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Arbeitssieg für Neuling Calw

Mannheim (DFBL/aga). Neuling TSV Calw investiert viel und kann einen 5:4 Heimsieg bei der Premiere im Oberhaus, der Männer-Bundesliga feiern. Pfungstadt steht in Knittlingen lange im Schatten von Hohenklingen und liegt schon 3:1 im Hintertreffen bevor der TSV das Ruder noch herumreißt. Käfertal kommt erst bei 4:1 Satzrückstand ins Rollen, und verkürzt dann auf 4:3 kann aber Schweinfurt nicht mehr ganz aufhalten. Offenburg ohne Mühe gegen Stammheim.

TSV Calw (N)-TV Vaihingen/Enz 5:4)
(11:9, 11:13,11:9,10:12, 6:11, 11:8, 11:8, 9:11, 11:6)

Von Beginn an neutralisieren sich Raphael Schlattinger und Kolja Meyer, spielen sich permanent gegenseitig an. In Blocksituationen punkten die Vaihinger, auch aufgrund der Größe ihrer Angreifer. Spielstände: 5:2, 6:4, 6:7, 7:9, dann erster Blockgewinn Bodler, kurze Punkte Schlattinger, langer Ball Bodler, 11:9.

Calw ist erneut schneller im Spiel, führt 5:1 und 6:2 (Schlattinger mit mehreren Diagonalpunkten). Bei 6:3 zeigt der Linienrichter einen langen Vaihinger Ball Aus, Schiri Alwin Oberkersch (S-Stammheim) aber überstimmt ihn (ohne Videobeweis). Diskussionen folgen, das Calwer Team gerät in der Folge sichtlich aus dem Konzept. Vaihingen nutzt die Konfusion, geht 7:8 in Führung, Meyer verstellt den Satzball und Calw gleicht aus. Doch die Vaihinger Routine zahlt sich in dieser engen Situation aus, 11:13, Satzausgleich.

Calw legt wieder konzentriert los, tolle Zuspiele von Nick Stoll. 4:0 und 6:1-Führung. Auszeit Vaihingen, dann beginnt eine Aufholjagd, doch Calw bringt den Satz zur 2:1-Führung durch (11:9). Auf Calwer Seite häufen sich Unkonzentriertheiten, 1:3, 4:4, dann dreht die Abwehr auf. Philipp Kübler und Marco Stoll hechten schwerste lange Bälle heraus, Schlattinger und Bodler glänzen, bestens in Szene gesetzt durch Nick Stoll. 10:6 für Calw, der Satz scheint gelaufen. „Wir haben zu früh aufgehört zu spielen“, meinte Philipp Kübler später. Vaihingen nutzt das aus und dreht den Durchgang mit sechs Punkten in Folge: 10:12, 2:2 Sätze und Totenstille in der Halle

Erneut läuft nichts auf Calwer Seite. 0:2. Ist die Luft raus? Raphael Schlattinger peitscht die Kameraden an, punktet zum 2:2, Vaihingen aber hat nun richtig Fahrt aufgenommen. 3:5, 4:7, 5:10 und 6:11. Die Erfahrung scheint den Ausschlag für den zweiten Vaihinger Saisonsieg (nach 5:3-Sieg in Käfertal) zu geben. Viele Fehler auf beiden Seiten, aber mehr bei den Vaihingern. Das bringt die Calwer wieder ins Spiel. 5:2, 7:3, doch mit der Einwechslung des jungen Jakob Kilpper für Kolja Meyer nach Auszeit kommt neue Bewegung ins Spiel. 7:7, dann punktet Schlattinger drei Mal, Calw gewinnt 11:8 und hofft wieder auf den Außenseitersieg.

Bis zum 6:6 ein Spiel auf Augenhöhe, ehe starke Aktionen in der Calwer Abwehr und von Angreifer Bernd Bodler den Unterschied ausmachen. Calw gewinnt nach spektakulären Ballwechseln 11:8 und führt 4:3 Sätze.

Die erneute deutliche Calwer 5:1-Führung egalisieren die Gäste, die noch lange nicht aufgeben. Über 7:8 und 8:10 vollendet Meyer auf Bodler zum 9:11. Es geht über die volle Distanz.

Satz 9: Alles Nervensache. Calw liegt 0:2 und 1:3 hinten, fängt sich aber. Vielleicht ein entscheidendes Signal: Bei 3:3 unterläuft dem erfahrenen Meyer (35 Jahre) der erste Angabenfehler. Calw führt beim Seitenwechsel mit 6:5, dann rutscht der starke Vaihinger Defensivmann Wörsinger bei einer Rettungsaktion mit dem Knie gegen die Leinenstange – Fehler und 7:5 für die Hausherren. Bodler stößt einen langen Ball tief in die Lücke, dann ein Missverständnis der Abwehrspieler Marco Stoll und Nick Stoll. Es wird noch einmal spannend (8:6). Doch der athletische Schlattinger ist längst zu Höchstform aufgewachsen und Bernd Bodler erhöht mit einem gefühlvollen Stopper. Gleich der erste Matchball zum 11:6 sitzt, Calw und die rund 150 Zuschauer in der Walter-Lindner-Halle jubeln nach zweieinhalb Stunden Top-Sport, fast so wie zuletzt bei den Aufstiegsspielen in die höchste Spielklasse.

Calws Bernd Bodler: „Im ersten Spiel gleich neun Sätze, das ist hart. Dieser Sieg war ganz wichtig für uns im Abstiegskampf. Die Walter-Lindner-Halle kommt uns gegen Teams wie Vaihingen entgegen, die viele Preller gegen die Wand spielen möchten. Sie spielen zwar sehr sicher, hatten aber auch nicht die Monsterangaben, die unsere Abwehr in Verlegenheit bringen konnten. Das war eine Riesen-Mannschaftsleistung, jeder war zu 100 Prozent auf dem Platz und das Publikum bekam phänomenale Ballwechsel zu sehen. Was auch die Vaihinger hinten rausgeholt und wie sie zugespielt haben, das ist schon absolute Spitzenklasse in der Bundesliga. Entscheidend war, dass es bei uns nach einem kleinen Tief am Ende wieder gepasst hat. Das war ein Hammer-Spiel, es hat Spaß gemacht vor diesen super Zuschauern. Nach diesem Auftaktsieg gegen Vaihingen werden wir sicher nicht für einen Betriebsausflug nach Pfungstadt fahren. Wir wollen uns auch dort zeigen.“

Philipp Kübler: „Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Spiel so anstrengend wird. Wir sind körperlich zwar fit, aber uns fehlt die Erfahrung, um dauerhaft konzentriert auf diesem hohen Niveau zu spielen. Das hat sich gerade dann gezeigt, wenn wir deutlich geführt haben.“

 

TV SW-Oberndorf-TV 1880 Käfertal 5:3 
(8:11, 11:5,11:6, 12:10, 11:4, 9:11, 10:12, 11:9)

Nach der Niederlage gegen den TV Vaihingen/Enz vergangene Woche ging es wieder gegen einen der „Großen“ im Deutschen Hallenfaustball und wieder fehlte dem TVK nur ein kleines Stück zum Erfolg. „Es ist eigentlich eine sehr gute Erkenntnis für uns, dass wir gegen diese nationalen Topteams so gut mithalten können“, resümiert Dominik Mondl nach der Partie. „Es fehlt aber etwas die Abgezocktheit im entscheidenden Moment.“

Die Mannheimer eröffneten die Partie schwungvoll und entschieden den ersten Satz mit 11:8 für sich. Es sollte der Auftakt in eine Partie sein, die den etwa 70 Zuschauern in der Halle Faustball vom Feinsten bot. Beide Abwehrreihen konnten sich mehrfach auszeichnen und ihre jeweiligen Angreifer in Szene setzen. Dabei überzeugte der hochgewachsene Oliver Bauer auf Seiten der Schweinfurter ab dem zweiten Satz mit einem variantenreichen und kompromisslosen Angriffsspiel.

Besser eingestellt zeigte sich der TVK im Anschluss. Marcel Stoklasa fand aus eigener Angabe besser ins Spiel und konnte oft im Spielschlag sehenswert punkten. Am Ende reichte es trotz zwischenzeitlicher Führung aber nicht zum Satzgewinn; Ende 12:10 für den TVO. Die Gastgeber hatten nun ihre stärkste Phase und ließen den Käfertalern durch sehenswerte Abwehraktionen und ihre hohe Variabilität im Angriff kaum eine Chance. Mit 11:4 ging der fünfte Durchgang klar an Schweinfurt.

Der Angriff agierte souveräner und stellte seinerseits den TVO immer wieder vor unlösbare Probleme. Aber auch die Franken zeigten Moral und brachten ihrerseits Oliver Bauer immer wieder in gute Angriffspositionen. Mit einem etwas besseren Finish sicherten sich die Quadratestädter die Sätze sechs und sieben und konnten auf 3:4 nach Sätzen verkürzen.

Am Ende war es im achten Satz dann die Abgeklärtheit der Schweinfurter, die wichtigen Punkte zur richtigen Zeit zu setzen. Zwar hatte der TVK immer mal wieder die Chance zu punkten, die Big-Points setzte aber der TVO. Mit 11:9 ging der Durchgang und damit das Spiel denkbar knapp an die Franken, was dem TVK nun Rang sieben in der Tabelle beschert.

„Auch wenn wir verloren haben, hat das Spiel heute doch richtig Spaß gemacht“, gibt sich Neuzugang Hendrik Vetter zufrieden mit der Leistung seiner Teamkollegen. Darauf lässt sich sicher aufbauen, jedoch sicher nicht ausruhen. Am kommenden Sonntag muss der TVK in eigener Halle gegen den FBC Offenburg punkten. Sollte das nicht gelingen, kann man von einem klassischen Fehlstart sprechen

 

TV Hohenklingen – TSV Pfungstadt 3:5 
(11:9, 8:11, 11:8, 11:6, 7:11, 14:15, 9:11, 2:11)

Da sind wir mit einem „blauen“ Auge davon gekommen ! eine Picke Packe volle Sporthalle in Knittlingen sah ein spannendes Spiel in dem der Underdog dem Ligadominator der letzten Jahre einige ungelöste Rätsel aufgab. Über 7 Sätze präsentierte sich Hohenklingen dem TSV als ebenbürtig und auf Augehöhe. Im sechsten Satz hatte der Liganeuling sogar die Chance bei 4 Satzbällen auf 4:1 wegzuziehen.

 

FBC Offenburg – TV Stammheim 5:0 
(11:3, 11:8, 11:9, 11:7, 11:1)

Die Offenburger starteten gegen Stammheim optimal. Aus einer sicheren Defensive mit Neuzugang Oliver Späth vom TSV Pfungstadt konnten die Hausherren immer wieder mustergültig aufbauen, um die eigenen Angriffe mit hoher Effektivität zu verwandeln. Der FBC zog schnell auf 8:0 davon, ehe die Stammheimer ihre ersten drei Punkte erzielen konnten. Im zweiten und dritten Spielabschnitt hatten die Gäste aus dem Stuttgarter Stadtteil dann ihre jeweils besten Phasen und erspielten sich auch die einzigen Führungen. Die Offenburger blieben zwar druckvoll, aber auch Stammheim fand immer mehr die Lücken im Defensiv-Verbund des FBC. Dennoch konnten die Hausherren den Vorsprung auf durch ein 11:8 auf 2:0 ausbauen.
Im dritten Durchgang ging es dann noch enger zu. Zunächst hatte der FBC Offenburg beim Stande von 7:5 und 8:6 einen beruhigenden Vorsprung. Allerdings konterten die Gäste mit drei Punkten in Folge und waren nahe an ihrem ersten Satzgewinn. Doch den Offenburgern gelangen ebenfalls drei Punkte in Folge und somit ging es mit einer 3:0 Satzführung in die Spielpause.
Danach waren wiederum die Ortenauer am Drücker. Stammheim konnte den Spielstand im weiteren Spielverlauf nur noch einmal beim 6:6 im vierten Satz ausgleichen. Mit 11:7 und 11:1 sicherten sich der FBC den Heimsieg.

„Ich habe in der Satzpause zur Mannschaft gesagt, dass ein Sieg gegen diese Mannschaft durchaus möglich ist, auch wenn man 0:3 zurückliegt“, sagte Kapitän Jan Ehrhardt. „Denn besonders in der Abwehr hatten die Offenburger ungewohnte Schwächephasen.“

 

TV Vaihingen – FBC Offenburg 5:3 
(11:9, 4:11, 11:8, 11:13, 11:4, 5:11, 13:11, 12:10)

Die Klasse ist extrem ausgeglichen. Von Platz eins bis sieben kann jeder gegen jeden gewinnen“, berichtet TVV-Spielertrainer Marco Lochmahr. Letztlich waren es Kleinigkeiten, die den Vaihingern gegen den FBC Offenburg das bessere Ende bescherten. „Wir haben uns hinten weit außen positioniert, da Sven Muckle es mit seinen Angaben heute hauptsächlich über die Diagonale versucht hat. So haben wir seine Angaben gut im Griff gehabt“, erklärt Lochmahr. „Vorne ist uns bestimmt über die Jahre etwas Durchschlagskraft verloren gegangen. Aber die Abstimmung bei den drei Kontakten ist auch noch nicht so flüssig, wie ich das aus der Vergangenheit gewohnt bin. Das ist noch nicht eingeschliffen.“

Stefan Konprecht, der Offenburger Hauptangreifer, zeigte ein „ganz starkes Spiel“, erklärt Lochmahr, „er ist sowieso schwierig zu lesen, da er sehr fintenreich schlägt. Außerdem spielte er heute präzise auf die Lücke. Ihn haben wir nicht wirklich in den Griff bekommen.“

So war es gegen Offenburg ein Spiel zweier Kontrahenten auf Augenhöhe. Kaum einmal gelang es einer der beiden Mannschaften, sich abzusetzen. Und wenn, dann hatte der Vorsprung meist nicht lange Bestand. Im vierten Satz holten die Vaihinger beispielsweise einen 1:6-Rückstand wieder auf. Im achten Durchgang hielt dagegen eine 8:3-Führung des TVV nicht.

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