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Männer im Norden legen los

Jens Höppner vom TK Hannover (Foto: DFBL/Schönwandt)
> Jens Höppner vom TK Hannover (Foto: DFBL/Schönwandt)

Brettorf (DFBL/bec). Trainingseinheiten sind absolviert, Vorbereitungsturnier gespielt – jetzt kann es losgehen! Am Mittwoch, 4. Mai, starten mit dem TV Brettorf und dem TK Hannover die ersten Teams in der Nord-Bundesliga der Männer in die Saison. Für die DFBL wagt Liga-Kenner Sönke Spille einen Blick voraus. Er nimmt alls Mannschaften unter die Lupe, benennt Favoriten, Außenseiter und Überraschungskandidaten.

Ahlhorner SV
Mit unverändertem Kader startet der Ahlhorner SV in die neue Saison. Neben der etatmäßigen Abwehr um Kapitän Karsten Bilger, Paul Barklage und die Gebrüder Albrecht hofft man zum Saisonstart auf die vollständige Genesung von Schlagmann Christoph Johannes. Dieser war zwar in der Vorrunde der Hallen-DM in Hamm schon wieder aktiv, hat seinen Bänderriss am Fuß aber noch nicht voll auskuriert. Gemeinsam mit Arne Grotelüschen und Lucas Overberg soll er für die nötige Durchschlagskraft im Angriff sorgen. Nils-Christoffer Carl rückt nach seinem kurzen Ausflug ins Spielergeschäft zurück auf seine Position als Co-Trainer. Ziel der Blau-Weißen ist die frühzeitige Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in Bredstedt, bei der endlich mal wieder eine Medaille herausspringen soll. Auf dem Feld jubelte der ASV zuletzt in Delmenhorst 2010 auf dem DM-Podest.

Prognose: Mit einem wieder genesenen Christoph Johannes sollte die DM-Quali kein Problem werden. Spannender bleibt abzuwarten, welchen Platz das Team von Trainer Thomas Neuefeind am Ende der 1. Liga Nord belegen wird. Im Kampf um den ersten Platz wird sich Ahlhorn wohl mit dem VfK Berlin messen.

 

TK Hannover
Der TKH ist zurück in der 1. Liga! Nach dem Abstieg 2012 formierte sich in der niedersächsischen Landeshauptstadt eine junge Mannschaft aus der erfolgreichen Nachwuchsschmiede des TKH. Für die neue Spielzeit bleibt aber zunächst abzuwarten, wie schnell sich das Team um U18-Nationalspieler und Hauptangreifer Christos Michalakis an das Niveau in der Eliteliga heran arbeiten kann. Auch deshalb ist als Saisonziel der Klassenerhalt ausgegeben. Der Saisonauftakt in Brettorf und Ahlhorn wird sicherlich einen ersten Aufschluss geben, wie schnell sich Hannover in Liga eins behaupten kann, zumal Hannover die ersten sechs Spiele auswärts bestreitet und dann Mitte Juni zum ersten Mal vor heimischen Publikum antritt.

In der Abwehr werden die beiden ehemaligen U18-Nationalspielern Jonas und Ole Brune, Jan Bozionek sowie Kapitän und Allrounder Aaron Dumke spielen. Im Angriff steht, neben Michalakis, mit Merlin Sommer ein weiterer ehemaliger U18-Nationalspieler und Weltmeister von 2014. Der Kader vom Trainer-Duo Manuel Bierfischer und Udo Schulz wird durch Jens Höppner vervollständigt, der bereits auf Bundesligaerfahrung zurückblicken kann.

Prognose: Wenn es gelingt, die Begeisterung und Dynamik des Teams in ein taktisch kluges Spiel umzusetzen und die „jungen Wilden“ in entscheidenden Spielphasen cool bleiben, kann der TKH ein unangenehmer Gegner für die etablierten Teams werden – der Klassenerhalt kann durchaus gelingen. Und auch wenn das nicht im ersten Anlauf klappen sollte, mit dieser Mannschaft ist in Zukunft auf jeden Fall zu rechnen.

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VfK Berlin
Als frischgebackener Deutscher Hallen-Vizemeister geht der VfK Berlin in die neue Feldsaison. Hier konnten die Hauptstädter in den vergangenen vier Spielzeiten in Folge die Nordmeisterschaft feiern und sind auch in diesem Jahr ein heißer Anwärter auf diesen Titel. Dabei verlief die letzte Deutsche Feld-Meisterschaft in Hirschfelde nicht ganz nach dem Geschmack von Trainer Roland Schubert. Als erster im Norden verlor sein Team beide DM-Partien und wurde nur Vierter. Somit ist das Ziel des VfK ganz klar – auch auf dem Rasen zurück auf das DM-Podest zu kehren. Zur Verfügung steht hierfür der identische Kader der vergangenen Jahre, eine eingespielte Einheit. Trotzdem wird die Mannschaft gelegentlich auf Lukas Schubert (aus Studiengründen) verzichten müssen. Somit bleibt es zunächst abzuwarten, ob es den Berlinern – mit Sebastian Kögel am Hauptschlag – im Sommer genauso gut gelingt, diese Ausfälle zu kompensieren.

Prognose: Wenn dies klappt, Kögel ähnlich stark aufspielt wie bei den Hallenmeisterschaften in Hamm und der Rest des mittlerweile kleinen Kaders gesund bleibt, ist Berlin auch in diesem Jahr der große Favorit auf die Nordmeisterschaft.

 

TV Voerde
Im vergangenen Jahr machte der TV Voerde spielerisch einen großen Schritt nach vorne und platzierte sich im Endklassements hinter den Top-Dreien Berlin, Ahlhorn und Brettorf auf einem verdienten vierten Rang. Besonders gegen den ASV und den TVB bot der TVV in jeweils einer Begegnung einen offenen Schlagabtausch und musste sich erst im Entscheidungssatz geschlagen geben. Dieses Jahr geht es für die Rheinländer nun darum, diese Leistung zu bestätigen und sich in einer gefühlt enger zusammengerückten Liga weiter zu etablieren. Unterschätzen wird die Mannschaft von Spielertrainer Sebastian Pynappel sicherlich niemand mehr, sodass die neue Saison sicher kein leichtes Unterfangen und mit erneut harter Arbeit verbunden sein wird.

Der letztjährige Kader um die beiden U21-Nationalspieler Philip Hofmann (Angriff) und Kevin Schmalbach ( Zuspiel) wurde inzwischen durch die beiden Neuzugänge André Albrecht (Angriff) und Matthias Kreil (Abwehr) ergänzt. Den einzigen Abgang stellt Markus Evers dar, der aus beruflichen Gründen bis auf weiteres nicht zur Verfügung stehen wird. Komplettiert wird die aktuelle Mannschaft durch Jannik Wolff (Angriff), Matthias Fischer, Mannschaftskapitän Ingo Hansen, Spielertrainer Sebastian Pynappel (alle Abwehr) sowie Betreuer Dietmar „Ditze“ Hansen – einer gehörige Portion Erfahrung auf und neben dem Platz.

Prognose: Nach der furiosen letzten Saison ist der Kader in seiner Form zusammengeblieben. Philip Hofmann und Kevin Schmalbach sind auch in der Juniorennationalmannschaft ein eingespieltes Duo, dazu kommt die jahrelange Bundesligaerfahrung des Gesamtkaders. Der TV Voerde kann mit einer ähnlichen Saison wie 2015 sogar von der DM in Bredstedt träumen.

 

SG Stern Kaulsdorf

Stern Kaulsdorf (Foto: DFBL/Schönwandt)

Stern Kaulsdorf (Foto: DFBL/Schönwandt)

Nach zwei Jahren Abstinenz kehrt die SG Stern Kaulsdorf zurück ins Faustball-Oberhaus und ist damit, neben dem VfK Berlin, die zweite Mannschaft aus der deutschen Hauptstadt. Erst vor einem Jahr fand sich die Mannschaft mit den arrivierten Kräften Benjamin Fiedler, Marko Würdig, Sebastian Reichert, Paskal Jänicke und den beiden Neuzugängen Mario Wunderlich und Hannes Martens in dieser Konstellation zusammen. Somit war es auch für das Team selbst überraschend, dass 2015 direkt der Aufstieg gelang. Umso motivierter gehen die „Sterne“ in diesen Sommer – denn der letzte Aufenthalt in der Beletage dauerte 2014 nur eine Saison an. Als Aufsteiger ging es mit nur einem Sieg direkt zurück in Liga zwei. Eine solche Wiederholung will die Mannschaft von Spielertrainer Mario Wunderlich in diesem Jahr auf jeden Fall verhindern und legt den Fokus besonders auf die Partien gegen Gegner aus der tendenziell unteren Tabellenhälfte. Dabei bleibt aber die Hoffnung, an einem „Sahnetag“ auch mal einen der „Großen“ zu ärgern. Erste Gelegenheit hierzu bekommen die Kaulsdorfer gleich zu Saisonbeginn, wenn sie an den ersten beiden Spieltagen erst auf den VfK Berlin und dann auf den Ahlhorner SV treffen.

Prognose: In die ersten beiden Partien startet Kaulsdorf wohl eher ohne Überraschung, danach ist für die Berliner aber alles drin. Gerade der zweite Platz beim TKH-Turnier hat gezeigt: Wenn es in dem recht dünnen Kader keine Verletzungen gibt, dann ist für Kaulsdorf auch mehr drin als nur der Klassenerhalt.

TSV Hagen 1860

TSV Hagen 1860 (Foto: DFBL/Kadgien)

TSV Hagen 1860 (Foto: DFBL/Kadgien)

Wieder einmal mit einigen Veränderungen geht der TSV Hagen 1860 in die bevorstehende Feldsaison. Nach Platz fünf im Vorjahr und einer Saison, in der man weder nach unten noch nach oben schauen musste, will die neuformierte Mannschaft um Kapitän und Weltmeister Olaf Machelett erneut versuchen, den Klassenerhalt möglichst früh zu sicher, um dann vielleicht nach oben zu schielen. Dafür präsentierte der TSV zum Saisonbeginn einen neuen Coach. Nachdem Olaf Machelett in den letzten Jahren als Spielertrainer fungierte, ist nun Holger Bock, ehemaliger Bundesligaspieler, der Mann an der Seitenlinie. Erfahrung, klare Ansagen von außen, Motivation – diese Dinge erhofft sich das Team vom neuen Coach, damit gerade in engen Begegnungen alle ihre Leistung bringen können. Unterstützt wird Bock vom langjährigen TSV-Betreuer Jürgen Schwarzelmüller.

Doch auch auf dem Platz hat es Veränderung im Team der Westfalen gegeben. Aus beruflichen Gründen muss Daniel Döring in dieser Saison kürzer treten. Um diesen Ausfall zu kompensieren, wurde Routinier Jörg Machelett für eine Rückkehr in den erweiterten Kader gewonnen, der gemeinsam mit Sebastian Gerling auf Abruf bereitsteht. Dazu stehen auch erstmals Jugendspieler im erweiterten Kader des Bundesliga-Teams, den Kern der Mannschaft bilden weiterhin Olaf Machelett, Stefan Bösch, Philipp Müller, Robin Kuhlmann, Ole Schachtsiek und Leon Schmelter.

Prognose: Hagen geht auch in diesem Sommer mit einer guten Mischung aus Jung und Alt in die Saison. In der Halle und auf dem Feld wurden die Westfalen damit beide Male Fünfter – vielleicht ist 2016 sogar ein bisschen mehr möglich.

VfL Kellinghusen

VfL Kellinghusen (Foto: DFBL/Schönwandt)

VfL Kellinghusen (Foto: DFBL/Schönwandt)

In seine dritte Bundesligasaison auf dem Feld geht der VfL Kellinghusen. Nachdem das Team aus dem hohen Norden im letzten Sommer noch bis zum Schluss um den Klassenerhalt bangen musste, sieht sich der VfL nach dem guten vierten Platz in der Hallensaison nun besser aufgestellt. Mit Kapitän Tom Kröger, dem wiedergenesenen U18-Weltmeister Rouven Kadgien und Zugang Sascha Heidrich vom TSV Gnutz verfügt der VfL über einige Varianten im Angriff. Den 9er-Kader vervollständigen Kevin Niehuus, Torbjörn Schneider, Marten Kabbe, Christopher Böhmker, Erik Maas und Thorben Schütz. Trainer Matthias Maas, der die Hauptverantwortung von Betreuer Bernd Schneider übernommen hat, hat sich mit seiner Mannschaft als Ziel gesetzt, endlich auch mal ein Team der Top Drei des Norden zu schlagen.

Prognose: Kellinghusen hat in dieser ausgeglichenen Liga alle Möglichkeiten. Die großartige Nachwuchsarbeit trägt nun auch im Männerbereich erste Früchte. Wenn die Mannschaft von Verletzungen verschont bleibt, kann Platz vier aus der Halle auch auf dem Feld wiederholt werden.

 

TV Brettorf

TV Brettorf (Foto: DFBL/Kadgien)

TV Brettorf (Foto: DFBL/Kadgien)

Zeit für den großen Umbruch beim TV Brettorf. Mit dem Bronzemedaillengewinn bei der Hallen-DM in Hamm verabschiedete sich Trainer Ralf Kreye nach insgesamt elf erfolgreichen Jahren in zwei Amtszeiten. Kreye beerben wird Ex-Nationalkapitän Christian Kläner, der in die kommende Spielzeit somit in doppelter Funktion als Spielertrainer geht. Dabei bekommt er es gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit personellen Engpässen zu tun. Sein Bruder Timo (Verletzung) und sein Cousin Tobi Kläner (Beruf) werden ihm in diesem Sommer nicht zur Verfügung stehen. Der TVB geht somit mit einem recht dünnen Kader in die Feldsaison 2016: Malte Hollmann, Tim Pfeifer im Angriff, dazu Marc Lange, Tim Lemke, Nachwuchsspieler Hauke Spille und Christian Kläner in der Defensive.

Prognose: Der TVB könnte sich in dieser Saison zur „Wundertüte“ entpuppen. U21-Nationalspieler Malte Hollmann hat nun die Last als Hauptangreifer auf seinen Schultern liegen. Gerade von ihm wird abhängig sein, was für den TVB möglich ist – in der Endabrechnung werden sich die Niedersachsen wohl irgendwo zwischen DM-Quali und Abstiegsplatz wiederfinden.

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