: „Unsere iranischen Freunde kommen seit April regelmäßig zur Donnerstagsgruppe der Senioren-Faustballer. Sie sind begeistert von der ihnen völlig unbekannten Sportart und haben sie relativ schnell gelernt. Wir haben aber auch gemeinsam gekocht, gegrillt und gefeiert. Sogar die Deutsche Meisterschaft in Bredstedt wurde letztes Jahr besucht.“

IMG_3168Die ehrenamtliche Dolmetscherin Nilufar Javaheri hilft bei der Verständigung und trägt somit zur Lösung von einer Vielzahl an Problemen bei. Anfangs stand nur der Spaß beim ETV im Vordergrund, bei jedem Training ist die Stimmung in der Halle gewaltig.

Aber jetzt wollen der ETV und seine Spieler mehr – sie wollen Wettkämpfe bestreiten. Mit Begeisterung lernen sie deutsch und sind hoch motiviert. Ehlbeck: „Sport ist nun mal die beste Ablenkung und Hilfe bei der Bewältigung der täglichen Probleme. Der ETV Hamburg unterstützt sie in ihrer neuen ‚Heimat‘ wo es nur geht.“

Faustballer helfen Refugees

In den vergangenen acht Monaten haben die Faustball-Senioren Uwe Sötje, Ludwig Becker und Claus Ehlbeck sechs ETV-Ausflüge mit den Refugees aus dem Erstaufnahmelager Kieler Straße organisiert und haben sich und dem ETV dort einen guten Namen gemacht: „Wir hatten jeweils zwischen 40 und 60 Teilnehmer – überwiegend Kinder. Hintergrund war, den Familien zu zeigen, wo es in Hamburg Möglichkeiten gibt, kostenlos schöne Stunden zu verbringen. Ein weiterer Aspekt war, sie für einen Tag aus dem trostlosen Lager zu entführen, damit sie für eine gewisse Zeit auch mal an etwas anderes denken zu können.“

Naser NiroomandZwischenzeitlich haben sich Freunde der Familie beim Faustball angemeldet, die Gruppe wurde immer größer, nunmehr wird regelmäßig mit rund 15 Iranern trainiert. Darunter ist ein Ex-Fußballprofi sowie ein WM-Teilnehmer im Beach-Soccer, später sogar Head-Coach des Iran-Teams, er leitet heute das Aufwärmtraining im ETV. Eine tolle Truppe wächst da zusammen, die mittlerweile 2-3 Mal die Woche trainiert.

Durch Spendenaufrufe konnte der ETV vereinsintern Sportzeug und sogar einheitliche Trikots sammeln – z.B. ein Set der Fußballabteilung. In der kommenden Hallenrunde werden wohl zwei Mannschaften teilnehmen, im Sommer vielleicht, hier werden noch dringend Stollenschuhe benötigt.

Jugendarbeit in Hamburg wiederbeleben
Claus Ehlbeck hat den Posten des Landesfachwarts übernommen, um gemeinsam mit mit Christian Sondern und Dirk Rykena in Hamburger Schulen Fuß zu fassen und in Zusammenarbeit mit der ETV-KIJU eine Schüler-/Jugendabteilung aufzubauen. U.a. hat im März ein einwöchiges ETV-Faustball-Ferien-Camp unter Leitung von Seike Dieckmann vom TSV Essel und Charlotte Salzmann vom TK Hannover mit immerhin 10 Teilnehmern stattgefunden.

20160403 Refugees 266Claus Ehlbeck: „Zudem hoffen wir, dass wir Seike Dieckmann als Sonderpädagogin im ETV fest anstellen können mit der Aufgabe, in acht betreuten Schulen Faustball als festen Bestandteil zu etablieren.“

 

Aktuell ist auch ein  Bericht im Hamburger Abendblatt erschienen, zu lesen unter

http://www.abendblatt.de/sport/article210026025/Traditionsreicher-Sport-Fluechtlinge-retten-den-Faustball.html

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