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Teamcheck Nord-Frauen

Aufschlag zur Saison 2016/17: Theresa Schröder ist mit ihren erst 21 Jahren die Älteste im Team des TV Jahn Schneverdingen. (Foto: DFBL/Harder)
> Aufschlag zur Saison 2016/17: Theresa Schröder ist mit ihren erst 21 Jahren die Älteste im Team des TV Jahn Schneverdingen. (Foto: DFBL/Harder)

Brettorf (DFBL/ssp). Die letzten WM-Reisenden sind zurück – da kann die Hallensaison ja starten. Dieses Wochenende geht’s los bei den Nord-Frauen und Liga-Experte Sönke Spille nimmt die Teams zum Start noch einmal genauer unter die Lupe.

TV Jahn Schneverdingen

„Jugend forscht“ – heißt die Devise beim TV Jahn Schneverdingen. In einer perfekten Feldsaison krönte sich das Team aus der Lüneburger Heide in Bredstedt zum Deutschen Meister – und nun folgt eine radikale Verjüngungskur. Hinrike Seitz wird nach der Faustball-WM in Curitiba aufgrund eines Auslandsaufenthalts die gesamte Saison nicht zur Verfügung stehen. Dazu zieht es Cindy Ristel und Aniko Müller zu anderen Vereinen. Während Ristel beim TK Hannover in Liga zwei aufschlägt, wird WM-Teilnehmerin Müller dann wieder mit ihrem Heimatverein Kaulsdorf auf die Jahn´lerinnen treffen. Nachrücken werden in den Bundesligakader der Heidschnucken nur Jugendspielerinnen aus der erfolgreichen Nachwuchsschmiede. Somit beträgt der Altersdurchschnitt gerade einmal 16,7 Jahre – und Theresa Schröder wird mit ihren 21 Jahren die Älteste im Team sein. Trainerin Tine Seitz blickt somit nur auf den Klassenerhalt.

Prognose: Es wird spannend, wie schnell die jungen Spielerinnen sich in der Bundesliga zurechtfinden. Zeit wird das auf jeden Fall brauchen – aber Weltmeisterin Theresa Schröder wird mit ihrer Klasse im Angriff schon für einen Platz über dem Strich sorgen.

TV Brettorf

Aufstieg in der letzten Hallensaison, der Klassenerhalt in der 1. Bundesliga auf dem Feld – Brettorfs Trainerin Rieke Buck kann zufrieden auf ihre zwölfmonatige Tätigkeit beim TVB blicken. Unter dem Hallendach will die ehemalige Bundesligaspielerin des MTSV Selsingen mit ihrem Team nun das Brettorfer Image als „Fahrstuhlmannschaft“ der Liga loswerden. Nach den letzten beiden Aufstiegen ging es nach nur jeweils 16 Spielen direkt wieder in Liga zwei – jetzt sind die jungen Brettorferinnen „gekommen, um zu bleiben“. Verändert hat sich zur Feldsaison wenig. Einzig Jule Weber wird, nach einigen Einsätzen im Sommer, nun fester Bestandteil des Bundesligateams. Mit Rika Meiners, Karen Kläner (beide U18-Weltmeister 2014) und Ida Hollmann (U18-Weltmeister 2016) stehen gleich drei international dekorierte Spielerinnen in den Reihen, die die Führungspositionen einnehmen sollten. Als Ziel haben sich die Schwarz-Weißen die Platzierung der Feldsaison gesetzt – dort landete der TVB durch einen Schlussspurt mit vier Siegen in den letzten vier Spielen auf dem sechsten Rang.

Prognose: Das Team hat auf dem Feld bewiesen, dass es in der Liga bestehen kann. Wenn der TVB ohne Verletzung durchkommt, ist auch in der Halle der Klassenverbleib machbar.

TSV Essel

Zum ersten Mal überhaupt schlägt der TSV Essel in der 1. Hallenbundesliga auf. Bei den Aufstiegsspielen in Leverkusen setzte sich die Mannschaft aus Stade gemeinsam mit dem TV Brettorf durch und möchte nun die Liga aufmischen. Leicht wird es sicher nicht werden, denn die Vorzeichen stehen alles andere als gut. Angreiferin Hanna Steffens weilt seit dem Sommer zu einem Auslandsjahr in Amerika, dazu wird Svenja Donner nach ihrer Schulterverletzung nur langsam wieder an ihre Position in der Offensive herangeführt. Hinzu kommt, dass die Mannschaft ab sofort ohne ihren langjährigen Trainer Marco Bartsch auskommen müssen, der sein Amt aus zeitlichen Gründen abgeben musste. Nun werden als Interimstrainer Thomas Steffens, Uwe Dieckmann und Ina Neumann dem Team am Spielfeldrand zur Seite stehen. Zum 7-köpfigen Kader zählen auch zwei A-Jugendspielerinnen, die langsam ins Team integriert werden sollen.

Prognose: Im Angriff wird wahrscheinlich die nötige Durchschlagskraft fehlen, somit ist das Team der krasse Außenseiter in dieser Saison. Vielleicht gelingt die ein oder andere Überraschung, dennoch wird es am Ende wohl zurück in Liga zwei gehen.

MTSV Selsingen

Auf Abschiedstournee befindet sich in dieser Spielzeit der MTSV Selsingen. Nach vielen Jahren an der Spitze des Deutschen Frauenfaustballs, hat der Verein seine Mannschaft zur kommenden Feldsaison aus der 1. Bundesliga zurückgezogen. Umso motivierter ist das Team, sich noch einmal für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Dies hatte der MTSV in der Feldsaison noch verpasst. Der Saison verlief eher schlecht als recht. Die Strapazen und den nicht optimalen Verlauf der Heim-DM noch im Kopf, dazu einige Verletzungen ließen die Mannschaft von Spieltag zu Spieltag stolpern. Erst beim Sieg gegen den Dauerrivalen aus Ahlhorn zeigte Selsingen sein wahres Können und belegte beim Champions Cup in Jona einen ordentlichen fünften Platz. Stefanie Riggers wird künftig in der zweiten Mannschaft spielen, Rieke Buck sich voll und ganz ihrer Trainertätigkeit beim TV Brettorf widmen. Dazu legt Annika Bösch nach ihrem WM-Triumph in Brasilien noch bis Mitte Januar einen wohlverdienten Urlaub ein und stößt dann wieder zum Team.

Prognose: Wichtig wird es sein, dass Selsingen einen guten Saisonstart hinlegt und es im dünnen Kader keine großen Ausfälle gibt. Dann kann der MTSV sich auf großer DM-Bühne von seinen lautstarken Fans aus dem Oberhaus verabschieden.

Ahlhorner SV

Als amtierender Vizemeister in der Halle und auf dem Feld geht der Ahlhorner SV in diese Spielzeit. Somit liegt die Messlatte in diesem Jahr deutlich höher, vielleicht sogar höher als dem Team selber lieb ist. Personell gibt es keine Veränderungen, dementsprechend eingespielt ist das Team von der Lemse. Das erste Ausrufezeichen setzten die Blau-Weißen beim Turniersieg in Brettorf – und das ohne Angreiferin Pia Neuefeind. Sie weilte zu diesem Zeitpunkt noch bei den Weltmeisterschaften in Brasilien und wird sicher mit mächtig viel Rückenwind nach ihren ersten Länderspielen und dem Titel zurückkehren. Als großes Highlight wartet auf Ahlhorn neben der Bundesligasaison im Januar der Champions Cup vor heimischer Kulisse. Hier soll es auf jeden Fall eine Medaille geben, auch wenn die DM-Quali als eigentliches Saisonziel deutlich mehr im Fokus steht. Dabei ist es dem Team egal, welchen der ersten drei Plätze es belegt, die toll veranstalteten Meisterschaften in Stammheim sind Motivation genug.

Prognose: Angreiferin Pia Neuefeind hat im vergangenen Jahr einen großen Sprung nach vorne gemacht. Mit ihrem perfekt eingespielten Team im Rücken ist Ahlhorn der wohl heißeste Kandidat auf den Titel des Nordmeisters.

TSV Bardowick

Absolut zufrieden blickt der TSV Bardowick auf die vergangene Hallensaison zurück. Als Aufsteiger gelang dem Team der Klassenerhalt. Zu den Veränderungen in der Saison 2016/17 zählt ein Wechsel auf dem Trainerposten. Auf Florian Reukauf folgt Falk Fedders, der aus den eigenen Reihen stammt und das Team bereits bestens kennt. Ebenfalls neu ist Mira Humpert, die vom TSV Mildstedt an die Ilmenau wechselt. Fehlen werden dagegen Jannika Häbry (Beruf) und ihre Schwester Jenny (Ausland). Beim Bardowicker Ilmenau-Cup bewies die Mannschaft bereits, dass sie in Bestbesetzung mit einigen Bundesligavereinen mithalten kann. Dennoch ist nichts anderes als der Klassenerhalt als Ziel ausgerufen. Helfen soll hierbei die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft.

Prognose: Nach dem Klassenerhalt im Vorjahr, gehört Bardowick wieder zum Kreis der Abstiegskandidaten.

VfL Kellinghusen

Vor einer Saison mit vielen Fragezeichen steht das Frauenteam des VfL Kellinghusen: In ihre vierte Hallensaison im Oberhaus starten die Mannschaft von Coach Bernd Schneider mit verändertem Kader. So steht Helen Gloy aufgrund ihres Studiums nicht mehr zur Verfügung, dazu weilt Laura Schneider bis Dezember im Ausland und Lisa Maas steht durch ihre Ausbildung nur am Wochenende zur Verfügung. Für den Trainer ist somit an ein geregeltes Training kaum zu denken. Zum diesjährigen Kader gehören Anika Bruhn, Jacqueline Böhmker und Nadine Zühlke im Angriff sowie Lisa Maas, Nadja Zühlke und Vemke Voß in der Abwehr. Mit ihnen wird der VfL in die Saison starten und ab Mitte Dezember durch Laura Schneider ergänzt. Somit steht den Störstädterinnen voraussichtlich eine ähnlich wechselhafte Saison wie im Vorjahr bevor. Mit 6:2 Punkte an den letzten beiden Spieltagen konnte gerade noch der rettenden 7. Platz erreicht werden. Zumindest neben dem Spielfeld gibt es kein personelles Problem. Trainer Schneider erhält Unterstützung von Rouven Kadgien, der gerade die Angriffspielerinnen unterstützen soll.

Prognose: Beim VfL ist diese Saison alles möglich – von DM-Qualifikation bis hin zu den Abstiegsrängen. Dabei wird es wohl darauf ankommen, inwieweit die Abstimmungen bei den Schleswig-Holsteinerinnen passen, denn die Qualität für einen Platz in der oberen Tabellenhälfte steckt auf jeden Fall im Team.

SV Moslesfehn

Ohne Veränderungen geht es für den SV Moslesfehn in die anstehende Hallensaison. Michele Werth wird nach ihrer Verletzung wohl erst im Sommer 2017 wieder angreifen können, ansonsten läuft bei den „Mossis“ das Team der vergangenen Feldsaison auf. Somit auch Ulrike Schubert, die bereits auf dem Rasen für noch mehr Variabilität im Moslesfehner Angriff sorgte. Auch am Spielfeldrand bleibt die Konstellation der Trainer mit Manfred Grüning und Carsten Bischoff bestehen. Den beiden Trainern steht mit insgesamt neun Spielerinnen ein großer Kader zur Verfügung. Nach dem großartigen dritten Platz beim Europapokal in Jona und der doch etwas enttäuschenden Leistung bei der DM in Bredstedt, wollen die Spielerinnen vom Küstenkanal nun wieder neu angreifen. Die Priorität liegt dabei zunächst auf dem Klassenerhalt, der 2015/2016 kurzzeitig gefährdet war, doch eigentlich schielt das Team auf einen der drei DM-Plätze.

Prognose: Moslesfehn gehört in dieser Saison sicher zum Kreis der Top-Teams. Gerade mit der Qualität im Angriff und der guten Stimmung innerhalb der Mannschaft wird der SVM im Kampf um die Nordmeisterschaft ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

SG Stern Kaulsdorf

Die SG Stern Kaulsdorf ist inzwischen eine feste Größe in der Frauen-Bundesliga. Im Vorjahr lagen die Berlinerinnen sogar lange auf DM-Kurs, ehe im Saisonendspurt etwas Luft und Kraft ausgingen. Hauptangreiferin Aniko Müller kehrt, nach ihrem Abstecher auf dem Feld zum Deutschen Meister, aus Schneverdingen zurück in die Hauptstadt – und das sicherlich auch mit reichlich Schwung und Euphorie vom WM-Erfolg in Brasilien. Außerdem komplettiert Luise Lemke nach ihrer Babypause den Kader. Ein Kräftemessen mit den anderen Topteams blieb in der Vorbereitung zwar aus, dafür gelang in Merseburg, auch ohne Müller, der Turniersieg. Größte Baustelle dürfte jedoch die Trainerposition sein, nachdem sich das erfolgreiche Gespann Schneider/ Frenzel endgültig zurückgezogen hat. Nach den Rängen sieben, fünf, sechs und vier möchten die Kaulsdorferinnen diesmal nur zu gerne den Sprung unter die ersten drei schaffen – und zur DM nach Stammheim fahren.

Prognose: Wenn das Team die Leistung aus der Hinrunde der vergangenen Saison über die gesamte Spielzeit abrufen kann, haben die Berlinerinnen im Kreis der DM-Kandidaten richtig gute Chancen. So könnten sie die erste Teilnahme an der Endrunde in Baden-Württemberg perfekt machen.

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