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Der Feld-Teamcheck der Nord-Männer

Kann Voerde mit Philip Hofmann wieder für Überraschungen sorgen? (Foto: DFBL/Schönwandt)
> Kann Voerde mit Philip Hofmann wieder für Überraschungen sorgen? (Foto: DFBL/Schönwandt)

Brettorf (DFBL/ssp).Auch bei den Männern im Norden wagt Experte Sönke Spille einen Blick in die Glaskugel. Hier kommt sein Teamcheck zur Feldsaison 2017.

VfK Berlin
Kontinuität wird in der Hauptstadt groß geschrieben – zumindestens wenn es um den VfK Berlin geht. Die Mannschaft von Coach Roland Schubert wird auch
in die Feldsaison 2017 in unveränderter Besetzung starten. Dabei verlief der Saisonhöhepunkt in der Halle nicht nach Berliner Plan. Als Nordmeister reiste der VfK nach Rosenheim – um hier drei Niederlagen in vier Spielen zu kassieren. Am Ende machten sich die Hauptstädter mit dem vierten Rang auf den Rückweg. Somit geht die Mannschaft um Kapitän Jascha Ohlrich topmotiviert in die Spielzeit auf dem Feld. Nachwuchstalent und U18-Weltmeister Manuel Kögel soll weiter integriert werden, dazu warten gleich zwei Saisonhöhepunkte: Wenn nichts Außergewöhnliches passiert die DM in Moslesfehn, dazu der EFA Champions-Cup in Käfertal, wo der VfK sein Maximum herausholen will. Dazu ist das Team gespannt auf das Deutsche Turnfest direkt in Berlin und hofft dort auf eine tolle Faustballwoche – ausnahmsweise einmal ohne weite Anreise. Denn in den letzten elf Hallen- und zehn Feldsaisons legte die Mannschaft über 105.000 Auswärtskilometer zurück – und hat damit ca. 2,5 Mal die Erde auf dem Äquator umrundet.
Prognose: Es werden weitere Kilometer für den VfK dazukommen. Der eingespielten Mannschaft um Nationalangreifer Lukas Schubert wird in der 1. Bundesliga Nord wohl kein anderes Team das Wasser reichen. Platz eins und die elfte DM-Qualifikation auf dem Feld in Folge werden dafür sorgen, dass die Kilometernadel der Berliner weiter klettert – Platz 1.

TV Voerde
Eine feste Größe der 1. Bundesliga Nord im Feld ist auch der TV Voerde. Im letzten Sommer gelang dem Team von Spielertrainer Sebastian Pynappel sogar die DM-Teilnahme in Bredstedt. In der Halle verzichtete der TVV, der bereits zum dritten Mal hintereinander Meister in der 2. BL Nord wurde, aufgrund der Einzelspieltagsregelung, auf die Rückkehr ins Faustball-Oberhaus. Veränderungen im Kader gibt es zu Beginn der neuen Spielzeit einige. Angreifer André Albrecht verlässt die Rheinländer aus beruflichen Gründen, gleiches gilt aller Voraussicht nach auch für Abwehrspieler Markus Evers, der beruflich ebenfalls stark eingespannt ist. Dafür stoßen mit Lars Vollmann ( Abwehr / Ohligser TV ) und Luca Rother ( Angriff / eigene Jugend ) zwei neue Spieler in den Kader, der ansonsten aus Philip Hofmann, Jannik Wolff (beide Angriff), Kevin Schmalbach (Zuspiel), Matthias Fischer, Mannschaftskapitän Ingo Hansen, Matthias Kreil und Spielertrainer Sebastian Pynappel (alle Abwehr) besteht. Komplettiert wird das Team wieder durch Abteilungsleiter und Betreuer Dietmar „Ditze“ Hansen. Nach Platz vier in der Liga 2015, sowie dem vierten Platz bei der DM in Bredtstedt und dem Turniersieg in Widnau (Schweiz) in der vergangenen Feldsaison gilt es nun, diese Leistung zu bestätigen. Zumal die Belastung für die Spieler im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hat. Im Juli tritt Voerde beim EFA-Cup in Diepoldsau (Schweiz) an, dazu wurden Philip Hofmann und Kevin Schmalbach in den erweiterten Kader der A-Nationalmannschaft berufen. Als Erfolg würde es das Team insofern sicherlich schon werten, von Beginn an nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben und vermeintlich direkte Konkurrenten wie Hagen und Kellinghusen erneut hinter sich zu lassen. Alles andere wäre Bonus – wird aber gerne genommen!
Prognose: Auch wenn die Belastung in dieser Saison wächst, die Mischung aus Jung und Alt ist die große Stärke des TV Voerde. Das Duo Philip Hofmann
und Kevin Schmalbach hat bereits bei der U21 überzeugt, das Team spielt ganz sicher um die DM-Qualifikation in Moslesfehn mit – Platz 3.

TSV Hagen 1860
Seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2012 gilt für den TSV Hagen: Knapper Klassenerhalt in der Halle, Mittelfeldplatz auf dem Feld. Dass das Team von Trainer Holger Bock in der abgelaufenen Hallensaison bis zum vorletzten Spieltag noch eine Chance auf die DM-Qualifikation hatte und auch in der Feldsaison mit Ahlhorn und Brettorf zwei der Spitzenteams schlagen konnte, zeigt jedoch eine stetige Entwicklung der Hagener. Um erneut überzeugen zu können, wird die
Mannschaft aber nichts dem Zufall überlassen und wieder zahlreiche Trainingseinheiten auf und abseits des Rasens absolvieren. Dazu gab es über Ostern Besuch vom A-Kader und damit einige Trainingsspiele – einen besseren Testlauf vor der Saison gibt es wohl kaum. Im Kader hat es ausnahmsweise keine großen Änderungen gegeben. Die Abwehrreihe bilden weiterhin Doppelweltmeister Olaf Machelett, Philipp Müller, Florian Sträßer und Leo Eckerle. Im Angriff wollen Andre Hahn, Robin Kuhlmann und Stefan Bösch für Punkte sorgen. U21-Nationalspieler Ole Schachtsiek wird wieder beide Mannschaftsteile unterstützen, zudem soll mit Florian Kutscher ein weiterer Nachwuchsspieler an den Bundesligakader herangeführt werden. Ziel ist es, nach der erfolgreichen Hallensaison
wieder gut in die Saison zu finden. Es gilt, möglichst schnell genug Punkte zu sammeln und nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, denn die Aufsteiger
Moslesfehn und Berlin sorgen für ein noch ausgeglicheneres Feld. Wenn die Pflichtsiege eingefahren werden und es erneut zu Überraschungssiegen kommt,
erhoffen sich die Schwarzgelben, wieder Anschluss an die Spitzengruppe halten zu können.
Prognose: Hagen wird sich in dieser Saison eher nach oben als nach unten orientieren. Bereits in der Vergangenheit hat der traditionsreiche Klub seine Qualitäten auf dem Rasen gezeigt – verpasst mit Platz vier aber knapp die Qualifikation zur DM.

Ahlhorner SV
Die größte Überraschung in der Saisonvorbereitung gab es sicherlich beim Ahlhorner SV. Thomas Neuefeind stellte nach fünf Jahren als ASV-Coach seinen Posten zur Verfügung und verlässt das Team des Teilnehmers der Hallen-DM. Grund hierfür waren sicherlich auch die fehlenden Erfolge bei Deutschen Meisterschaften. Zwar qualifizierte sich das Team aus der Gemeinde Großenkneten durchgängig für die Endrunden, eine Medaille sprang aber einzig 2013 in Coburg heraus. Somit war die Zeit reif, einen Umschwung zu wagen, neue Reize setzen zu können. Für die Nachfolge von Neuefeind stellte sich der bisherige Kapitän Karsten Bilger zur Verfügung. Der Dienstälteste der Ahlhorner wird als Spielercoach die Aufgabe übernehmen, soll aber hauptsächlich an der Seitenlinie stehen und von dort die Anweisungen geben. Personell bleibt das Team um Nationalspieler Tim Albrecht wie in den Vorjahren bestehen, im Angriff wird zudem Arne Grotelüschen von seiner halbjährigen Weltreise zurückkehren. Als Ziel hat die Mannschaft den Gewinn einer Medaille auf der DM in Moslesfehn ausgegeben.
Prognose: Ob es jetzt am Trainerwechsel liegt, mag bezweifelt werden. Doch mit dem eingespielten Team sichert sich der ASV die DM-Quali und hat hier die Chance, endlich wieder eine Medaille zu gewinnen.

Berliner TS
Nachdem die Berliner Turnerschaft bereits im letzten Sommer den Aufstieg feiern durfte, gelang der Mannschaft aus der Hauptstadt auch in der Halle der ersehnte Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga Nord. Für die aktuelle Spielzeit ist es für die komplette Mannschaft erst die zweite Saison in der höchsten deutschen Spielklasse. Somit liegt der Fokus auch allein auf dem Klassenerhalt. Der Kader bleibt im Wesentlichen aus den Spielern, die schon seit der U14 zusammenspielen und zuletzt auch den Aufstieg schafften, bestehen. Neben den arrivierten Kräften sollen aber auch einige Nachwuchsspieler Einsatzzeiten  erhalten, um sich mit Blick auf die kommenden Jahre an das höhere Spielniveau zu gewöhnen. Mit einem Altersschnitt von nur knapp über 21 Jahren stellt die BT auch diesmal eines der jüngsten Teams der Liga, das sich in den kommenden Spielzeiten im Faustball-Oberhaus etablieren möchte.
Prognose: Zum ersten Mal überhaupt wird diese Mannschaft in der Feld-Bundesliga aufschlagen. Allein der Aufstieg kann schon als großer Erfolg gewertet werden. Für die junge Mannschaft geht es nach nur einem Jahr vorerst zurück in Liga zwei – Platz 8.

VfL Kellinghusen
Klassenerhalt – das ist das ausgegebene Ziel beim VfL Kellinghusen. Grund dafür sind auch die Erfahrungen aus der abgelaufenen Hallensaison. Trotz eines 9er-Kader konnten die Schleswig-Holsteiner Ausfälle noch nicht so gut verkraften wie gewünscht, am Ende schloss der VfL die Saison direkt über dem Strich ab. Zum Wechsel auf den Rasen hat Coach Bernd Schneider eine längere Liste an Problemen. Kapitän Tom Kröger plagte sich nach einer Bänderverletzung im Fuß durch die gesamte Vorbereitung. Angreifer Rouven Kadgien ist nach seiner langwierigen Verletzung zwar wieder im Training, wird zum Saisonstart aber noch nicht voll einsetzbar sein. Bei Allrounder Marten Kabbe sieht es dagegen schon besser aus, doch nach fast einem Jahr ohne Punktspielpraxis dürfen von ihm noch keine Wunder erwarten werden. Alle anderen sechs Spieler sind zurzeit im Abi- bzw. Studiumstress, so dass auch das gemeinsame Training leidet. Trotzdem freut sich das Team auf die Feldsaison, die traditionell mit den beiden Vorbereitungsturnieren in Berlin und Hannover gestartet wurde.
Prognose: Es wird wohl ein ähnliches Bild wie in der Hallensaison geben, auch wenn Hauptangreifer Rouven Kadgien wieder einsteigt. Am Ende landen
die Störstädter aber vor den beiden Aufsteiger und können für die fünfte Saison im Oberhaus planen.

SV Moslesfehn
Immer im Wechsel geht es für den SV Moslesfehn aktuell hin und her. Entweder kämpft die Mannschaft von Trainer Bodo Würdemann in der 1. Liga um den Klassenerhalt – oder schafft aus Liga 2 den Aufstieg. Auf dem Feld greifen die Mossis nun an um am Ende der Saison über dem Strich zu stehen, auch wenn das primäre Ziel gar nicht der Blick auf die Tabelle ist. Denn bereits in der Halle zeigte der SVM nach einem missglückten Saisonstart immer wieder starke Auftritte, gerade dann als der Klassenerhalt bereits in weite Ferne gerückt war. In den entscheidenden Begegnungen setzte sich das junge Team meist selbst zu sehr unter Druck. Nun gilt es, von Spiel zu Spiel zu schauen, denn die Niedersachsen können gegen (fast) jeden Gegner mitspielen. Neu zum Team stößt Kai Sengstake, der bereits vor sieben Jahren Bundesligaluft im Moslesfehner Trikot schnupperte. Danach legte er den Fokus auf andere Sportarten, ehe er sich in der Halle mit guten Leistungen im zweiten Männerteam für die erste Mannschaft empfahl. Mit ihm gehören dem Moslesfehner Kader nun acht Akteure an, mit denen der SVM in der Saison angreift.
Prognose: Der SVM hat mit den Erfahrungen aus der Halle den Abstand zur Konkurrenz noch kleiner werden lassen – für den Ligaverbleib reicht es aber noch nicht ganz.

TV Brettorf
In Brettorf geht es ins Jahr eins nach Christian Kläner. Der Leitwolf des TVB war in allen Jahren der Bundesligazugehörigkeit Teil des Kaders – nun hat sich der zweimalige Weltmeister aus dem Spielbetrieb zurückgezogen und auch seinen Posten als Spielertrainer weitergegeben. Tim Lemke wird somit in Doppelfunktion in die neue Spielzeit starten – er muss neben der entstandenden Lücke im Zuspiel auch im Angriff umplanen, denn Tobi Kläner steht aus beruflichen Gründen erst in der Halle wieder zur Verfügung. Die entstandenen Lücken in der Mannschaft sollen die talentierten U18-Spieler schließen, die bereits in der zurückliegenden Hallensaison zum Aufgebot des Bundesligateams gehörten und erste Erfahrungen auf hohem Niveau sammeln konnten. Dazu kehrt mit Christian Abel ein ehemaliger Bundesligaakteur in den Kader des TVB zurück. Unter den Voraussetzungen gilt für den TV Brettorf, den Verbleib in der Liga zu sichern.
Prognose: Der Umbruch im Team hat Konsequenzen. Statt DM-Qualifikation kämpfen die Schwarz-Weißen um den Klassenerhalt. Den packt die Mannschaft
von Tim Lemke am Ende aber mit Platz fünf.

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