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Die Nord-Frauen im Hallen-Teamcheck

Titelverteidiger Ahlhorn geht wieder als Favorit in die Saison. (Foto: DFBL/Stöldt)
> Titelverteidiger Ahlhorn geht wieder als Favorit in die Saison. (Foto: DFBL/Stöldt)

Brettorf (DFBL/ssp). Weiter geht’s mit den Teamchecks zum Saisonstart. Nord-Experte Sönke Spiele nimmt heute die Mannschaften der Nord-Bundesliga genauer unter die Lupe, bevor an diesem Wochenende die Saison endlich losgeht.

TV Jahn Schneverdingen

Was für ein Triumph in Moslesfehn. Mit einer nochmals stark verjüngten Mannschaft verteidigte der TV Jahn Schneverdingen seinen Feldtitel und jubelte vor den Toren Oldenburgs über die Deutsche Meisterschaft. Viele Veränderungen im Kader gibt es nicht, die Zielsetzung in der Hallenrunde ist aber eine andere. Der Stamm des Teams wird sich wie gehabt aus der U18-Mannschaft zusammensetzen, die im Sommer ebenfalls den Titel bei der Deutschen Meisterschaft gewinnen konnte. Für die nötige Erfahrung sorgt Spielführerin und Weltmeisterin Hinrike Seitz. Nationalangreiferin Aniko Müller spielt im Winter wieder für ihren Stammverein und Ligakonkurrenten SG Stern Kaulsdorf. Diese Lücke soll Theresa Schröder füllen, die nach einer längeren Faustballpause wieder für den TV Jahn auflaufen wird. Auch wenn sie nicht an allen Spieltagen dabei sein kann, ist die Angreiferin ein wichtiger Baustein in der Mannschaft von Trainerin Tine Seitz.

In dieser voraussichtlich sehr ausgeglichenen Liga ist die Zielsetzung, das gesicherte Mittelfeld. Als Favoriten auf die drei DM-Plätze sieht man im TV Jahn-Lager das Trio aus dem Landkreis Oldenburg vom Ahlhorner SV, SV Moslesfehn sowie den TV Brettorf.

Spilles Saisonprognose: Auch wenn Theresa Schröder nicht an allen Spieltagen dabei sein wird – um Spielführerin Hinrike Seitz herum hat sich der eigene Nachwuchs sehr gut eingefügt und bewiesen, dass er in der Liga mehr als konkurrenzfähig ist. Schneverdingen landet auf Platz zwei.

 

Ahlhorner SV

Nach einer kurzen Faustballtrainingspause startet Ahlhorn mit neuer Motivation in die Hallensaison. Die Messlatte liegt, nach den Erfolgen zuletzt, in dieser Saison natürlich hoch: Deutscher Vizemeister auf dem Feld, Vize-Europapokalsieger, sowie amtierender Titelträger in der Halle. Doch wer das Team aus der Gemeinde Großenkneten kennt weiß, dass sich auf diesen Lorbeeren nicht ausgeruht wird. So ist dem Team bewusst, dass es noch mehr arbeiten muss, um an die letzten Erfolge anzuschließen. In jedem Fall soll die Qualifikation zur DM unter Dach und Fach gebracht werden – und das so früh wie möglich. Dazu begibt sich der ASV beim EFA Champions Cup in Jona wieder auf europäisches Parkett. Trotzdem sind sich die Blau-Weißen sicher, dass es auch in diesem Jahr wieder viele Begegnungen auf Augenhöhe geben wird, zumal die Aufsteiger den ligaerfahrenen Teams dicht auf den Fersen seien werden. Zu spüren bekam die Mannschaft von Trainerin Edda Meiners dies schon auf dem Feld, als man sich gegen Aufsteiger Ohligs schwer tat und gegen Absteiger Hammah eine Niederlage hinnehmen musste. Mit den beiden Europameisterinnen Pia Neuefeind und Sarah Reinecke sowie Janna Köhrmann, die noch immer der Dreh- und Angelpunkt des Teams ist, wollen die Ahlhornerinnen nun mit vollem Selbstvertrauen an die bevorstehenden Aufgaben herangehen. Felicia Gißler wird für Jacqueline Dahms in die erste Mannschaft rücken und die Abwehrreihe komplettieren.

Spilles Saisonprognose: Bereits bei den Turnieren in Bardowick und Brettorf heimste der ASV die Siege ein. Der Titelverteidiger holt sich auch 2017/18 den Staffelsieg in der Liga Nord.

 

SV Moslesfehn

Mit gemischten Gefühlen blicken die Mossis zurück auf die abgelaufene Feldsaison. Ziel war es eigentlich, die DM-Qualifikation aus eigener Kraft zu schaffen – am Ende fanden sich die Mossis auf Rang vier wieder. Dank des DM-Heimrechts durfte der SVM auf eigener Anlage dennoch bei den Deutschen aufschlagen und lieferte hier eine sehr gute Vorstellung ab. Gegen den TSV Dennach fehlte nicht viel zum Sieg und Halbfinaleinzug. Ein tolles Erlebnis und versöhnlicher Abschluss. Nun geht es auf dem Hallenboden wieder rund – und hierauf bereitet sich die Mannschaft intensiv vor. Bardowick, Brettorf und Essel hießen die Stationen der Vorbereitungsturniere. Till Oldenbostel, der auch in dieser Spielzeit die Zügel in der Hand hält, kann dabei auf fast den identischen Kader der Feldsaison zurückgreifen. Abwehrspielerin Christina Scholte tritt aus beruflichen Gründen kürzer und läuft fortan für die „Zweite“ auf. Ziel in der ausgeglichenen Liga ist ein Platz im oberen Mittelfeld, die DM-Qualifikation würden die Spielerinnen als Bonus aber auch gerne mitnehmen.

Spilles Saisonprognose: Es gibt den Bonus für den SVM, auch wenn es verdammt eng wird. Am Ende zahlt sich die Erfahrung der vielen Bundesligajahre aus. Platz drei in der Nordstaffel.

 

TSV Bayer 04 Leverkusen

Das konnte sich mehr als sehen lassen, was die jungen Aufsteigerinnen aus Leverkusen in der Feldsaison abgeliefert haben: Platz sieben mit 14:18 Punkten. Mit ein bisschen mehr Glück wäre sogar Platz vier möglich gewesen, das Ziel Klassenerhalt war aber bereits früh im Saisonverlauf geschafft. Einzig gegen die späteren DM-Finalisten Ahlhorn und Schneverdingen gab es wenig zu melden, ansonsten mischten die Rheinländerinnen kräftig im Bundesliga-Konzert mit. Und die Art und Weise wie der TSV die Saison über gespielt hat, lässt nun hoffen, dass es auch auf dem Hallenboden zum Klassenerhalt reicht und man sich mit der Zeit in der ersten Liga etablieren kann. Mit Jana Schmidt steht nur eine Spielerin dem Kader nicht mehr zur Verfügung. Dafür rücken die beiden Nachwuchstalente Katrin Hagen und Michelle Ihnken in die Mannschaft. Mit ihnen wollen Kerstin und Jörg Müller an der Seitenlinie schon frühzeitig den Ligaerhalt vermelden.

Spilles Saisonprognose: Das gesteckte Saisonziel wird auch in der Halle erreicht, wenn auch nicht ganz so deutlich wie auf dem Rasen. Leverkusen hält mit Platz sechs die Klasse.

 

VfL Kellinghusen

Der zweiten DM-Teilnahme für den VfL Kellinghusen stand im August nur die Wildcard des SV Moslesfehn im Weg. Sportlich hatten die Störstädterinnen mit Platz drei die DM-Qualifikation perfekt gemacht, einzig die Heim-DM des SVM kam ihnen in die Quere. Doch die guten Leistungen lassen nun zuversichtlich in Richtung Hallensaison blicken. Abwehrspielerin Katrin Wauer präsentierte sich als erhoffte Verstärkung in der Abwehr und wird auch auf dem Hallenboden für den VfL auflaufen. Das Kommando an der Seitenlinie haben Rouven Kadgien und Torbjörn Schneider als neues Trainer-Duo übernommen. Beide basteln seit Mitte September an der optimalen Vorbereitung des jungen Teams. Ihr Ziel ist es, sich möglichst früh in der Saison den nötigen Abstand zu den Abstiegsrängen zu erspielen und weiter an der Konstanz zu arbeiten. Die Nordliga schätzen die Schleswig-Holsteinerinnen als extrem stark ein – als Favoriten auf die DM-Qualifikation haben sie Ahlhorn, Brettorf und Schneverdingen auf der Rechnung.

Spilles Saisonprognose: Der VfL muss sich im Kampf um die DM-Tickets keineswegs verstecken. Auch wenn sie auf dem Feld noch einen Tick stärker einzuschätzen sind – in der Hallensaison 2017/18 mischen sie wieder mit – am Ende gibt es Platz fünf.

 

TV Brettorf

Entfernt von den Abstiegsplätzen eine ruhige Saison spielen – das hatten sich die Brettorfer Frauen für die Feldsaison vorgenommen. Nachdem der Motor am Saisonstart noch stotterte, kamen die Schwarz-Weißen aber immer besser in Fahrt und überquerten mit Rang fünf die Ziellinie. Daran soll in der Hallensaison angeknüpft werden. Trainerin Rieke Buck kann dabei weiterhin auf Laura Marofke zurückgreifen, die in ihrer Zeit beim MTSV Selsingen bereits ihre Qualitäten auf dem Hallenboden unter Beweis gestellt hat. Ansonsten ist es der unveränderte, dünne Kader um Rika Meiners, Karen Kläner, Ida Hollmann und Laura Cording – der bei Bedarf durch Spielerinnen der A-Jugend ergänzt werden kann. Jetzt gilt es, einen vernünftigen Saisonstart hinzulegen und an die guten Leistungen auf dem Feld anzuknüpfen. Dann wittern die jungen TVB-Spielerinnen auch gegen die Favoriten aus Ahlhorn und Schneverdingen ihre Chance – ohne dabei zu vergessen, dass gleichzeitig die starken Aufsteigerinnen nicht unterschätzt werden dürfen.

Spilles Saisonprognose: Viel wird vom Start in die Saison abhängen. Sollte der gelingen, steigen die Brettorferinnen mit in das DM-Rennen ein. Bis zum letzten Spieltag ist noch alles möglich, am Ende wird es verdammt knapp und Rang vier.

 

TSV Bardowick

Für die Frauen des TSV Bardowick geht es in die dritte Hallensaison in der 1. Bundesliga in Folge. Beide Male platzierten sich die Domstädterinnen dabei auf Rang sechs – und auch 2017/18 ist der Klassenerhalt wieder das ausgegebene Ziel. Dafür ist erforderlich, dass alle Spielerinnen verletzungsfrei durch die Saison kommen und den Sport mit dem Beruf problemlos aufeinander abgestimmt bekommen. Dass dies zu Problemen führen kann, hat die vergangene Hallensaison gezeigt. Hier musste der TSV die komplette Hinrunde ohne Angreiferin Kathrin Wolter auskommen und geriet zwischenzeitlich in Abstiegsgefahr. Als sie dann zurückkam, konnte sie gemeinsam mit ihrer Angriffspartnerin Michaela Grzywatz den Ligaverbleib sichern. Gerade Grzywatz wird hochmotiviert in die neue Saison starten. Im August feierte sie mit der Deutschen Frauennationalmannschaft den Europameistertitel – als Abwehrspielerin. Für die am Wochenende startende Saison kann Falk Fedders auf eine homogene Mannschaft zurückgreifen. Gerade in der Abwehr und im Zuspiel haben sich die Spielerinnen in der Vergangenheit immer besser abgestimmt. Mit Mira Humpert, die zu ihrem Heimatverein TSV Mildstedt zurückkehrt, gibt es nur einen Abgang. Dafür wechselt nach einjähriger Abstinenz von der Faustballbühne Chantal Heins vom TV Jahn Schneverdingen nach Bardowick.

Spilles Saisonprognose: Es wird eine sehr enge Angelegenheit für den TSV. Auch wenn beim Heimturnier tolle Ergebnisse gelangen – am Ende stehen die Domstädterinnen mit Platz acht knapp unter dem Strich.

 

SG Stern Kaulsdorf

In der Feldsaison ist es seit Jahren das gleiche Spiel für die SG Stern Kaulsdorf. Angreiferin Aniko Müller läuft beim TV Jahn Schneverdingen auf und die Berlinerinnen müssen in der 2. Bundesliga Ost ohne ihre Nationalspielerinnen auskommen. Hinzu kam in diesem Sommer noch die Babypause von Diana Hürst. Im Angriff war das Team somit gezwungen, zu improvisieren. Verstärkung gab es durch Julia Wunderlich, die auch in der Halle weiter für die Spielgemeinschaft auflaufen wird. Mit ihr gab es in der Tabelle Rang sieben, der Abstieg konnte gerade so abgewendet werden. Eine Saison, in der weniger Siege, dafür umso mehr Erfahrungen gesammelt wurden. Von diesen will Kaulsdorf nun profitieren und blickt mit Vorfreude der sechsten Bundesliga-Hallensaison in Folge entgegen. Aniko Müller und Diana Hürst sind wieder mit dabei, somit können die Kaulsdorferinnen auf einen vollständigen Kader zurückgreifen. Dieser will alles daran setzen, den siebten Platz aus der vergangenen Spielzeit unter dem Hallendach zu übertreffen. Ganz oder gar nicht lautete die Devise! Mut macht dem Team der Blick in die Vergangenheit. Immer wieder stellten sie unter Beweis, dass sie durchaus in der Lage, sind oben mitzuspielen. Demenstprechend ist auch für dieses Jahr das Ziel klar formuliert: Angriff auf die obere Tabellenhälfte. Müller und Co. ist dabei durchaus bewusst, dass es bei der ausgeglichenen Liga nicht einfach wird. Doch eine hohe Trainingsbereitschaft und ein Turniersieg im Rücken, lassen die SG motiviert und mit neuem Elan in die Saison starten. Ganz nach dem Motto: Mal sehen, was dieser Winter für uns bereit hält.

Spilles Saisonprognose: Auch wenn der Blick vor der Saison nach oben gerichtet wird. Kaulsdorf wird wohl die große Wundertüte der Saison sein und immer wieder auch nach unten schauen. Am Ende darf mit Platz sieben das siebte Jahr im Oberhaus geplant werden.

 

TSV Hagenah

Anderer Name – gleiches Team! Seitdem der MTV Hammah und der TSV Hagenah ihre Mannschaften zusammengelegt haben, ist es ein munterer Namenswechsel zu jeder neuen Spielzeit. Auf dem Feld noch als MTV unterwegs, greifen die Damen aus dem Kreis Stade nun für den TSV Hagenah an – und wollen es besser machen als auf dem Feld. Hier musste das Team bis zum zehnten Spiel auf den ersten Sieg warten, am Ende stand der Abstieg in die zweite Liga auf dem Papier. Zum festen Aufgebot auf dem Hallenboden gehören acht Spielerinnen. Dazu hat Hinnerk Holst, der weiterhin den Trainerjob ausübt, noch weitere Aktive in der Hinterhand. Um möglichst viel Spielpraxis zu sammeln, hat das Team um Angreiferin Jana Rapp in der Vorbereitung auch mit anderen Mannschaften aus der Umgebung trainiert. Das primäre Ziel ist der Klassenerhalt, der TSV hätte aber auch nichts dagegen einzuwenden, wenn es als i-Tüpfelchen zu einem Platz im Mittelfeld reichen würde.

Saisonprognose: Es wird wohl wieder ähnlich wie auf dem Feld laufen. Der Aufsteiger kann zwar für Überraschungen – wie Siege á la Ahlhorn in der Feldsaison – sorgen, zum Saisonende geht es mit Platz neun wieder eine Liga tiefer.

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