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Die DM-Teams im Check

2016 jubelte der TSV Dennach über den DM-Titel - wer macht's dieses Mal? (Foto: DFBL/Harder)
> 2016 jubelte der TSV Dennach über den DM-Titel - wer macht's dieses Mal? (Foto: DFBL/Harder)

Stammheim/Brettorf (ssp). Das hat Tradition: Vor dem Start bei der DM-Endrunde nimmt die DFBL die  Teilnehmer im Teamcheck unter die Lupe.

Ahlhorner SV (1. BL Nord)

Für den Ahlhorner SV hätte die Saison bisher kaum besser laufen können. Mit nur einer Niederlage gegen Schneverdingen fahren die Blau-Weißen als Nordmeister nach Stammheim. „Das hätten wir so nicht erwartet“, gesteht ASV-Spielerin Sandra Wortmann, warnt aber auch: „Wir wissen, dass wir von der Staffelmeisterschaft am Ende unter Umständen gar nichts haben werden, wenn wir bei der DM nicht auf den Punkt genau spielen.“ Etwas zu kämpfen hatten die Ahlhornerinnen in den letzten Wochen mit Krankheiten und leichten Verletzungen, konnten dadurch nicht immer mit dem kompletten Team trainieren. Trainerin Edda Meiners ließ deshalb zum Ende hin noch einmal viele Trainingssbegegnungen gegen männliche Spieler aus dem Verein durchführen, die das Team optimal auf die Gegner einstellen sollten. „Das Augenmerk lag darauf, an der Abstimmung bei bestimmten Bällen zu arbeiten. Wir wollen als Einheit auftreten und so mannschaftlich geschlossen 120% Leistung bringen. So viel wird mindestens nötig sein, wenn wir an die vergangenen Erfolge anknüpfen wollen“, weiß Wortmann. Und da haben die Ahlhornerinnen im vergangenen Jahr mächtig vorgelegt. Auf dem Feld und der Halle gewann der ASV die Silbermedaille.
Bereits in der Gruppe rechnet Wortmann mit spannenden Duellen. Moslesfehn verfüge über einen großen, ausgeglichenen Kader, sodass jede Schwäche leicht abzustellen sei. „Sie haben ein sehr kämpferisches Team, das es uns alles andere als leicht machen wird“, so die Abwehrspielerin. Großen Respekt gibt es auch vor dem TSV Calw, auf die das Team von der Lemse bei den letzten Meisterschaften häufiger traf. „Mit Stephanie Dannecker sind sie uns ins Sachen Angriffsstärke und -erfahrung klar voraus und auch Nachwuchsspielerin Henriette Schell hat sich stetig weiterentwickelt und dürfte uns ebenso vor schwierige Aufgaben stellen“, ist sich Wortmann sicher.

DM-Tipp von Sandra Wortmann: „Ich tippe darauf, dass sich der TSV Dennach auch in diesem Jahr Gold holen wird. Beim Europacup in Ahlhorn haben sie bewiesen, dass sie eine überlegene Mannschaft sind, die sich keinen Titel nehmen lassen will. Sofern die Leistungskurve seit Januar weiter gestiegen ist, sehe ich Dennach als klaren Favoriten.“

TSV Dennach (1. BL Süd)

Knapp war es für den TSV Dennach in dieser Bundesligasaison im Kampf um den ersten Platz. Vier Sätze waren ausschlaggebend für die Südmeisterschaft. Durch die WM der Frauen in Brasilien, von denen mit Annkathrin und Anna-Lisa Aldinger, Sonja Pfrommer und Sophia Scheidt gleich vier TSV-Spielerinnen mit der Goldmedaille heimkehrten, verlief die Vorbereitung nur sehr kurz und nicht wirklich optimal. Während der Liga-Runde konnten bzw. mussten die Dennacherinnen auch nie wirklich ihr komplettes Potential abrufen. Einzig beim Europapokal konnte die Mannschaft von Coach Rudolf Reuster wirklich zeigen was in ihr steckt und sicherte sich souverän den Titel.

Für die DM ist der gesamte Kader, nach einer Grippewelle, wieder gesund. „Trotz der weiten Distanzen, die viele auf sich nehmen, um überhaupt trainieren zu können, sind wir in einem guten Trainingsstand“, berichtet Anna-Lisa Aldinger. Für die Meisterschaft legt der TSV ein besonderes Augenmerk darauf, Sophia Scheidt einen schönen Abschied zu schenken, die den TSV aufgrund ihres Studiums verlassen muss. „Wir wollen noch einnmal zusammen Spaß haben und einen tollen Faustball zeigen, um sie würdig verabschieden zu können“, verrät Aldinger.

Für den TSV sieht sie gute Chancen in der Vorrundengruppe, wenn die Mannschaft ihre Leistung auf den Platz bringt. Gegen Vaihingen hatten die Schwarzwälderinnen immer wieder kleinere Probleme, gegen Selsingen wird es aus ihrer Sicht aber wohl eine noch engere Kiste. „Sie sind ist für uns ein sehr unangenehmer Gegner, die über sich hinauswachsen und fighten können ohne Ende. Da müssen wir hellwach sein“, warnt Aldinger. „Wir wissen, dass wir als Titelverteidiger und Europapokalsieger die Gejagten sind, dennoch steht das Ziel Titelverteidigung bei Sophias letzter Meisterschaft in ihrer Karriere natürlich ganz oben.“

DM-Tipp von Sonja Pfrommer: „Neben uns sehe ich auch Selsingen als Favorit. Sie konnten die letzten Jahre immer vorne mitspielen, aber zum ganz großen Clou hat es ihnen nie gereicht. Da es sich um ihre letzte Saison handelt werden die Mädels sicherlich bis zum letzten Ball kämpfen, um einen Traumabschluss zu schaffen.“

MTSV Selsingen (2. BL Nord)

Als Zweiter der 1. Bundesliga Nord reist der MTSV Selsingen nach Stammheim – und nimmt damit wohl vorerst zum letzten Mal an einer Deutschen Meisterschaft teil, da der Verein seine Mannschaft zur kommenden Feldsaison bekanntlich zurückgezogen hat.

Die abgelaufene Spielzeit in der Nordliga verlief für das Team im Großen und Ganzen zufriedenstellend. Die Voraussetzungen für Jörn Martens, dem neuen Mann an der Selsinger Seitenlinie waren dabei alles andere als einfach. Wochenende für Wochenende musste er einen veränderten Kader zusammenstellen – umso mehr kann sich die Punkteausbeute von 24:8 sehen lassen. „Wir sind überaus glücklich über die DM-Qualifikation“, freut sich MTSV-Spielerin Kathrin Gahrmann über das Erreichen der Endrunde. Kurz vor dem Start kann Martens nun auch auf den gesamten Kader zurückgreifen und legte in den letzten Wochen sein Augenmerk auf das Zusammenspiel und die Feinabstimmungen. Dazu absolvierte das Team mehrere Trainingsspiele. Bei den Deutschen Meisterschaften rechnet Selsingen wieder mit einem sehr ausgeglichen besetzten Starterfeld, bei dem jeder jeden schlagen kann. „Unser großes Ziel ist der Halbfinaleinzug und dann ist alles möglich. Wie jedes Mal wird die Tagesform entscheiden“, blickt Gahrmann auf das Wochenende in Stammheim.

DM-Tipp von Lea Viebrock: „Dennach, weil sie zur Zeit das beste Team und auf allen Positionen hervorragend besetzt sind. Durch den erneuten Europapokalsieg im Januar dürften sie mit viel Selbstvertrauen ins Turnier starten.“

TSV Calw (2. BL Süd)

Vier Sätze fehlten am Ende – dann hätte der TSV Calw zum ersten Mal seit der Hallensaison 2014 wieder die Südmeisterschaft feiern können. So macht sich die Mannschaft von Trainer Björn Gumbinger hinter dem TSV Dennach als Zweiter zur kurzen Reise in die DM-Halle nach Stammheim auf. „Eigentlich lief die gesamte Saison ziemlich chaotisch ab, wir konnten uns jedoch immer ganz gut durchsetzen“, blickt Weltmeisterin Stephanie Dannecker auf die acht Spieltage in diesem Winter zurück. Nun warten auf den TSV Ahlhorn und Moslesfehn in der Vorrundengruppe, für Dannecker alles andere als Laufkundschaft. „Wir müssen an diesem Wochenende sehr fokussiert an das Turnier herangehen“, ist sie sich der schweren Aufgabe bewusst. In der Woche vor der DM standen in Calw nur noch ein bisschen Ballkontakt und Freestyle auf dem Programm. Insgesamt erwartet die mit Curitiba frischgebackene Südamerikapokalsiegerin wieder eine sehr ausgeglichene Meisterschaft. „Ich denke das Niveau auf dieser Deutschen wird sehr hoch sein.“ Davon lässt sich das Gumbinger-Team aber keineswegs einschüchtern, schließlich fand sich Calw bei den letzten drei Austragungen immer auf dem Podest wieder. „Unser Ziel an dieser DM ist wieder eine Medaille zuholen. Natürlich wäre uns die Goldmedaille am liebsten“, so Dannecker. Denn die fehlt in der Titelsammlung des TSV noch…

DM-Tipp von Samantha Lubik: „Es kommt im Endeffekt auf die Tagesform an. Man darf keine Mannschaft unterschätzen, wobei Dennach und Ahlhorn schon die Favoritenrolle haben. Aber wir, haben ebenfalls das Zeug Deutscher Meister zu werden. Ein bisschen Glück gehört auch dazu.“

SV Moslesfehn (3. BL Nord)

Fünf Jahre lang musste der SV Moslesfehn auf seine Qualifikation zu den Deutschen Hallenmeisterschaften warten – nun geht es für die „Mossis“ auch im März endlich wieder zu den Titelkämpfen. In der 1. Bundesliga Nord lieferte sich die Mannschaft lange Zeit ein Duell mit dem TV Jahn Schneverdingen um den dritten Platz im Norden – mit zwei klaren 3:0-Siegen am letzten Spieltag lösten die Frauen aus dem Landkreis Oldenburg ihr DM-Ticket mit 22:10 Punkten dann aber aus eigener Kraft. „Wir sind nach einer langen und intensiven Vorbereitung sehr stark gestartet. In der Rückrunde wurde es etwas holprig“ blickt SVM-Angreiferin Ulrike Schubert auf die acht Spieltage zurück. Am Wochenende erwarten die Mannschaft um Angreiferin Ulrike Schubert nun der Ahlhorner SV und der TSV Calw in der Vorrundengruppe. Nach zwei deutlichen 0:3-Pleiten aus der Bundesligasaison brennen die Mossis auf eine Revanche gegen den ASV. Und auch mit Calw, den laut SVM eine extreme Angriffstärke ausmacht, hat der SVM nach der 0:3-Niederlage aus dem Quali-Spiel bei der Feld-DM noch eine Rechnung offen. „Wir schreiben wir uns eher die Außenseiterrolle zu. Diese Rolle lag uns bereits in der vergangenen Saison, in der wir überraschend Bronze beim Europapokal in der Schweiz holen konnten“, glaubt Schubert an eine Chance am Wochenende. „Unser Teamgeist ist hoch, wir kämpfen bis zum letzten Ball
und verfügen über einen breiten Kader, bei dem nahezu alle Positionen doppelt besetzt werden können. Für uns steht demnach einer möglichen Überraschung nichts mehr im Wege“, so die Angreiferin. Für sie werden es die letzten Spiele im Moslesfehner Trikot sein. Zur Feldsaison wird sie zurück zu ihrem Heimatverein VfK Berlin wechseln.Ich möchte noch einmal alles geben und mit den Mädels einen schönen Abschluss feiern“, verspricht sie.
DM-Tipp von Karen Meyer: „Jede DM schreibt seine eigenen Gesetze und so wird es auf die jeweilige Tagesform der Mannschaften ankommen. Die Leistungen der Mannschaften liegen eng beieinander. Nach dem starken Auftritt vom TSV Dennach beim Hallen Europapokal vor wenigen Wochen, sehen wir den TSV
allerdings als absoluten Titelkandidaten.“

TV Vaihingen/Enz (3. Süd)

Die dritte Teilnahme an einer Hallen-DM in Folge machte der TV Vaihingen/Enz in dieser Saison perfekt. 22:10 Punkte standen am Ende auf dem Konto der Stuttgarterinnen, die somit eine DM direkt vor der Haustür erwartet. „Bis auf den dritten Spieltag lief es echt super. Wir haben noch nie eine so konstante Saison gespielt“, berichtet Angreiferin Marie-Therese Rothmaier von den vergangenen Monaten. „Wir haben es geschafft, die beiden Favoriten aus Calw und Dennach ein bisschen zu ärgern und sind mit dem dritten Tabellenplatz zufrieden.“ Kurz vor dem Start der Titelkämpfe konnte der TVV dazu mit Marco Lochmahr einen echten Experten als Trainer gewinnen. Mit dem Weltmeister von 2011 wurde nochmals intensiv an der Technik und dem Stellungsspiel gearbeitet. Dazu stand in den letzten Wochen ein intensives Training in Form von Trainingsspielen und zusätzlichen Kinditionseinheiten auf dem Programm. Beste Voraussetzungen also, dass die beste Leistung am Wochenende auch abgerufen werden kann. In der Vorrunde geht es für Vaihingen/Enz gegen Dennach und Selsingen – für die Mannschaft noch lange kein Grund sich zu verstecken. „An einer DM werden die Karten immer neu gemischt“, ist sich Rothmaier sicher. „Ich denke, dass wir durchaus eine Chance haben Sonntag noch zu spielen – und wir würden uns gerne mit einer Medaille belohnen.“ Diese haben die Vaihingerinnen in der Halle bisher noch nicht gewonnen – es wird also Zeit…

DM-Tipp von Marie-Therese Rothmaier: „Ich denke, dass Dennach und Calw sich um den Titel streiten werden. Wenn Dennach so wie Europacupfinale spielt, sind sie nicht zu schlagen. Calw hat das stärkste Angriffsduo, wenn sie auf der DM ihr Potenzial abrufen, wird es schwer sie zu schlagen. Ahlhorn traue ich immer eine Überraschung zu, bei ihnen kann die Mischung aus jung und erfahren den Unterschied machen.“

 

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